Tagebuch aus Bergen-Belsen

Band 12
März 1944 - April 1945
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Buchprofile - Rezension
Kommentierte Edition der Tagebuchaufzeichnungen von Renata Laqueur (1919-2011), einer Amsterdamerin jüdischer Abstammung, die das KZ Bergen-Belsen überlebt hat.
1919 in Oberschlesien als Tochter eines berühmten Mediziners geboren, wuchs Renata Laqueur in Amsterdam auf. Da sie jüdischer Abstammung war, wurde sie im November 1943 von den Nazis zusammen mit ihrem Mann Paul Goldschmidt inhaftiert, zunächst in das Sammellager Westerbroek und im März 1944 in das KZ Bergen-Belsen nördlich von Celle gebracht. Obwohl Bergen-Belsen kein Vernichtungslager war, herrschten auch dort unmenschliche, entwürdigende, grausame und sich im letzten Kriegsjahr weiter verschlimmernde Zustände, die bis Kriegsende rund 50.000 Inhaftierte nicht überlebten. Laqueur hielt die Zustände und den Alltag im Lager bis zum Spätherbst 1944 in einem geheimen Tagebuch fest, danach fehlten hierzu die Kräfte. Doch auch das weitere Geschehen im Lager bis zur Räumung im April 1945, an die sich eine 13-tägige Irrfahrt mit einem Zug durch Mitteldeutschland – geplant war eine Verlegung in das KZ Theresienstadt in Tschechien – anschloss, dokumentierte sie zeitnah in den Jahren 1945/46. Kurz vor Kriegsende, am 23. April 1945, wurden die Überlebenden im südbrandenburgischen Tröbitz von sowjetischen Truppen befreit. – Die Neuausgabe dieser Aufzeichnungen, die teilweise von der Autorin selbst später kommentiert wurden, wird von einigen Fotografien sowie begleitenden und das Geschehen weiter erläuternden Texten ergänzt, die Saskia Goldschmidt, Tochter von Laqueurs erstem Ehemann, verfasst hat. Der innerhalb der Reihe Berichte und Zeugnisse aus dem KZ Bergen-Belsen herausgegebene Band ist ein weiteres erschütterndes Dokument des absolut menschenverachtenden Umgangs der Nazi-Schergen und ihrer Helferinnen und Helfer mit denjenigen, die ihnen in die Hände gefallen waren und die dennoch bis zuletzt auf ein anderes Leben hofften. Man kann nur wünschen, dass dieses Buch gerade auch in der jüngeren Generation viele Lesende findet.
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Artikelbeschreibung

Ein einzigartiges Zeugnis der Gewalt und des Leidens im KZ Bergen-Belsen.Im November 1943 wird Renata Laqueur als Jüdin zusammen mit ihrem Mann Paul Goldschmidt in Amsterdam verhaftet. Mitte März 1944 werden sie in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Hier beginnt Renata zwei Tage nach ihrer Ankunft, ein Tagebuch zu führen. Im Dezember 1944 bricht sie ihre Notizen ab, ihr fehlt die Kraft zum Schreiben. Nach ihrer Befreiung aus einem Räumungstransport am 23. April 1945 kehrt sie in die Niederlande zurück. Dort bearbeitet und ergänzt sie ihre Aufzeichnungen, die 1965 erstmals auf Niederländisch veröffentlicht werden. Das Tagebuch ist ein wertvolles und einzigartiges Zeitdokument, das das Leiden von Millionen Menschen widerspiegelt. Unsentimental und schonungslos schildert Renata Laqueur die Gewalterfahrungen und die zermürbende Lebenssituation im KZ Bergen-Belsen. Für diese Ausgabe hat Gerd Busse das Tagebuch neu übersetzt. Saskia Goldschmidt, Renata Laqueurs Stieftochter, hat es herausgegeben, mit einer Einleitung versehen und durch Fotos ergänzt.

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Personeninformation

Renata Laqueur (1919-2011) war Häftling im sog. Austauschlager des KZ Bergen-Belsen. 1953 wanderte sie in die USA aus. 1971 schloss sie in New York eine Dissertation über KZ-Tagebücher ab. Ihr eigenes Tagebuch aus dem KZ-Bergen-Belsen erschien erstmals 1965. Saskia Goldschmidt, geb. 1954 in Amsterdam, ist Autorin und die Tochter von Renata Laqueurs erstem Ehemann. Wenn sie von ihrem Vater etwas über seine Vergangenheit wissen wollte, verwies der immer auf Renatas Tagebuch. Für Saskia war es die Enzyklopädie seines Leidens. Gerd Busse, geb. 1959, lebt in Dortmund und ist als Sozialwissenschaftler, Übersetzer, Publizist, Lektor und Herausgeber tätig. 2012 erschien von ihm »Typisch niederländisch. Die Niederlande von A bis Z«. Er ist Übersetzer des siebenbändigen niederländischen Monumentalromans »Das Büro« von J.J. Voskuil.

Pressestimmen

»Das Tagebuch ist ein wichtiges Zeitdokument. Es ist ein berührendes Dokument von täglicher Qual.« (Ronald Meyer-Arlt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 24.01.2026)

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