Tiere, vor denen man Angst haben muss

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Buchprofile - Rezension
Ein erschütternder Familienroman über zwei Mädchen, die sich sehnlichst ein Stück Normalität wünschen.
In Mecklenburg herrscht eisiger Winter. Die 16-jährige Madeleine wohnt mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Ronja auf einem heruntergekommenen Hof. Während die beiden Mädchen zur Schule gehen, arbeitet die Mutter auf einer Auffangstation für verletzte Tiere. Auch auf dem Hof wimmelt es von Tieren. Katzen, Hunde, Mäuse, Ratten, eine verletzte Eule und ein Schwan bevölkern und verwüsten das Haus. Das Leben ist für die beiden Mädchen ein ständiger Kampf. Häufig fehlt Kohle für die Öfen und da die Mutter kein geregeltes Einkommen hat, ist auch das Essen spärlich. Der Vater hat sich schon vor Jahren von der Familie getrennt. Die Ich-Erzählerin Madeleine liegt oft mit einer Wärmeflasche im Bett und erinnert sich an den Beginn des Abenteuers Landleben. Nach der Wende haben die Eltern sich den Traum vom Leben in unverfälschter Natur verwirklicht. Von Lübeck sind sie auf den verlassenen Hof gezogen. Noch heute träumt Madeleine von regelmäßigen Mahlzeiten. Von Mäusen angeknabberte Holzbalken erschüttern die Grundfesten des Hofes, in dem sich die Natur Bahn bricht. – Herbig räumt in ihrem neuen Roman nicht nur mit der vermeintlichen Idylle des Landlebens auf, sondern schildert auch die fehlgeleitete Tierliebe einer Mutter, der das Wohlergehen ihrer Schützlinge wichtiger ist als ihre eigenen Kinder. Lesenswert!
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Artikelbeschreibung

Große Literatur über den Rollentausch zwischen Eltern und Kindern und die Frage, was ein gutes Leben ausmacht

Eine der aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist zurück: Tiere, vor denen man Angst haben muss erzählt vom Aufwachsen zweier Schwestern auf einem mecklenburgischen Hof in den Neunzigerjahren, wo sich die Grenzen zwischen den Generationen und zwischen Natur und Zivilisation immer mehr auflösen.

Der Herbst setzt ein, und Madeleine friert. In ihrem Zimmer steht ein qualmender Ofen, doch meist muss sie sich mit einer Wärmflasche begnügen. Madeleine lebt mit ihrer Schwester Ronja und ihrer Mutter auf einem maroden Hof im Norden Mecklenburgs. Als die Familie kurz nach der Wende von Lübeck hierherzog, erfüllte sich die Mutter ihren Traum vom antikapitalistischen Leben auf dem Land. Erst ging der Vater, dann die Brüder, nun bevölkern zahlreiche Tiere das Haus, denen die Mutter all ihre Zuwendung schenkt. Während Madeleine ihre Träume im Quelle-Katalog ankreuzt und auf das wartet, was andere die beste Zeit des Lebens nennen, bleibt den Mädchen immer weniger Raum zum Leben. Wie soll Madeleine das Haus und die Familie zusammenhalten, wenn ihre Mutter ständig weg ist und Tiere und Pflanzen
durch alle Ritzen dringen? Und wie soll sie so den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft finden?


»Eine berührende Heldin, der man gebannt folgt auf ihrer Suche nach Geborgenheit.« Kristine Bilkau

»Eindringlich, berührend und mit einem zwingenden, unvergesslichen Ende.« Frank Menden, Buchhandlung stories!, Hamburg

Produktsicherheit

Hersteller: Arche Literatur
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Kontakt: info@buecherwege.de

Personeninformation

Alina Herbing, geboren 1984 in Lübeck, wuchs in Mecklenburg auf und lebt heute in Berlin. Sie studierte in Greifswald, Berlin und Hildesheim. 2017 erschien im Arche Literatur Verlag ihr vielbeachtetes Romandebüt Niemand ist bei den Kälbern, das unter anderem mit dem 'Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg' ausgezeichnet wurde. Der Roman kam 2022 verfilmt von Sabrina Sarabi in die Kinos. Alina Herbing unterrichtet Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Pressestimmen

»Dieser Roman erzählt von bitterer Kindernot: Der Traum einer Mutter vom Aussteigen wird zum Alb für die Familie: Auf einem maroden Hof kümmert sie sich um Streuner aller Art - und vernachlässigt ihre Kinder.« Angela Wittmann, BRIGITTE Angela Wittmann Brigitte 20240214
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