
Artikelbeschreibung
Subjektives Wohlbefinden ist zu einer zentralen gesellschaftlichen und politischen Zielgröße geworden. Dennoch bleibt vielfach unklar, wie individuelle Ressourcen und gesellschaftliche Strukturen gemeinsam das Wohlbefinden prägen. Die vorliegende Arbeit entwickelt auf Grundlage von Pierre Bourdieus Habitus-Theorie ein integratives Erklärungsmodell, das strukturelle Ungleichheitsdimensionen und individuelle Einflussfaktoren systematisch zusammenführt. Anhand einer ländervergleichenden Analyse für Deutschland und Dänemark auf Basis des European Social Survey werden theoretische Annahmen mithilfe moderner Verfahren der Strukturgleichungsmodellierung empirisch überprüft. Dabei werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede der Determinanten des affektiven Wohlbefindens herausgearbeitet und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse durch Messinvarianzanalysen abgesichert. Die Studie leistet damit einen theoretischen, empirischen und methodischen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Wohlbefindensforschung und eröffnet neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Individuum, Gesellschaft und sozialer Ungleichheit.
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Personeninformation
Dorothea Müller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind subjektives Wohlbefinden, soziales Vertrauen und Sozialkapital sowie ziviles Engagement und Ehrenamt.