Der Westen

Eine Erfindung der globalen Welt. 4000 Jahre Geschichte
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Buchprofile - Rezension
Die Entstehung der westlichen Kultur in der Antike durch vielfältige Austauschprozesse.
Die britische Althistorikerin Josephine Quinn legt ein ambitioniertes Werk vor, das zugleich mit seiner Kernthese provoziert: Viele unserer Vorstellungen vom Westen als linear gewachsener Wert- und Vorstellungswelt seien Zuschreibungen des 19. Jh. Gemacht, nicht gewachsen. Daraus speist sich ihr zentraler Kritikpunkt am "civilisational thinking", der Annahme, Kulturen oder Zivilisationen könnten aus sich heraus betrachtet und in eine Hierarchie eingeordnet werden. Quinn beginnt bei den frühesten Zivilisationen – Mesopotamien, Ägypten, der Levante –, zeigt, wie Technik, Schrift, Ideen und Religionen über Handelswege, Migration und Eroberungen ausgetauscht und transformiert wurden. Ihr Resultat: Der Westen sei keine Kultur basierend auf Rom und Griechenland, sondern das Ergebnis vielfältiger Austauschprozesse mit Dritten. Quinn verbindet eine streng wissenschaftliche Arbeit mit einer erstaunlich lebendigen Erzählweise. Das Ganze ist dicht gewoben, mit einer Fülle an Quellen (archäologisch, literarisch, genetisch) und Illustrationen; Mikro-Beispiele (z.B. Kunstgegenstände oder Alltagsobjekte) werden mit dem weltgeschichtlichen Kontext ihrer Entstehungszeit verknüpft. Allerdings kann die Detailfülle den engagierten Leser auch leicht überfordern und die Autorin verliert sich gelegentlich in Nebenschauplätzen. Ein abschnittsweises Lesen ist empfohlen, was Aufbau und Gliederung auch unterstützen. Historisch Interessierte finden reichhaltige neue Einsichten. Auch wer dem Leitthema der Autorin nicht folgen mag – stehen neue Erkenntnisse und Fertigkeiten nicht immer als Zwerge auf den Schultern von Riesen? – Das Buch enthält einen Reichtum an althistorischem Wissen, der seinesgleichen sucht und Josephine Quinn erzählt die Geschichte(n) drumherum mit Verve. Großartig! Aufgrund der Themenfülle eher für große Bestände geeignet.
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Artikelbeschreibung

'Hervorragend, erfrischend und voller Freuden, dies ist Weltgeschichte vom Feinsten.'  Simon Sebag MontefioreGriechenland und Rom gelten als die Begründer der westlichen Zivilisation. Doch die antike Welt war viel stärker miteinander verbunden, als wir es uns vorstellen - ein Ort ständigen Austauschs, Handels und Diebstahls, von Sex, Krieg und Versklavung. Auf einer Reise von der Levante des Jahres 2500 v. Chr. bis zum Beginn des Zeitalters der Entdeckungen erfahren wir, wo die Wurzeln des Westens zu finden sind. Mit tiefgründigen Einblicken und einer fesselnden Erzählweise bietet Josephine Quinn eine neue globale Perspektive auf unsere gemeinsame Vergangenheit.Unsere Sicht auf die Geschichte besagt, dass der Westen auf den Errungenschaften und Werten des antiken Griechenlands und Roms aufgebaut ist, die während des Mittelalters aus Europa verschwanden und dann in der Renaissance wiederentdeckt wurden. Aber was, wenn das nicht stimmt? Von der Bronzezeit bis zum Zeitalter der Entdeckungen enthüllt die Autorin eine neue Erzählung: eine, die die Jahrtausende globaler Begegnungen und Austauschs nachzeichnet, die das formten, was heute als der Westen bezeichnet wird, während sich Gesellschaften trafen, verstrickten und auseinanderwuchsen. Von der Schaffung des Alphabets durch levantinische Arbeiter in Ägypten bis zur Ankunft indischer Zahlen in Europa über die arabische Welt, zeigt Quinn, dass das Verständnis von Gesellschaften in Isolation falsch ist. Es sind Kontakte und Verbindungen, die den historischen Wandel vorantreiben. Menschen, nicht Völker machen die Geschichte. 'Quinn hat viel mehr getan, als das Rad neu zu erfinden. Was wir hier haben, ist ein wahrhaft enzyklopädisches und monumentales Werk über die antike Welt' - The Times 'Eines der faszinierendsten und wichtigsten Werke der Weltgeschichte seit vielen Jahren' - William Dalrymple 'Ein Werk von großer Zuversicht, Empathie, Gelehrsamkeit und Fantasie' - Rory Stewart  'Kühn, wunderschön geschrieben und voller Einsichten ... Außergewöhnlich.' Peter Frankopan'Hervorragend, erfrischend und voller Freuden, dies ist Weltgeschichte vom Feinsten.'  Simon Sebag-Montefiore 'Dies ist in jeder Hinsicht ein großes Buch.' TLS'Ein faszinierender Blick auf die Weltgeschichte aus der breitesten möglichen Perspektive.' - Kirkus Review

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Pressestimmen

»Quinns Qualitäten liegen darin, dass sie den neueren Trend zu Globalgeschichte einerseits mit dem lockeren britischen Schreibstil andererseits verbindet. Denn so sehr man vor 700 Seiten Respekt haben kann, so begeistert stellt man fest: Dieses Buch schmeckt kapitelweise, jedes Einzelne ist eine unterhaltsame Expedition.« Marc Reichwein, Die Welt am Sonntag, 07. September 2025 Marc Reichwein Welt am Sonntag 20250907
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