Lissabon 1941

Stadt der Spione, Hafen der Hoffnung | Josephine Baker und die verjagten Windsors, Hannah Arendt und James Bond. Ein Warteraum zwischen Hölle und Himmel.
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Buchprofile - Rezension
Drehscheibe Lissabon während des Zweiten Weltkriegs.
Portugals Diktator Antonio Salazar bewegte sich während des Zweiten Weltkriegs – ähnlich wie Spanien – auf einem schmalen Grat der Neutralität. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht stellte der portugiesische Generalkonsul in Bordeaux – entgegen der Weisung seiner Regierung – zahllose Visa aus, die den Weg für die Verfolgten nach Portugal freimachten. So wurde Lissabon zu einem rettenden Hafen, von dem aus Emigranten es noch nach Übersee schaffen konnten. In Lissabon warteten Hannah Arendt, Otto von Habsburg, Lion Feuchtwanger und viele andere auf ihre Schiffspassage in die Freiheit. Gleichzeitig war die Stadt ein Tummelplatz für Agenten beider Seiten, der Alliierten und der Nazis, die sich bei gesellschaftlichen Anlässen und im Nachtleben trafen. Die portugiesische Geheimpolizei wachte über das gefährliche Treiben. Smoltczyk erzählt von diesen bewegten Zeiten in einer Art Tag-für-Tag-Protokoll ganz nah an den Quellen entlang. Wer Uwe Wittstocks „Marseille 1940“ (BP/mp 24/491) kennt, kann dieses Buch fast als Fortsetzung lesen, viele Protagonisten trifft man wieder. Ein schön gestalteter Vorsatz und Schwarzweiß-Abbildungen ergänzen das spannende Buch über einen fast vergessenen Aspekt der Zeitgeschichte. Empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Lissabon, Mixed Zone im Schatten des Krieges, Tummelplatz der Exilanten und Agenten

Im Frühsommer 1940 trieb die Wehrmacht Flüchtlinge durch Westeuropa. Wer es nicht per Schiff nach England schaffte, suchte Zuflucht in Lissabon: Tausende warteten im neutralen Portugal auf ein Schiff. Britische Spione und deutsche Agenten belauerten sich, Rohstoffeinkäufer suchten große Mengen an Sardinen für Hitlers Heer zu kaufen und wichtiger noch: das seltene und nicht zu ersetzende Wolfram für Granaten.

Alexander Smoltczyks packende Erzählung folgt den Schicksalen von Josephine Baker, Otto von Habsburg, Salvador Dali, Heinrich Mann, Hannah Arendt, Marc Chagall, Peggy Guggenheim, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Ian Fleming, Antoine de Saint-Exupéry, Jean Renoir, Arthur Koestler, Man Ray und vielen anderen.

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Personeninformation

Alexander Smoltczyk wurde 1958 in Berlin geboren und erlangte 1978 am Goldberg-Gymnasium in Sindelfingen das Abitur. Nach dem Zivildienst, mit der Aktion Sühnezeichen in Frankreich, studierte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes in Berlin und Montpellier Volkswirtschaft, Politologie und Agrarökonomie (Diplom, License ès Sc. Eco.). Smoltczyk hat unter anderem für die 'taz', die 'Wochenpost', für 'merian', 'GEO', und 'mare' geschrieben. Ab 1997 war er Reporter beim 'SPIEGEL'. Smoltczyk lebte als Korrespondent in Paris, Rom, Abu Dhabi und Lissabon. Heute arbeitet er als freie Autor für den 'SPIEGEL'.

Smoltczyk wurde mehrfach mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet, ferner mit dem Egon Erwin Kisch-Preis, dem Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus und dem Robert Geisendörfer Preis.

Pressestimmen

Eine spannende, erhellende und oft auch heitere Lektüre. Für den Preis eines Buches bekommt man drei: einen Stadtführer, ein spannendes historisches Sachbuch und einen mitreißenden Roman, alles in einem Band. Nils Minkmar Der siebte Tag (Newsletter) 20260927
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