Adieu, Atlantis

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Buchprofile - Rezension
Erinnerungen einer kosmopolitisch aufgewachsenen Frau an ihre Kindheit und Jugend, die sie in Berlin, Paris und Riga verbrachte.
Valentina wurde 1922 in Riga in eine kosmopolitische, kunstbegeisterte jüdische Familie hineingeboren und verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Paris, Berlin und Riga. Durch ihre Eltern und Großeltern, die Deutsch und Russisch sprachen, lernte sie diese Sprachen sowie Französisch schon in ihrer Kindheit. Da ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, ihr keinerlei Vorschriften machten, sei es, was sie lesen oder nicht lesen sollte, sei es auch sonst in ihrer Erziehung, wuchs sie in einer behüteten Kindheit ohne Zwang, aber trotzdem nach den Spielregeln eines zivilisierten Miteinanders und der Achtung vor anderen Menschen auf. Durch die kulturellen Aktivitäten ihrer Eltern lernte sie zahlreiche bekannte Künstler kennen. Das unbeschwerte Leben nahm ein Ende, als Riga zunächst von den Sowjets, dann von den Deutschen und schließlich wieder von den Sowjets besetzt wurde. Ihre gesamte Familie kam im Holocaust um, Valentina überlebte mit der Hilfe einiger Menschen, die sie immer wieder versteckten. Das Buch gibt einen Einblick in die faszinierende, lebendige Welt Lettlands vor den Okkupationen, in dem die unterschiedlichsten Nationalitäten und Religionen zunächst friedlich zusammenlebten. Die Autorin schildert aber auch die Schwierigkeiten und brutalen Übergriffe der Besetzer und den Untergang der Welt, die sie kannte, ihres Atlantis. - Für alle Büchereien zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Was für ein Leben! Die Kindheit der 1922 geborenen Autorin war eine ganz und gar kosmopolitische. Die eine Großmutter sprach Deutsch, die andere Russisch, und ständig pendelte die lettisch-jüdische Familie zwischen Riga, Paris und Berlin, wo man nahe dem Ku`damm in einer Pension wohnte, in der Schauspieler, Regisseure, Schriftsteller aus ganz Europa sich die Klinke in die Hand gaben und Neuigkeiten tauschten. Valentina Freimane erzählt über diese Zeit aus der unbeschwerten Perspektive des heranwachsenden Mädchens und lässt ein grandioses Zeitgemälde entstehen, aber zugleich weiß die Autorin natürlich, dass sich wenige Jahre später alle Lebensumstände komplett änderten. Die Familie muss nach Riga zurück und erlebt die Okkupation des Baltikums durch die Sowjetunion, 1941 den Einmarsch der Deutschen, dann gegen Kriegsende wieder die Rückkehr der Sowjets. Freimane erzählt mit Präzision und außerordentlich berührend über dieses dreifach zermalmende Rad des Schicksals, durch das sie beide Eltern, den Ehemann und fast alle weiteren Verwandten verlor. Sie selbst wurde gerettet durch Menschen, die sie unter höchstem Risiko versteckten - lettische, russische, deutsche, polnische Menschen, denen sie Dank abstattet. Ein tief berührendes Buch.

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