Das Glashaus

Carl Lutz und die Rettung ungarischer Juden vor dem Holocaust
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Buchprofile - Rezension
Über den Schweizer Diplomaten Carl Lutz und seine Rettungsaktion für ungarische Juden.
Der junge Carl Lutz wanderte 1913 in die USA aus. Erst nach einigen Irrwegen fand er sein Auskommen im diplomatischen Dienst, arbeitete in verschiedenen schweizerischen Vertretungen in den USA und erwarb dabei nützliche Kenntnisse im Pass- und Konsularwesen. 1934 wurde er als Kanzleisekretär an das schweizerische Konsulat in Jaffa/Tel Aviv versetzt. Er lernte dort die Probleme der europäischen Juden kennen, die versuchten, sich vor den Judenverfolgungen in Deutschland durch die Auswanderung nach Palästina zu retten. Nach Kriegsbeginn 1939 vertrat er auch Nazideutschland gegenüber der britischen Mandatsmacht in Palästina. 1942 wurde Carl Lutz Vizekonsul in Budapest. Wenn in der öffentlichen Wahrnehmung zumeist der Schwede Raoul Wallenberg als der Retter der ungarischen Juden gilt, so war es tatsächlich doch der erfahrene Diplomat Carl Lutz, der das System der Schutzbriefe erfand und zeitweilig über 70 "Schutzhäuser" verantwortete. Zusammen mit zionistischen Organisationen betrieb er eine "Auswanderungsabteilung" der schweizerischen Vertretung. Noch 1949 wurde Carl Lutz in der Schweiz für sein Vorgehen, das vermutlich über 60.000 Menschen vor den Vernichtungslagern der Nazi rettete, dienstlich gerügt. 1964 verlieh ihm Yad Vashem den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern". - Die Autorin legt das erste Buch über den "vergessenen Helden" vor. Gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

"Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt." Ein raffiniertes System von Schutzbriefen und Kollektivpässen war es, das ihnen die Ausreise nach Palästina ermöglichte. Seit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im März 1944 waren die ungarischen Juden der Mordmaschinerie Adolf Eichmanns ausgeliefert. Doch im SoMMer 1944 wurde das Glashaus, ein ehemaliges Büro- und Wohngebäude in Budapest, zum Schauplatz dramatischer Ereignisse. Dort hatte der Schweizer Vizekonsul Carl Lutz eine Abteilung mit der nüchternen Bezeichnung »Auswanderungssektion« eingerichtet und zusaMMen mit ungarischen Widerstandskämpfern gelang es ihm, über 60 000 Menschen vor den Vernichtungslagern zu bewahren. Doch nach dem Krieg wurde Carl Lutz zum »vergessenen Helden«. Erika Rosenberg hat sich auf Spurensuche begeben, in Budapest und in der Schweiz, hat Überlebende des Holocaust befragt und die historischen Hintergründe recherchiert.

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