Wie man ein Schmetterling wird

Das kurze, mutige Leben meiner Tochter Reyhaneh Jabbari | Das Buch zum Film »Sieben Winter in Teheran« Friedensfilmpreis der Berlinale 2023 Der Kampf der Frauen im Iran für ihre Rechte
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Buchprofile - Rezension
Biografische Dokumentation des kurzen Lebens einer jungen Frau im Iran, die wegen Notwehr gegen ihren Vergewaltiger hingerichtet wurde.
Reyhaneh Jabbari stach bei einer versuchten Vergewaltigung in Notwehr ihren Peiniger nieder, wurde daraufhin mit 19 Jahren zum Tod durch den Strang verurteilt, und nach sieben Jahren im Gefängnis trotz internationaler Intervention 2014 hingerichtet. Shole Pakravan, ihre Mutter, erzählt mit Unterstützung der Autorin und Filmemacherin Steffi Niederzoll anhand von Gerichtsakten, Verhörprotokollen und eigenem Erleben das Geschehen; in ihren Tagebüchern, vielen Briefen und Audioaufzeichnungen, die aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt wurden, kommt parallel dazu Reyhaneh selbst zu Wort. Als Innendesignerin verdient sich die IT-Studentin Reyhaneh bereits eigenes Geld, sie wird von einem Mann angesprochen, er sei Schönheitschirurg, und würde sie gerne für den Umbau seiner Praxis engagieren. So begann das, was "... das Ereignis war, das mich ins Gefängnis gebracht hatte; das Vertrauen, das ich einem frommen Gesicht geschenkt hatte." Trotz einer ersten Erklärung des leitenden Kommissars ("Ein Mann ist gestorben, der mehr Hund als ein Mensch war") gerät Reyhaneh in die Mühlen der grausamen "Justiz" des Mullahregimes, die abstrusesten Unterstellungen und Verdrehungen, Psychoterror und fake news beherrschen zunehmend das Geschehen, Reyhaneh wird zu einer politisch motivierten Attentäterin stilisiert, denn ihr Peiniger war Ausbilder von Eliteeinheiten des iranischen Geheimdienstes. Sieben Jahre kämpfen Familie und Freunde um das Leben der jungen Frau, am Ende vergeblich. – Ein erschütternder Einblick in die Realität des Gottesstaates Iran, zur Berlinale 2023 verfilmt unter dem Titel "Sieben Winter in Teheran".
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Artikelbeschreibung

Der Kampf um das Leben meiner Tochter
Der Fall der jungen Iranerin ging um die Welt: Als 19-Jährige wird sie fast vergewaltigt. Doch sie setzt sich zur Wehr und sticht den Angreifer nieder.

Nach einem Schauprozess wird Reyhaneh Jabbari wegen vorsätzlichen Mordes zum Tod durch den Strick verurteilt. Sieben Jahre sitzt sie im Todestrakt und wird nicht müde, sich für Frauenrechte und für ihre Mithäftlinge einzusetzen. Ihre Mutter, eine prominente Schauspielerin, kämpft um das Leben der Tochter und kann auch internationales Interesse wecken.

Für Frauen, Leben, Freiheit!

Die bewegende Lebensgeschichte einer couragierten jungen Frau, die wie ein Vorbote der mutigen Proteste im Iran wirkt: für Frauen, Leben, Freiheit!

Der Tod ist nicht das Ende des Lebens

Dieses Buch ist eine Hommage an das Leben - und eine Aufforderung an alle, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen, unabhängig von Religion, kultureller Zugehörigkeit oder Geschlecht.

Eine Hommage an das Leben

»Was sollen die Frauen tun? Wenn sie sich vergewaltigen lassen, sind sie schuldig. Wenn sie sich wehren und selbst verteidigen, sind sie schuldig. Wenn sie dagegen demonstrieren, sind sie schuldig. Also sollten die Mädchen sterben?

Solange ich am Leben bin, auch wenn mein Handeln so lächerlich aussehen mag wie ein Brunnen, der versucht, den Himmel zu erreichen, werde ich nicht aufhören, gegen diese Ungerechtigkeit zu kämpfen.« Reyhaneh Jabbari

  • Das Buch zum Dokumentarfilm »Sieben Winter in Teheran«, ausgezeichnet auf der Berlinale 2023 mit dem Friedensfilmpreis sowie als bester Film der Sektion Perspektive Deutsches Kino (Kompass-Perspektive-Filmpreis)

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Personeninformation

Shole Pakravan wurde 1964 in Kermanschah, Iran geboren. Ab 1985 studierte sie an der Universität der Künste in Teheran und schloss mit einem Bachelor in Puppenspiel ab. Sie heiratete Fereydoon Jabbari und bekam 1987 ihre älteste Tochter Reyhaneh. Zwei weitere Töchter folgten.
Ihren Master beendete Sie 1999 an der Universität für Kunst und Kultur, Teheran im Fach Regie. Neben ihrem Studium begann sie als Schauspielerin zu arbeiten und entschloss sich nach Beendigung ihrer universitären Ausbildung, sich ganz auf diese Profession zu konzentrieren. Erfolgreich spielte sie 28 Jahre lang auf Irans Bühnen und leitete ein Kollektives Kulturzentrum. Am 7. Juli 2007 wurde ihre Tochter Reyhaneh verhaftet und zwei Jahre später zum Tode verurteilt. Shole Pakravan war maßgeblich am Kampf gegen die Hinrichtung ihrer Tochter beteiligt, die 2014 einen weltweiten Aufschrei auslöste. Im Oktober 2014 wurde Reyhaneh durch Erhängen mit dem Strick hingerichtet. 2017 verließ Shole Pakravan den Iran, da ihr wegen der öffentliche Anprangerung der Todesstrafe die Inhaftierung drohte. Seit 2017 lebt sie mit ihrer jüngsten Tochter in Deutschland. Ihrem Mann sowie ihrer mittleren Tochter wurde grundlos der Pass abgenommen, damit sie nicht ausreisen können. 2021 konnte ihre mittlere Tochter Sharare ihr folgen.
2019 tourte sie mit einem Theaterstück durch ausgewählte Städte in Deutschland, das auf den Schicksalen einzelnen Mütter im Iran basiert, die ihre Kinder durch die Todesstrafe verloren haben.

Steffi Niederzoll wurde 1981 in Nürnberg geboren. Sie studierte an der KHM in Köln sowie an der EICTV auf Kuba. Ihre Kurzfilme liefen erfolgreich auf zahlreichen renommierten Filmfestivals wie der Berlinale. Sie nahm an verschiedenen Regie-Masterclasses teil und war von Oktober 2019 bis Januar 2020 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya, Türkei. Neben ihrer filmischen Tätigkeit beschäftigt sie sich auch mit interdisziplinären künstlerischen Arbeiten. Sie war Mitglied der Kerngruppe des Kollektivs »1000 Gestalten«, das während des G20-Gipfels in Hamburg mit seiner Performance weltweit für Furore sorgte.
Ihre kollektiven Arbeiten wurden unter anderem auf dem Brecht-Festival, in der Kunsthalle Baden-Baden und im Museum für zeitgenössische Kunst in Roskilde und Vejle, Dänemark präsentiert. 2017 lernte sie Shole Pakravan in der Türkei kennen. Als deutsch-französische Koproduktion realisierte sie den Kinodokumentarfilm »Sieben Winter in Teheran«, der 2023 in die Kinos kommt.

Pressestimmen

»Einmal mit der Lektüre angefangen, kann man das Buch kaum weglegen. ... Das Buch führt auch in den Freiheitskampf der Frauen im Iran ein. Es ist den mutigen Frauen und Männern in der andauernden iranischen Revolte zu wünschen, dass sie im Ausland mehr Unterstützung finden für ihren Weg zu Freiheit und Demokratie. Die Schilderungen von Shole Pakravan bezeugen, was in iranischen Gefängnissen und Gerichtssälen geschah und wohl noch heute geschieht. Lesenswert.« Mechthild Klein Deutschlandfunk "Andruck - Das Magazin für politische Literatur" 20230717

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