Der Sohn des Odysseus

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Buchprofile - Rezension
Neue Sicht auf die altbekannte Odysseus-Geschichte.
Die von Homer erzählten Geschichten rund um den Trojanischen Krieg, insbesondere diejenigen über die Irrfahrten des Odysseus, sind im Bewusstsein vieler Menschen verankert - ob durch Bücher oder Filme, interpretiert vom jeweiligen Zeitgeschmack. Und doch gelingt der schwedischen Schriftstellerin Annika Thor in ihrem für ältere Kinder geschriebenen Buch eine neue, faszinierende und beeindruckende Sicht auf die altbekannte Geschichte, denn sie erzählt das Geschehen aus der Perspektive von Telemachos, Odysseus Sohn. Einfühlsam - und gerade für Kinder gut nachvollziehbar - schildert sie die Sehnsucht Telemachos nach seinem Vater, sein jahrelanges Warten auf dessen Rückkehr, seine Hilf- und Mutlosigkeit gegenüber Gleichaltrigen und seine Zweifel an seinen eigenen Fähigkeiten. Die deutlich gemachte Entwicklung Telemachos vom elfjährigen Kind zum jungen Mann ist zwar in die bekannten Handlungsabläufe der abenteuerlichen Heldentaten des Odysseus eingebettet, diese werden jedoch nicht einfach nacherzählt, sondern erscheinen in den Träumen seiner Mutter Penelope und seiner Kinderfrau Eurykleia. Die Einbeziehung des persönlichen wie häuslichen Umfelds, die sich nach 20 Jahren zuspitzende Lage im verwaisten Königreich Ithaka sowie die Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen vermitteln einen weitgefächerten Blick in die griechische Mythologie, aber auch Bezüge zu aktuellen Themen, indem sie u.a. die Auswirkung von Krieg und Gewalt, das rücksichtslose Streben nach Macht, die Rolle der Frau sowie die Einbindung in starre Traditionen hinterfragen. Das gut verständliche, spannende und interessante Buch wird durch wunderschöne, der Antike nachempfundene Illustrationen bereichert. - Allen Beständen wärmstens zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Und du, Telemachos? Was denkst du, während du wartest?Schon sein ganzes Leben sehnt sich der 11-jährige Telemachos nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat: König Odysseus. Der Trojanische Krieg ist vorbei, doch er ist nicht zurückgekehrt. Sind die fantastischen Geschichten über seine Abenteuer mit einäugigen Riesen, Zauberinnen und Ungeheuern wahr? Kommt er irgendwann zurück nach Ithaka? Noch einmal 10 Jahre vergehen ... Annika Thor erzählt die Mythen um Odysseus in beeindruckender, außerordentlich kluger und einfühlsamer Weise. Durch die Sehnsucht und die Perspektive seines Sohnes entsteht eine Spannung mit riesiger Sogkraft. Deutlich tritt hervor, was Krieg mit den Menschen macht und wieso Telemachos ein anderes Leben wählen möchte als das des Kriegers und Helden.

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Personeninformation

Annika Thor, geboren 1950 in Göteborg, ist gelernte Bibliothekarin und machte sich als Film- und Fernsehkritikerin einen Namen, bevor sie zum Schreiben kam. Seit 20 Jahren verfasst sie Drehbücher und Theaterstücke, meist für Kinder und Jugendliche. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem schwedischen August-Preis, der Nils-Holgersson-Plakette, dem Astrid-Lindgren-Preis und der Elsa-Beskow-Plakette ausgezeichnet. Ishtar Bäcklund Dakhil ist eine auf der Stockholmer Konstfack ausgebildete multidisziplinäre Künstlerin. Vor ihrem Studium war sie fünf Jahre auf Reisen, erkundete die Welt und folgte ihrer Leidenschaft für das Downhill-Skateboarden. Ihre Illustrationen in 'Der Sohn des Odysseus' sind Kunstwerke, die für sich stehen können. ishtarbacklund.art Birgitta Kicherer, geboren 1939 in Stockholm, wuchs in Schweden und Deutschland auf. Nach einem Grafikstudium arbeitete sie zunächst als Buchillustratorin bevor sie Anfang der 70er Jahre ihre Tätigkeit als Übersetzerin begann. Kicherer übersetzt vorwiegend aus dem Schwedischen, ebenso jedoch auch aus dem Norwegischen, Dänischen und Englischen. Zahlreiche ihrer Übersetzungen wurden mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, 1999 erhielt sie zudem den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk. Für die Übersetzung des Romans 'Stadt der Sonne' von Tove Jansson erhielt Birgitta Kicherer 2017 ein Arbeitsstipendium des DÜF, zudem ist sie Trägerin des Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreises (1993).
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