Ich möchte lieber nichts

Eine Geschichte vom Konsumverzicht
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Buchprofile - Rezension
Selbst-Denken: John von Düffels (selbst-)kritische und erhellende Dialoge über Konsumverzicht und die Grenzen des Individualismus.
„I would prefer not to“ / "Ich möchte lieber nicht“: Das ist das Mantra von Bartleby, dem Schreibgehilfen in Herman Melvilles Erzählung von 1853. John von Düffel hat dieses Thema jetzt aktuell und autobiografisch gewendet. In seinem Buch „Ich möchte lieber nichts“ erzählt der Schriftsteller von der Wiederbegegnung mit einer schottischen Studienfreundin. 35 Jahre ist es her, dass er Fiona zuletzt gesehen hat. Er trifft sie in Edinburgh. Sofort beginnt ein Austausch, allerdings ein einseitiger. Es ist der Erzähler, der wissen will, was Fionas Haltung bedeutet: der konsequente Konsumverzicht. Geht das? Gibt es ein richtiges Leben ohne Genuss? Und macht Denken wirklich frei? Was ist aus Fionas Lebenstraum geworden, auf einem Stein zu sitzen und nachzudenken? Lupenreine und nebenwirkungsfreie Antworten bekommt der Besucher nicht. Aber er erkennt in Fiona eine äußerlich unscheinbare, innerlich beharrliche und messerscharf denkende Frau – jemand, dessen Leuchten große Schatten wirft. Davon wird ihm aber erst ganz am Ende erzählt, von Fionas Tochter, die nach Berlin gekommen ist und ihm kurzerhand die Bruchstellen der Lebensgeschichte ihrer Mutter mitteilt. – Eine sehr lohnende, immer auch selbstkritische Erzählung in Spaziergängen und Briefen: über ökonomische Grenzen, die Ängste vor Veränderung und die Chancen des Selbst-Denkens: „Unglück kauft. Glück konsumiert nicht“.
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Artikelbeschreibung

Der erste Asket der Zukunft, der John von Düffel begegnet ist, war eine Frau. Diese Frau, die Schottin Fiona, eine Arbeitertochter aus Glasgow, wollte damals nach ihrem Philosophiestudium vor allem eins: auf einem Stein sitzen und denken. Jetzt sucht er sie nach Jahrzehnten wieder auf, im Gepäck viele Fragen nach dem richtigen Leben im Falschen, denen er mit ihr auf langen Spaziergängen nachgeht. Es entwickelt sich ein sehr persönlicher Austausch über die zentralen Themen unserer Zeit: Konsumverzicht und Einsamkeit, soziale Herkunft und Freiheit. Doch die Begegnung ist nicht nur von einer Suche nach Antworten geprägt, sondern auch von neuen Rätseln ... Eine Geschichte über die Angst vor Veränderung, den Mut zur Abweichung und die Frage nach dem Einsamen und dem Gemeinsamen: Solitaire oder Solidaire?

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Personeninformation

JOHN VON DÜFFEL wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitete als Dramaturg u._a. am Thalia Theater Hamburg sowie am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane, Erzählungsbände sowie essayistische Texte bei DuMont, u._a. 'Vom Wasser' (1998), 'Houwelandt' (2004), 'Wassererzählungen' (2014), 'Klassenbuch' (2017), 'Der brennende See' (2020), 'Wasser und andere Welten' (Neuausgabe 2021), 'Die Wütenden und die Schuldigen' (2021) und zuletzt 'Das Wenige und das Wesentliche' (2022). Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u._a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis.

Pressestimmen

»'Ich möchte lieber nichts' ist ein subtiles Buch über Genuss und Entsagung, über Kontemplation in Zeiten von Überangebot und werblichem Dauerrauschen.« Franziska Wolffheim, TAGESSPIEGEL »Ein forderndes Buch, das zur kritischen Selbstreflexion anregt.« Katja Kraft, MÜNCHNER MERKUR »Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.« Anne-Dore Krohn, RBB RADIO 3-KULTURSALON »Wer gelegentlich zweifelnd sich selbst befragt, findet in John von Düffel einen kundigen Verbündeten.« Tomas Gärtner, DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN
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