Lilianas unvergänglicher Sommer

»Ein aufwühlendes Buch ... und eine Aufforderung an uns alle, genauer hinzusehen.« Tobias Wenzel, NDR Kultur
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Buchprofile - Rezension
Die mexikanische Autorin begibt sich fast dreißig Jahre nach der Ermordung ihrer Schwester Liliana durch deren Ex-Freund auf Spurensuche.
Die mexikanische Autorin Cristina Rivera Garza macht sich in ihrem Memoire auf die Suche nach Gerechtigkeit für ihre Schwester Liliana, deren Tod eine allgegenwärtige schmerzhafte Erinnerung für sie und die Familie bedeutet. Sie war mit zwanzig Jahren von ihrem Ex-Freund Angel Gonzales Ramos erstickt worden, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Der Mann ist nie verurteilt worden, weil er sich ins Ausland abgesetzt hat. Nach fast dreißig Jahren begibt sich die Autorin auf die Spurensuche, doch bei der Staatsanwaltschaft ist die Akte nicht auffindbar. So macht sie sich daran, ein persönliches Archiv aufzubauen aus Interviews von Freunden und Freundinnen und aus Lilianas in Kartons verstauten Schriftwerken, den unzähligen Zetteln, Tagebuchnotizen und Briefentwürfen. – Cristina Rivera Garza ist Soziologin, und so verbindet sie die persönliche Ebene mit Reflexionen über sexuelle Gewalt und die Ermordung von Frauen in Mexiko und der Welt. Seit 2012 ist Femizid in Mexiko zwar als Straftatbestand anerkannt, doch verlaufen viele Fälle im Sande. Diese strukturellen Defizite benennt die Autorin, doch bleibt es ein sehr persönliches Buch. Keine leichte Lektüre, doch die Mehrstimmigkeit fordert zum Weiterlesen auf. – Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Werk kann empfohlen werden.
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Artikelbeschreibung

»Cristina Rivera Garza hat etwas fast Magisches geschrieben: den Versuch, das Leben von Liliana wiederzuerlangen. Dieses Buch ist eine Offenbarung.« Mariana Enriquez

»Lilianas unvergänglicher Sommer« ist das intime und zugleich vielschichtige Porträt einer Schwester. Es ist die aufwühlende Suche nach den Spuren einer jungen Frau. Es ist der unbedingte Wunsch, nach dem und über das Grauen zu schreiben und die eigene Trauer zuzulassen. Es ist ein funkelndes literarisches Werk von weltweiter Strahlkraft.
Liliana kann besser schwimmen als ihre ältere Schwester, ist größer und aufgeschlossener. Sie hat einen festen Freund, sie studiert, schlägt sich die Nächte mit ihren Freundinnen um die Ohren. Sie trennt sich von ihrem Freund, lernt, geht ins Kino. Und dann: wird Liliana Rivera Garza ermordet. Der Täter ist ihr Ex-Partner, seither nicht verurteilt. 29 Jahre später kehrt die preisgekrönte Autorin Cristina Rivera Garza aus den USA nach Mexiko zurück, um sich dem Andenken an ihre Schwester Liliana zu widmen. Doch der Erinnerung an Liliana, an die Unbeschwertheit ihrer Jugend, an ihr Leben und ihr Sterben steht die Bürokratie der Justiz entgegen - und die Sprache. Die Sprache, um die Cristina Rivera Garza ringt, ist eine, die es nicht gibt, die es nicht geben kann, die es geben muss. Es ist eine Sprache, in der ein zu früh verlorenes Leben verstanden werden kann. Und die den Lebensfunken einer jungen, ausgelöschten Frau neu entfacht.

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Personeninformation

Cristina Rivera Garza wurde in Matamoros, Mexiko, geboren. Ihr Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, Gedichtbände und literarische Sachbücher. Sie wurde unter anderem mit dem MacArthur-Award, dem Anna-Seghers-Preis und zuletzt mit dem Pulitzer-Preis 2024 für »Lilianas unvergänglicher Sommer« ausgezeichnet. 2025 ist Rivera Garza Curator in Residence des 25. internationalen literaturfestival berlin.

Johanna Schwering wurde 1981 in Hamburg geboren und hat Lateinamerikanistik und Komparatistik an der FU Berlin studiert. Sie arbeitet als freie Lektorin und Übersetzerin aus dem Spanischen in der Belletristik. Für ihre Übersetzung von Aurora Venturinis Roman »Die Cousinen« wurde sie 2023 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Ein literarischer Aufschrei, der hoffentlich nicht ungehört bleibt« Nürnberger Zeitung, 07. August 2025 Nürnberger Zeitung 20250807
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