Das Versagen

Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik
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Buchprofile - Rezension
Präzise und gründlich recherchierte Darstellung der deutschen Russlandpolitik gegenüber Wladimir Putin, bei der viele politisch Verantwortliche über eine lange Zeit hinweg Warnungen ignorierten und kritische Stimmen ausblendeten.
Katja Gloger und Georg Mascolo gehören zu den führenden investigativen Journalisten in Deutschland. Mit ihrem Buch "Das Versagen" legen sie ein Glanzstück dieser akribischen journalistischen Arbeit vor. Auf der Basis vieler Gespräche mit Akteuren und durch Einsichtnahme in zahlreiche, teils noch nicht öffentlich zugängliche Akten und Quellen zeichnen sie mehr als 20 Jahre deutscher Außenpolitik gegenüber Russland nach, beginnend mit Wladimir Putins Amtsantritt 1999 und endend mit Russlands Überfall auf die Ukraine im März 2022. Obwohl es schon früh an einzelnen warnenden Stimmen, etwa aus Kreisen der Geheimdienste, hinsichtlich der imperialistischen Großmachtambitionen Putins nicht fehlte, war diese Politik geprägt von Beschwichtigung und Wegschauen, um wirtschaftliche Vorteile nicht zu gefährden. Nicht nur der bis heute uneinsichtige frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder spielte hier eine unsägliche Rolle, auch das damalige Handeln anderer politischer Akteure wird dargelegt, ohne dass diese aus heutiger Sicht besserwisserisch verurteilt werden. Putins oft gelobte Rede im Deutschen Bundestag 2001 wird als Täuschung demaskiert. Kaum zu glauben, dass man auch nach der Rede Putins auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2007 seitens der deutschen Rüstungsindustrie und des Verteidigungsministeriums bis zum Überfall auf die Krim 2014 an einer militärischen Zusammenarbeit mit Russland festhielt. Und mit dem Bau der Gaspipeline NordStream 2 brachte sich Deutschland in eine fatale Abhängigkeit von russischer Energie, die die Ampelkoalition nur mit einem Kraftakt beenden konnte. – Die zeitgeschichtliche Darstellung ist spannender zu lesen als mancher Krimi. Dieses Buch legt man erst wieder aus der Hand, nachdem man alle hier offen gelegten Fakten und Ereignisse zur Kenntnis genommen hat. – Unbedingt zur Anschaffung empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Mit Putins allumfassendem Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen drei Jahrzehnte deutscher Außenpolitik auf dem Prüfstand. Wie konnte es so weit kommen? In einer akribischen Recherche haben Katja Gloger und Georg Mascolo eine Fülle vertraulicher wie brisanter Regierungsdokumente eingesehen und mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen. Eine besondere Rolle spielten die Dossiers deutscher Geheimdienste, die früh vor Putins imperialen Gelüsten warnten. Spannend wie in einem Thriller rekonstruieren Gloger und Mascolo die Bruchpunkte einer Epoche: den NATO-Gipfel von Bukarest, die Abkommen von Minsk, den Fall Nawalny, den frühen hybriden Krieg Putins gegen Deutschland und den Bau von Nord Stream 2. Nicht einmal die alarmierendsten Erkenntnisse änderten den sehr pragmatischen Umgang der deutschen Politik mit Putin. Und zu oft versteckten sich hinter den propagierten politischen Zielen harte ökonomische Interessen. Das Buch trägt zu jener unverzichtbaren Aufklärung bei, die bis heute verweigert wird.


»Pflichtlektüre ... Unglaublich präzise, packend geschrieben.« Markus Lanz

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Personeninformation

Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin und Bestseller-Autorin Katja Gloger arbeitet seit über 30 Jahren vor allem zu Russland und internationaler Sicherheitspolitik. Die Osteuropahistorikerin berichtete viele Jahre für den Stern aus Moskau und Washington. Sie interviewte Michail Gorbatschow, Boris Jelzin und Wladimir Putin.

Georg Mascolo gehört seit langer Zeit zu den führenden investigativen Journalisten des Landes. Der Bestseller-Autor war Spiegel-Chefredakteur und leitete die Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Seine Reportage über den Fall der Berliner Mauer wurde von der Unesco ins Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Pressestimmen

»ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Rußlandpolitik seit Putins Machtantritt [...]. Ihm sind noch viele Leser zu wünschen.« Reinhard Veser Frankfurter Allgemeine Zeitung 20260317
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