Uns geht die Sonne nicht unter

Erzählungen
19,95 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Engel der Geschichte: Arno Surminskis Erzählungen hören auf die religiösen Untertöne der Erfahrungen von Nachkrieg und Unfrieden.
Viele Schriftsteller haben ein Ur-Erlebnis, dem ihr Schreiben entspringt. Bei dem nunmehr über 90-jährigen Arno Surminski sind es die Vertreibung aus seiner ostpreußischen Heimat und die traumatische Flucht mit einem Güterzug nach Frankfurt/Oder. Auch sein jüngster Band mit Erzählungen kreist vorwiegend um diese Kindheitserfahrungen. Die Titelgeschichte handelt von einem Lokführer, der Ende Januar 1945 eine Gruppe von Hitlerjungen von Leipzig nach Berlin fahren soll, die letztlich an die Ostfront kommandiert werden. Als die Rote Armee in Berlin einmarschiert, werden uniformierte Deutsche erschossen. Zum Lokführer sagen die russischen Soldaten: „Den brauchen wir noch.“ Das Gerade-noch-Davongekommensein, Schuld und Schicksal, Massenwahn und Einzelbehauptung, das sind die Themenkreise, die Surminskis Stories auf schmalen Spuren in konzentrierten Kurzepisoden entfalten. Und zwar nicht nur in der Nachkriegszeit, sondern auch in der Gegenwart. Da sagt der Kirchendiener einem alten Ehepaar während der Heiligabendmesse, dass ihr Haus brenne („Unheilige Nacht“). Da setzt ein des Lebens müder alter Mann gegen den selbst bestimmten Todestag den Entschluss, das eigene Leben aufzuschreiben. Religiöse Figuren tauchen auf, ein „Engel auf der Rolltreppe“, eine „Madonna am Berg“. Andere Erzählungen befassen sich mit der Frage, ob es ein gerechtes Schenken gibt oder warum Geschenke von Fremden besser nicht angenommen werden. Mit Galgenhumor geschrieben ist die Geschichte von einem Autor, der auf der Fahrt zu seiner Lesung im Radio seine eigene Todesanzeige hört. Bei der Lesung erfährt er, dass die Falschmeldung ihm selbst zugeschrieben wird und sein Buch zu einem Bestseller macht. Ein erfahrungssattes und überaus lesenswertes Buch.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Das Buch enthält Erzählungen, die in Kanada, den USA, Schleswig- Holstein, vor allem aber in Ostpreußen spielen. Die Handlungsorte in Surminskis Geschichten entsprechen den zahlreichen Stationen seines bewegten Lebens, das von Krieg und Terror geprägt wurde. Einige Erzählungen sind heiter, die meisten haben einen kriegsbedingten Hintergrund, und alle stehen sie sinnbildlich für das Werk eines großen Erzählers und Humanisten, dermit seinen Texten seit jeher für Versöhnung, Völkerverständigung und ein friedliches Miteinandersteht.

Produktsicherheit

Hersteller: Ellert & Richter Verlag GmbH
Anschrift: Borselstr. 16 C
DE-22765 Hamburg
Kontakt: info@ellert-richter.de

Personeninformation

Arno Surminski, geboren 1934 in Ostpreußen, wuchs nach der Deportationseiner Eltern in die Sowjetunion in einer Familie in Schleswig-Holsteinauf. Er ist Autor zahlreicher Romane, Erzählungen und Sachbücher, vieleüber Ostpreußen und die Folgen des Krieges. Im Ellert & Richter Verlag sindseine Werke "Das alte Ostpreußen", "Als der Krieg zu Ende ging", "WinterFünfundvierzig", "Als die Stadt brannte" und "Von den Wäldern" lieferbar.
Mehr von Surminski, Arno

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.