Römische Tage

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die Ewige Stadt soll es mal wieder richten ...
Simon Strauss legt mit "Römische Tage" seinen zweiten Roman nach "Sieben Nächte" (BP/mp 18/157) vor. Der Erzähler dieses schmalen Rom-Büchleins begibt sich in der Ewigen Stadt auf die Spuren vergangener Zeiten, Helden und Geschichten, auch um Ablenkung zu finden von dem Schmerz in seiner Brust. Er flaniert durch die Gassen und lässt sich treiben, schließt Bekanntschaften und wird heimisch während der zwei kurzen Sommermonate. Vielleicht verliebt er sich sogar, jedenfalls überschlägt er sich gedanklich und sprachlich derart, dass selbst die wenigen Seiten zu einem anstrengenden Marathon werden. Es fällt schwer, ihm noch zu folgen, und nicht einmal Rom rettet für mich diesen Roman, was ausdrücklich mein persönliches Empfinden ist. Schon der Debütroman war wortgewandt und ideenreich, aber auch mit etwas viel Pathos. Was "Römische Tage" betrifft, ist dies nun nochmal eine Steigerung. Der neue Roman wird also wohl v.a. denjenigen Leserinnen und Lesern gefallen, die auch "Sieben Nächte" gerne gelesen haben.
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Artikelbeschreibung

Ein Sommer in Rom

Ein junger Mann kommt in die ewige Stadt, um die Gegenwart abzuschütteln. Er sucht einen eigenen Weg, fühlt fremde Zeiten in sich leben. In Rom erinnert er sich. In Rom verliebt er sich. In Rom trauert er. Er trifft auf außergewöhnliche Menschen und findet seine Aufgabe: Alles wahrnehmen, nichts auslassen. Römische Tage führt zu den vielen Anfängen und Enden unserer Welt und fragt, was wir morgen daraus machen.

Der Erzähler zieht in eine Wohnung schräg gegenüber der Casa di Goethe und die Stadt wird ihm zur Geliebten. Ihre Geschichten spielen vor seinem Auge: Der Mord an Caesar am Largo Argentina ist ihm genauso lebendig wie das Gerangel der Sonnenbrillenverkäufer auf dem Corso. Er taucht ein in eine Welt voller Gegensätze: die Verlorenheit der jungen Italienerinnen und die schwindende Bedeutung der alten Intellektuellen.

Antike und moderne Ideale, leuchtende Paläste, ausgelassene Partys und vergehende Kunst. Einheimische, Migranten, Gläubige, Touristen, Bettler. Zwischendrin Müll, viel Müll. Und immer wieder das Stechen in seiner Brust, das die Ärzte nicht ernst nehmen wollen. Begeistert und melancholisch, leichtfüßig und ergreifend erzählt Simon Strauß, warum Gegenwart nicht ohne Vergangenheit auskommt.

Die Presse über Simon Strauss

»Die Stimme einer Generation«
Maria Wallner, Die Presse

»Strauß hat einen schönen
eigenen Tonfall, der das Zeitgenössische in sich trägt, ohne damit
protzen zu wollen, der aber dennoch auch den Sound der Väter kennt, der
aus großen Bildungstiefen kommt und sich dafür auch manchmal selbst
verachtet und dann zu großer Lakonie und schlichter Sinnlichkeit
findet.«
Florian Illies, Die Zeit

»Strauß ist eine der
größten feuilletonistischen Begabungen seiner Generation, und so
bildstark und imaginativ er hier schreibt, hat er ein genuin
literarisches Talent.«
Gregor Dotzauer, Tagesspiegel

»Die Kraft mit der Simon Strauß sprachliche Bilder zeigt, ist hin- und damit auch mitreißend!«
ZDF aspekte

»Simon
Strauß trifft die Realität einer gebildeten, privilegierten, jungen
Generation, durch die sich Schmerz und Zweifel ziehen, obwohl oder
gerade weil es ihr an nichts fehlt«.
Sara Maria Behbehani, Stuttgarter Zeitung

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Personeninformation

Simon Strauß, geboren 1988, studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Er ist Mitgründer der Gruppe »Arbeit an Europa«. 2017 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er lebt in Berlin und der Uckermark, ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zuletzt erschienen von ihm Sieben Nächte (2017), Römische Tage (2019) und Zu Zweit (2023).

Pressestimmen

»In "Römische Tage" gelingt es Strauss, das Rom der Antike und der Renaissance, in dem jeder Stein spricht, mit der Kapitale der Gegenwart zusammenzudenken, die vom Tourismus und von Straßenverkehr erstickt wird, im Müll und in der Korruption versinkt, in der die Ratten die Kanalisation erobert haben und in der man nicht alt oder krank sein möchte.« Wolfgang Papst, NZZ am Sonntag, 30.06.2019 Wolfgang Papst NZZ am Sonntag 20190630
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