Das Schachbrett

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Buchprofile - Rezension
Das autobiografische Buch über ein Schreibprojekt während des Lockdowns thematisiert den Übersetzungsprozess von Stefan Zweigs "Schachnovelle" und den eigenen Werdegang zum Schriftsteller.
Der Schriftsteller Jean-Philippe Toussaint nutzt seine durch die Covid-19-Krise erzwungene Untätigkeit zu einem neuen Schreibprojekt: Er will Stefan Zweigs „Schachnovelle“ ins Französische übersetzen, denn er sieht in der Isolationshaft des Protagonisten eine Parallele zu seiner Situation im Lockdown. Außerdem formuliert er als zweites Projekt eine Art Logbuch über das Übersetzen und ein Nachdenken über das Schreiben selbst. Er erzählt, wie er sich im Portugalurlaub mehreren Partien Schach mit seinem Vater stellt, die dieser immer gewinnt. Erst ein Coup mit einer Rochade, die er in einer Schachzeitschrift kennengelernt hat, bringt den Vater in Bedrängnis und beendet ihre gemeinsamen Spiele. Im Herbst beginnt der junge Mann, das Schachspiel in der Bibliothek des Pariser Centre Pompidou zu studieren, und lernt dort weitere Schachbegeisterte kennen. Gleichzeitig beginnt seine Laufbahn als Schriftsteller, und sein Schreibprojekt wird zur Geschichte einer Berufung. – Toussaint ist ein sensibler Wort-Jongleur. In der kurzen Passage über die erste Begegnung mit seiner zukünftigen Frau Madeleine bezaubert er mit einem ironisch gebrochenen erzählerischen Schweben. Schachliebhaber:innen werden sein Buch mit besonderem Gewinn lesen.
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Artikelbeschreibung

Wie schon in seinem ersten Roman, Das Badezimmer, wo der Held das Badezimmer nicht mehr verlässt, spielen im Werk des großartigen Schriftstellers Jean-Philippe Toussaint geschlossene Orte eine große Rolle. Orte, an denen man ungestört über die Welt und deren gebrechliches Gefüge nachdenken kann. Als im Frühjahr 2020 von einem Tag auf den anderen sämtliche Pläne Toussaints über den Haufen geworfen werden, beginnt er, Stefan Zweigs Schachnovelle zu übersetzen, seine erste Übersetzung. Und so beschreibt er auf humorvolle Weise die Fallstricke dieser Übersetzung. Tag für Tag übersetzend entsteht dabei, fast ungewollt, ein Buch. Und was der Autor in dem Moment noch nicht ahnt: Das Buch, das er im Begriff ist zu schreiben, nimmt unter seiner Hand einen autobiographischen Charakter an. Zum ersten Mal spricht Toussaint von sich in der ersten Person: Eine spannende Autofiktion entsteht. Wir treten mit Toussaint in sein Schreibzimmer, blicken ihm über die Schulter, wenn er schreibend zurück in seine früheste Kindheit geht, vom Leben ¿ und vom Tod ¿ erzählt. Wir erfahren, wie sich seine Berufung zum Schriftsteller offenbarte. Eine Reise in 64 Kapiteln beginnt, die den 64 Feldern eines Schachbretts entsprechen. Denn um das Schachspiel dreht sich alles in diesem Buch, Schach ist Dreh- und Angelpunkt seiner ausschweifenden Erinnerungen. Entstanden ist ein »wunderbares und extrem intelligentes Buch mit einer sehr hohen Auffassung von dem, was Literatur sein muss« (Transfuge). »Intelligent und weit davon entfernt, langweilig zu sein.« (Culture de France) Und Frédéric Beigbeder äußerte begeistert: »Ich musste oft an Modiano denken, als ich es las.«

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