Der Abend kommt so schnell

Sonja Lerch - Münchens vergessene Revolutionärin. Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Romanhafte Biographie der Münchner Revolutionärin Sonja Lerch (1882-1918).
Sarah Sonja Lerch, geboren als Sarah Rabinowitz 1882 in Warschau, hat ein bewegtes Leben geführt. 1905 bis 1907 hielt sie sich in Odessa auf und war an der russischen Revolution von 1905 beteiligt. Ab 1908 lebte sie in Frankfurt am Main bei ihrer Familie und studierte in Gießen. 1913 promovierte sie mit dem Thema „Zur Entwicklung der Arbeiterbewegung in Russland bis zur großen Revolution von 1905“. Die Nationalökonomin heiratete den Romanisten Eugen Lerch und lebte mit ihm in München. Zusammen mit Kurt Eisner zählte sie zu den Organisatoren der großen Rüstungsarbeiterstreiks im Januar 1918. Am 1. Februar 1918 wurde sie verhaftet. Ihr Mann distanzierte sich jedoch von ihr. Am 29. März hat sie in der Haftanstalt München-Stadelheim Selbstmord begangen. Ernst Toller hat ihr Schicksal in seinem Drama „Masse Mensch“ verarbeitet. In einem einfühlsamen, streckenweise poetischen Roman beschreibt Naumann das wechselvolle Schicksal der vergessenen Revolutionärin in Rückblenden. Für Leser, die historisch nicht so bewandert sind in dieser Epoche von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg, wäre eine erläuternde Einführung allerdings hilfreich gewesen.
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Artikelbeschreibung

Für Sonja ist der Frieden zum Greifen nah. Mit Kurt Eisner und anderen Pazifisten will sie im Januar 1918 nach vier entbehrungsreichen Jahren den Krieg beenden. Eisner und sie rufen den Generalstreik aus, doch die Aktivisten werden verhaftet. Ihr Ehemann sagt sich öffentlich von Sonja los. Er will seine berufliche Karriere nicht durch das skandalöse Benehmen seiner Gattin gefährden. Nur Fritzi, eine junge Munitionsarbeiterin, besucht die Gefangene. Sie will das Geheimnis der bewunderten Revolutionärin erfahren. Vor dem Leser enthüllt sich das tragische Leben einer Frau zwischen zwei Welten.

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Personeninformation

Cornelia Naumann, geboren in Marburg, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit bedeutenden, von der Geschichtsschreibung vergessenen Frauen. Nach Schauspielen über die fahrende Komödiantin Karoline Schulze-Kummerfeld und die deutsch-jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar erschienen im Gmeiner Verlag zwei Romane von Cornelia Naumann: »Die Portraitmalerin« und »Königlicher Verrat«. In ihrem neuen Roman »Der Abend kommt so schnell« forscht sie den wenigen Spuren nach, die die Revolutionärin Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, (1882-1918) in München hinterlassen hat. Dabei entdeckte sie das tragische Leben einer jüdischen Russin, die aus ihrer Heimat fliehen musste.
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