Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes

24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Fehlt kurzfristig am Lager
Buchprofile - Rezension
In Vertretung des Judentums und der Menschheit: eine Deutung des Buches Hiob.
Als die jüdische Philosophin Margarete Susman 1946 ihr Hiob-Buch schrieb, waren die entsetzlichen Wunden und die Leiden, die der Holocaust durch die Nationalsozialisten ihrem Volk geschlagen hatte, noch frisch. Dennoch versteht Susman dieses Leid nie nur als exklusiv jüdisch, sondern in Stellvertretung für das Leiden der ganzen Menschheit durch alle Zeiten hindurch. Und sie sieht es gleichsam exemplarisch vorgebildet im Schicksal des - wie er oft bezeichnet wird - "frommen Dulders" Hiob, der, ohne je eine persönliche Schuld auf sich geladen zu haben, durch unsägliche Schicksalsschläge zum Ausgestoßenen wird, so dass er Gott und seine Gerechtigkeit nicht mehr versteht. Aber gerade darin liegt auch für Susman Hiobs gegenüber allen Theodizee-Versuchen wahre Frömmigkeit: Er akzeptiert schließlich, dass Gott der ganz Andere ist, dessen Ewigkeit alles nur Zeitliche und jede nur weltanschauliche Konstruktion aufsprengt. Wie in Hiobs Leben zeigt sich auch im Schicksal der Juden: Gott ist nicht zu begreifen, aber gerade in seiner Unbegreifbarkeit ist er da. Diese eminent theologische Sichtweise der jüdischen Geschichte war und ist bis heute umstritten, weil man darin eine Nivellierung des Holocaust zu erkennen glaubt; dabei hat sie das Potential, weitaus stabilere Brücken zwischen dem Judentum und dem Christentum, ja zur Menschheit als ganzer zu schlagen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

1945 schrieb in Zürich die Philosophin Margarete Susman Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes. Es ist der Versuch angesichts der Shoah, »in diesem Augenblick einer Weltkatastrophe«, die Geschichte des jüdischen Volkes aus dem Buch Hiob zu erklären, seinem Hadern mit Gott, seinem Fragen nach Gerechtigkeit. In einzelnen Abschnitten über den Ursprung, die Schuld, die Verfolgung, den Zionismus, die Hoffnung deutet sie das Buch Hiob neu. Die überlieferte biblische Geschichte erweist sich als unvermindert gegenwärtig. Susmans Hiobdeutung, die sie zuerst 1929 in einem Aufsatz über Franz Kafka vorbrachte, hat Martin Buber, Walter Benjamin, Gershom Scholem und Paul Celan beeinflusst. Die ganze große nachbiblische Überlieferung kreist für Margarete Susman um die eine Frage nach der Rechtfertigung Gottes vor seinem Volk. In einem Nachwort stellt die Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck die Aktualität der Gedankenwelt von Margarete Susman dar, deren Geburtstag sich 2022 zum 150. Mal jährt.

Produktsicherheit

Hersteller: Suhrkamp Verlag GmbH
Anschrift: Torstr. 44
DE-10119 Berlin
Kontakt: info@suhrkamp.de

Personeninformation

Susman, MargareteMargarete Susman, 1872 in Hamburg geboren, 1966 in Zürich gestorben, gilt als eine der bedeutenden Philosophinnen des vergangenen Jahrhunderts. 1992 erschien im Jüdischen Verlag unter dem Titel Das Nah- und Fernsein des Fremden eine Sammlung von Essays und Briefen, herausgegeben von Ingeborg Nordmann, und 1996 ihr Buch Frauen der Romantik als insel taschenbuch 1829.

Pressestimmen

»Die zentrale Frage von Susmans Hiob ... ist und bleibt unlösbar. Seinen historischen Rang hat das Buch als ein früher, vollkommen ungeschützter Versuch, sich der Jahrhundertkatastrophe zu stellen, ohne einzuwilligen in den Verlust des eigenen Glaubens ... dieser Versuch ist einzigartig.« Wolfgang Matz Frankfurter Allgemeine Zeitung 20220503
Mehr von Susman, Margarete

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.