Henriette lächelt

Roman
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Buchprofile - Rezension
Henriettes Selbstwertgefühl leidet sehr unter ihrem starken Übergewicht.
Mit knapp 200 Kilogramm Körpergewicht ist jeder alltägliche Handgriff im Haushalt eine Herausforderung für die alleinlebende Henriette. Seit der Pandemie verlässt sie ihre Wohnung in Wien kaum noch, arbeitet ausschließlich im Home-Office und bestellt Lebensmittel per Lieferdienst. Zwischenmenschliche Kontakte pflegt sie keine mehr, sondern hat nur die Stimme ihrer Mutter als Gesellschaft, die ihre Enttäuschung über Henriettes Körpergewicht und ihre Unfähigkeit, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern, beständig zum Ausdruck bringt. Dann jedoch setzt ihr Arbeitgeber regelmäßige Videokonferenzen mit ihrem Kollegen Martin an, Henriettes heimlichem Schwarm. Außerdem fasst sich Henriette ein Herz und bietet ihrer Nachbarin einen Nebenjob als Haushaltshilfe an. - Ein beeindruckendes Buch, das tief in Henriettes Welt einlädt und sowohl die physischen Herausforderungen eines gewissen Körpergewichts als auch allzu verbreitete Gefühle wie Scham und Selbsthass schonungslos darlegt. Mit Henriettes zögerlichem, schrittweisen Weg aus der Selbstisolation offenbaren sich auch der Leserschaft immer weitere Einblicke in ihre Geschichte. Ein wichtiges Thema, sehr zu empfehlen.
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Die Nahansicht einer Beziehung, die schon seit 58 Jahren besteht. Nun sind die Partner 83 und 96 Jahre alt, der männliche Part ist pflegebedürftig und dement. Die Schriftstellerin und Psychologin Helga Schubert schreibt in „Der heutige Tag“ über ihr Leben als Partnerin und Pflegerin, über die Freuden und Nöte, die Ängste und Überforderungen. Eine Situation wie viele pflegende Angehörige sie erleben.

"Jede Sekunde mit dir ist ein Diamant", sagt der Ehemann ihr morgens, als sie an sein Pflegebett kommt. Sich so geliebt und gebraucht zu fühlen ist wunderbar, auch wenn die Schwere einer Pflege sich dadurch nicht auflöst, da ist viel Kraft, die aus der Liebe kommt. Helga Schubert thematisiert auch die Verzweiflung, die sie manchmal packt, vor allem wenn der Schlafmangel dünnhäutig macht. Über die Pflegekräfte und Hilfen, die sie, schwierig genug, gefunden hat berichtet sie viel Positives. Sie erlebt Hingabe und Stärkung auch für sich. Auch den Gedanken an den eigenen Tod spielt Helga Schubert durch und wie sich ihre eigene Bindung ans Leben verändert hat im Alter.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Mit ihren 190 Kilo bleibt Henriette am liebsten zu Hause, während das Leben vor ihrem Fenster stattfindet. Ihre Mutter, die in der Wohnung über ihr lebt, möchte das Leben ihrer fünfzigjährigen Tochter kontrollieren, sie lässt sie nicht in Ruhe, kommentiert jede Essensbestellung, jede Kleiderwahl, die Henriette trifft. Aber zum Glück ist da Martin: Ihr Arbeitskollege, den sie nur vom Zoom-Bildschirm kennt und der so schöne Augen hat. Sie verliebt sich in ihn, auch wenn sie sich das selbst nicht zugesteht. Als sie eines Tages ihre junge Nachbarin kennenlernt, beginnt Henriette sich und ihre Welt zu öffnen. Gelingt es ihr, sich von ihrer Mutter zu lösen und einen Schritt in die Zukunft zu wagen?

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