Das Marterl

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Buchprofile - Rezension
Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart - ein besonderer Heimatroman.
Der Ich-Erzähler kehrt nach längerem England-Aufenthalt und Umzug nach Berlin in seine niederbayerische Heimat zurück, während seine Mutter sich zur Meditation in Indien befindet. Zehn Jahre nach dem Unfalltod seines Vaters sucht er Spuren seines und des Vaters Leben in der Vergangenheit. Johannes Laubmeier erzählt Episoden aus Kindheit und Jugend: Als Taucher verkleidet begibt sich der Junge zum Bahnhof; Wandern mit dem Vater am Königssee; Absturz aus dem Hochbett beim Peter-Pan-Spiel; traditionelle Bierprobe; Beisetzung von Prinzessin Diana als Fernsehereignis bei der Stadtoma; langjähriger Umbau des Hauses usw. Eingebettet sind diese kleinen Episoden in Gespräche mit Zeugen und Zeitgenossen, die Auskunft über den Motorradunfall des Vaters geben. Er versucht sich ein Bild des Vaters und der Ereignisse zu machen. Der Autor taucht tief in die Vergangenheit ein, begegnet seiner eignen Kindheit und Jugend, von der er in knappen Sätzen erzählt, was den Leser jedoch emotional stark berührt. Dazu streut er Gedichtausschnitte des amerikanischen Dichters Charles Olson ein. Ein überaus gelungener Debütroman. Ein Buch, bei dem man wünscht, dass es nie zu Ende geht. Nachdrücklich empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Die Erinnerung hat ihre eigenen Gesetze. Je länger etwas zurückliegt, desto stärker tritt es einem vor Augen. So geht es dem Erzähler mit seiner Kind­heit in der niederbayerischen Kleinstadt A., die abrupt endete, als sein Vater bei einem Unfall starb. Um neu beginnen zu können, muss er sich der Vergangenheit stellen, den Wundern und Schrecken, den Torheiten und der Verklärung. Das Marterl erzählt von den innersten Fragen unseres Daseins, einfühlsam, poetisch und mit feinem Humor. Nach Jahren der Abwesenheit fährt der Erzähler zurück in den Ort seiner Kindheit in Niederbayern. In der kleinen Stadt, die ihm erscheint, als wolle sie mit Folk­lore, Starkbierfesten und den Denkmälern bedeutsamer Männer die Zeit anhalten, versucht er, sich an seinen Vater zu erinnern. Und an den Verkehrsunfall, bei dem der Vater vor zehn Jahren starb. Doch ein Ort hat nie nur eine Gegenwart. Zwischen die Geschichte des Erzählers drängt sich das Leben eines Jungen. Die Angst vor einem Monster in einem Berg und ein fliegender Bär. Eine Liebe zur Blasmusik und die zu einer Frau. Kann die Erinnerung helfen, mit der Endlichkeit fertigzu­werden? Kann eine Heimkehr jemals gelingen oder muss sie vielleicht ein Mythos bleiben? So wie der Meeresforscher mit Taucherbrille und Regen­jacke an einem niederbayerischen Bahnhof.'Den Vater suchen, der doch längst nicht mehr lebt - eine Verrücktheit? Für Johannes Laubmeier eine notwendige Verwegenheit. Was im Leben nicht geht, gelingt ihm in der Literatur.' Wolfgang Büscher

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Pressestimmen

»Eindringlich, bewegend und doch mit einer überraschenden Leichtigkeit erzählt der Autor die Geschichte eines Lebens.« Nicola Bräunling, Süddeutsche Zeitung, 29. Juni 2022 Nicola Bräunling Süddeutsche Zeitung 20220629

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