Der Fall Miriam Behrmann

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Buchprofile - Rezension
Philosophieprofessorin Miriam Behrmann wird mit Missbrauchsvorwürfen durch ihre Doktorandin Selina Aksoy konfrontiert.
Philosophieprofessorin Miriam Behrmann fällt aus allen Wolken, als sie mit Missbrauchsvorwürfen von ihrer Doktorandin Selina Aksoy konfrontiert wird. Vor fünf Jahren war die ambitionierte Miriam mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Tom aus Princeton nach Wien geholt und zur Institutsleiterin für experimentelle Philosophie berufen worden. Miriam soll nun unter Zeitdruck zu den Berichten über psychologischen Missbrauch Stellung nehmen und wankt unter Schweißausbrüchen in die Universitätskapelle, um sich zu sammeln. In Rückblenden rekapituliert sie, was Selina ihr vorwerfen könnte. Sie ist jetzt seit vier Jahren ihre Doktormutter. Selina wollte etwas über „Gerechtigkeit“ machen, hat aber nichts Genaues dazu gesagt. Miriam meinte, Selina komme nicht voran, wenn sie zwischendurch zu Demonstrationen nach Istanbul fahre. Doch Selinas Ansatz spitzt sich zu, als sie Miriam vorwirft, sie habe kein Verständnis für die Schwierigkeiten von Menschen aus benachteiligten Familien ohne akademische Erfahrung. – Autorin Lydia Lewitsch ist mit ihrem Debütroman am Zahn der Zeit mit ihren immer emotionaler geführten identitätspolitischen Debatten, gerade an Universitäten. Sie erzählt aus der Perspektive von Miriam, lässt dabei aber offen, wer im Recht oder im Unrecht ist.
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Artikelbeschreibung

Miriam Behrmann, anerkannte Professorin und Leiterin eines Instituts an der Universität Wien, wird angeklagt wegen eines angeblichen psychischen Missbrauchs gegenüber ihrer Doktorandin - sogar die Medien berichten darüber. Denn der Fall hat Wellen geschlagen, seit ihrer Gründung hat die Universität Wien noch nie einen Professor oder eine Professorin entlassen. In atemlosen Gedankenketten rekapituliert Miriam Behrmann, wie dieser Vorwurf bei Selina Aksoy, ihrer jungen, türkischstämmigen Doktorandin hat entstehen können. Temporeich und in aller Gedankenschärfe entfaltet sich der Roman, wenn es um Universitätspolitik und um Miriams Universitätslaufbahn geht, atmosphärisch dicht und von einer wehmütigen Schönheit, wenn sich Erinnerungen an Himbeerfelder und endlose Sommer ihrer Kindheit in Polen auftun, verwoben mit der allumfassenden Liebe und Wärme der Mutter, genussvoll und geistreich wird es, wenn Miriam Gespräche mit ihrem Mann Tom bei Rotwein und selbstgekochter Pasta führt.Der Fall Miriam Behrmann ist mehr als ein intelligent und spannend geschriebenes Universitätsdrama, es ist ein hochaktueller, moderner, temporeicher Text, der kollidierende Selbstverständnisse der Generationen vorführt und dabei existenzielle Fragen berührt. Der Konflikt zwischen Miriam Behrmann und Selina Aksoy beschreibt einen Clash of Cultures, einen aktuellen Generationenkonflikt, bei dem über den gesamten Verlauf des Romans hinweg in der Schwebe gehalten wird, wer im Recht und wer im Unrecht ist: die junge, charismatische, auf politische Aktivitäten und Privatleben bedachte Selina Aksoy oder die ambitionierte Professorin mit ihrem eigenen unerbittlichen Arbeitsethos.

Produktsicherheit

Hersteller: Frankfurter Verlagsanstalt GmbH
Anschrift: Arndtstraße 11
DE-60325 Frankfurt am Main
Kontakt: literatur@fva.de

Personeninformation

Lydia Lewitsch wurde in Polen geboren. Unter dem zunehmenden Druck des kommunistischen Systems migrierten ihre Eltern mit ihr 1979 in die damalige Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Philosophie. Unter anderem Namen schreibt sie Essays zu literarischen und gesellschaftspolitischen Themen sowie wissenschaftliche Aufsätze für verschiedene nationale und internationale Zeitschriften. Der Fall Miriam Behrmann ist ihr erster Roman.

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