
Artikelbeschreibung
Ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte in einem herausragenden Briefwechsel
Der faszinierende Briefwechsel der Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger ist eine literarische Entdeckung. Beide korrespondierten seit dem Ersten Weltkrieg über sechzig Jahre hinweg miteinander: zu eigenen und fremden Werken, zu Zeitgenossen, zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit dieser Publikation liegt einer der großen Briefwechsel der Literaturgeschichte erstmals vor und bietet ein unvergleichliches Zeugnis deutscher Geistesgeschichte.
Die enge Verbindung der Brüder Jünger bildet das Zentrum dieses biographisch, werkgeschichtlich und politisch bedeutsamen Briefwechsels. Besonders intensiv und spannend war die Korrespondenz im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Überliefert sind rund 1100 Briefe aus der Zeit zwischen 1915 und 1977, aus denen die Herausgeber Detlev Schöttker und Christoph Hesse ca. 350 Briefe ausgewählt und kommentiert haben. Das Ergebnis ist eine Publikation von bedeutendem literarischem Rang und hohem Erkenntnisgewinn.
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Personeninformation
Ernst Jünger, am 29. März 1895 in Heidelberg geboren. 1901-1912 Schüler in Hannover, Schwarzenberg, Braunschweig u. a. 1913 Flucht in die Fremdenlegion, nach sechs Wochen auf Intervention des Vaters entlassen 1914-1918 Kriegsfreiwilliger 1918 Verleihung des Ordens »Pour le Mérite«. 1919-1923 Dienst in der Reichswehr. Veröffentlichung seines Erstlings »In Stahlgewittern«. Studium in Leipzig, 1927 Übersiedlung nach Berlin. Mitarbeit an politischen und literarischen Zeitschriften. 1936-1938 Reisen nach Brasilien und Marokko. »Afrikanische Spiele« und »Das Abenteuerliche Herz«. Übersiedlung nach Überlingen. 1939-1941 im Stab des Militärbefehlshabers Frankreich. 1944 Rückkehr Jüngers aus Paris nach Kirchhorst. 1946-1947 »Der Friede«. 1950 Übersiedlung nach Wilflingen. 1965 Abschluß der zehnbändigen »Werke«. 1966-1981 Reisen. Schiller-Gedächtnispreis. 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main.1988 Mit Bundeskanzler Kohl bei den Feierlichkeiten des 25. Jahrestags des Deutsch-Französischen Vertrags. 1993 Mitterrand und Kohl in Wilflingen. 1998 Ernst Jünger stirbt in Riedlingen.
Friedrich Georg Jünger wurde 1898 in Hannover als Bruder von Ernst Jünger geboren. Er war zunächst Anwalt, danach seit 1926 freier Schriftsteller in Berlin, später in Überlingen. In den dreißiger Jahren war Jünger dem Kreis um Ernst Niekisch verbunden. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift »Scheidewege«.
1950 erhielt er den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1952 den Immermann-Literaturpreis, 1957 den Wilhelm-Raabe-Preis und 1960 den Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur.
Friedrich Georg Jünger starb 1977 in Überlingen.
Detlev Schöttker, geboren 1954, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der TU Dresden. 2011 war er Gastprofessor in Rio de Janeiro. 2010 veröffentlichte er als Begleitbuch zur Marbacher Ausstellung den Band »Im Haus der Briefe. Autoren schreiben Ernst Jünger 1945-1991«.