München. Schau her!

Photographien 1839-1979. Katalog zur Ausstellung in der Bayerischen Staatsbibliothek
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Bayern im Buch-Rezension
272 ganzseitige Fotos mit kenntnisreichen Erläuterungen dokumentieren Münchner Stadtgeschichte.
Über 17 Millionen Fotos besitzt die Bayerische Staatsbibliothek derzeit in ihrem Archiv. Eine historisch und zeitgeschichtlich einmalige Sammlung, die ihresgleichen sucht. Die erste Publikation, in der nur ein kleiner, aber lokalhistorisch wichtiger Teil dieses Archivs präsentiert wird, ist München gewidmet. 272 ganzseitige Fotos mit kenntnisreichen Erläuterungen von Cornelia Jahn wurden für diesen Band ausgewählt, die die Entwicklung der Landeshauptstadt und die wichtigsten Ereignisse von 1839 – mit den ersten Aufnahmen in der Daguerreotypie-Technik – bis zu den Olympischen Spielen von 1972 dokumentieren. Von der königlichen Residenzstadt bis zur „Weltstadt mit Herz“ reicht das breite Spektrum dieser Veröffentlichung. Natürlich sind hier nicht nur die Porträts der Wittelsbacher Königsfamilie in den berühmten Aufnahmen der Hoffotografen Joseph Albert und Franz Hanfstaengl publiziert, sondern auch zahlreiche Fotos von den Menschen in dieser Stadt bei ihrer Arbeit oder bei den Vergnügungen im Verlaufe von rund 130 Jahren. Ein Großteil dieser Dokumentation stammt jedoch aus dem rund 70.000 Motive umfassenden Archiv von Heinrich Hoffmann, der zunächst die Ereignisse der Revolution 1918/19 und die Stationen des Aufstiegs der NSDAP in München dokumentiert hat. Als „Reichsbildberichterstatter“ und „Leibfotograf Adolf Hitlers“ hat er schließlich nach 1933 nicht nur zum Personenkult des „Führers“ entscheidend beigetragen, sondern auch bis 1945 die wichtigsten politischen Ereignisse in Deutschland im Bild festgehalten. Erschütternd sind die Aufnahmen der Zerstörung Münchens im Bombenkrieg, und neue Hoffnung spiegeln die Fotos vom Wiederaufbau der Stadt und die wieder erwachte Lebensfreude vor allem im Fasching und auf dem Oktoberfest wider. Ein ebenso großformatiger wie großartiger Fotoband, dem hoffentlich noch weitere Dokumentationen über andere bayerische Städte und Landschaften folgen werden.
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Artikelbeschreibung

Ab 6. März 2020 präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek mit "MÜNCHEN. SCHAU her!" erstmals eine Auswahl aus ihrer umfangreichen Photosammlung in einer groß angelegten Ausstellung. Die 269 Bilder stammen aus den wichtigsten Photographennachlässen der Bibliothek und zeigen Münchens Entwicklung von der königlichen Residenzstadt über das dunkle Kapitel der "Hauptstadt der Bewegung", die Kriegszerstörungen und den Wiederaufbau bis hin zur Reinkarnation als "Weltstadt mit Herz". Aufnahmen von Joseph Albert, dem Hofphotographen der Wittelsbacher, Heinrich Hoffmann, dem bekanntesten Propagandaphotographen des Dritten Reichs, und Felicitas Timpe, der Chronistin des Münchner Kulturlebens ab den 50er Jahren, dokumentieren zusammen mit zahlreichen Aufnahmen privater Provenienz die verschiedenen Facetten der Stadt und des Umlands ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Unser Band begleitet die von Cornelia Jahn, Leiterin der Abteilung Karten und Bilder der Bayerischen Staatsbibliothek, kuratierte Schau. Ein Einführungstext, Kurzbiographien der Photographen und ausführliche Bildunterschriften bieten eine Vielzahl an Informationen. Die historische Breite des Materials und die hohe photographische Qualität machen dieses Buch, nicht nur für das Münchner Publikum, zu einer wertvollen Quelle.

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