Nami und das Meer

Um Japan ernsthaft zu entdecken braucht man vor allem eins: Humor!
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Buchprofile - Rezension
Mit wachem Blick durchstreift eine Künstlerin die ihr fremde und doch so vertraute Landschaft Japans.
Eine junge französische Zeichnerin reist nach Japan, um sich von der dortigen Landschaft inspirieren zu lassen. Schon bei ihrem ersten Spaziergang begegnet ihr ein Tanuki (mythisches Tier), der ihr einen Pinsel schenkt. Doch zum Malen kommt die junge Frau nicht. Stattdessen nehmen sie ein dichtender Maler und das geheimnisvolle Fräulein Nami so in Anspruch, dass sie sich auf das Sammeln von Eindrücken in ihrem Skizzenbuch beschränkt. Berge, Täler, das Meer, die Wälder - all diese Landschaftsformen erscheinen der Reisenden gleichermaßen vertraut und fremd. Der Umgang ihrer japanischen Bekanntschaften mit den Naturgewalten entspringt zum einen einem mythischen Verhältnis zur Natur, zum anderen einem ungebrochenen Vertrauen in die Technik. Die Faszination für diese Doppelbödigkeiten kommt in vielen Szenen dieser Graphic Novel zum Ausdruck. Die Reise der jungen Frau gibt schönen Anlass für breite Landschaftspanoramen und zarte Naturstudien, die sich deutlich von japanischer Kunst inspirieren ließen. Der kulturellen Fremdheit ist sich die Protagonistin stets bewusst. Vieles überspielt sie mit Humor, manches bleibt als unverständliche Kluft bestehen. Sie reagiert darauf mit einem Staunen und einer Leichtigkeit, die sich auf die Leser/-innen übertragen werden.
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Artikelbeschreibung

Waren Sie schon einmal in Japan?

Wenn ja, haben Sie das sicher auch erlebt: Egal, wie gut man sich vorbereitet hat, wird man unweigerlich in eine Fülle von Fettnäpfchen treten. Dass die Höflichkeit der Japaner*innen gebietet, darüber hinwegzusehen, macht es noch peinlicher. Da hilft nur eins: Sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Dann entdeckt man eine Welt, die noch viel fremder und faszinierender ist, als man sich vorstellen kann.

Kunst und Humor - eine unterschätzte Mischung
 
Die Französin Catherine Meurisse lebte und arbeitete 4 Monate als Artist in Residence in der Villa Kujoyama in Kyoto. Wer ihre Graphic Novels "Die Leichtigkeit" und "Weites Land" kennt, weiß, dass es niemandem so gut gelingt wie ihr Hochkultur und Komik so zu verbinden, dass es ganz einfach und selbstverständlich scheint.

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Personeninformation

Catherine Meurisse studierte Französisch und Literatur in Poitiers und anschließend Illustration - zunächst an der Estielle Schule in Paris und später an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs. Seit 2001 arbeitete sie für das Satiremagazin "Charlie Hebdo", wo sie von 2005 bis zum Attentat 2015 Teil der Redaktion war. Sie veröffentlichte Karikaturen und Zeichnungen in Le Nouvel Observateur, Libération und weiteren Zeitschriften und illustrierte Kinderbücher. Daneben veröffentlichte sie zahlreiche Comics für Kinder und Erwachsene. Im Januar 2020 wurde sie als allererste Comiczeichnerin in die Académie des Beaux-Arts Sektion Malerei gewählt, wo sie aktuell auch das einzige weibliche Mitglied ist.

Ulrich Pröfrock: 
1955 in Wuppertal geboren

1957 - 1965 in Kaufbeuren/Allgäu mit Besuch der Volksschule ab 1961

1965 - 1974 Paris/Frankreich, Besuch der deutschen Auslandsschule Paris, Abitur 1974

Seit 1974 Freiburg im Breisgau, Studium der Volkswirtschaftslehre, Abschluss mit Diplom 1980. Parallel zum Studium regelmäßige Arbeit für das Buchantiquariat Schiller, St. Peter/Schwarzwald

1980 - 1985 beschäftigt im Einzelhandel für Philatelie und Numismatik

1985 Gründung der Buchhandlung 'X für U' (heute X für U Buchhandlung GmbH) mit Spezialisierung auf Comic, Grafik, Illustration, Design.

Seit Anfang der Neunziger Jahre Übersetzungsarbeiten überwiegend im Bereich Comic/Graphic Novel für: avant-verlag, Bries, Brockhau, Carlsen Comics, Cross Cult, Edition 52, Maro, Nona Arte, Reporter, Reprodukt, X für U

Pressestimmen

"[...] mit viel Sinn für Situationskomik und ihrem typischen eleganten Strich." Barbara Buchholz Tagesspiegel 20221213
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