Geraubte Harmonien

Wie die Klaviere jüdischer Familien nach Paris zurückkehrten
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Artikelbeschreibung

Anfang April 1945 bietet sich in den Gewächshäusern des Pariser Jardin d'Acclimatation ein ungewöhnlicher Anblick. Fast zweitausend Klaviere stehen hier dicht an dicht: viele kleine, gewöhnliche, von Wasserflecken und Kratzern gezeichnete, aber auch einige glänzende Konzertflügel. Allesamt Klaviere, die während der Besatzungszeit aus den Wohnungen jüdischer Familien in Frankreich geraubt, nach Deutschland transportiert und an NS-Größen oder an die Wehrmacht ausgegeben wurden. Jetzt, kurz vor Kriegsende, haben die Alliierten sie in ein provisorisches Depot verbracht, von wo aus manche den Weg zu ihren Besitzer:innen zurückfinden werden - sofern diese Verfolgung und Vernichtungslager überlebt haben.

Caroline Piketty verfolgt die Spuren der Instrumente bis zu den glücklichen Zeiten zurück, in denen sie gespielt wurden, erzählt von ihrer Plünderung und Rückgabe, von ihrer Bedeutung für die Opfer und Überlebenden: Berühmtheiten wie Léon Blum, Mireille Berl oder Aron Lustiger und andere, die hier erstmals eine Stimme erhalten. Für manche kehrt mit den Klavieren ein Funken Hoffnung zurück, andere erinnern sie auf schmerzliche Weise an unwiederbringliche Verluste.

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Kontakt: info@schoeffling.de

Personeninformation

Caroline Piketty, geboren 1958 in Paris, ist Ehrenkonservatorin der französischen Staatsarchive und war u. a. für die Mattéoli-Kommission tätig, die die Enteignung der Juden in Frankreich während der deutschen Besatzung erforschte. Über ihre Begegnungen aus dieser Zeit schrieb sie das Buch Ich suche die Spuren meiner Mutter. Seit 2019 ordnet und inventarisiert Piketty die dem Mémorial de la Shoah übergebenen Familiendokumente.  SINA DE MALAFOSSE, geboren 1984, studierte in Mainz und Dijon Romanistik und Komparatistik. Nach verschiedenen Stationen im Verlagswesen übersetzt sie seit 2015 aus dem Französischen, u. a. Adeline Dieudonné, Pauline Delabroy-Allard und Violette Leduc. 2021 erhielt sie den Internationalen Literaturpreis des HKW für ihre Übersetzung des Romans Die jüngste Tochter von Fatima Daas. Sina de Malafosse lebt in Toulouse.

Pressestimmen

»Ein bemerkenswert gut recherchiertes Buch über eine wenig bekannte Episode in der Geschichte dieses Instruments.« L'Echo

»In ihrem Buch arbeitet Piketty die vielen Einzelschicksale sorgfältig auf. Sie ergeben ein Gesamtbild, das aufrüttelt. [...] Musik kann keine Wunden heilen, aber Schmerzen lindern. Caroline Piketty vermittelt dieses Leid eindrücklich.« Luis Jachmann / SWR Kultur

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