Good Girl

Roman | Dieses Buch ist ein einziger Trip: rau, ehrlich und voll wahrhaftiger Schönheit
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Buchprofile - Rezension
Die Tochter afghanischer Geflüchteter gerät in Berlin auf der Suche nach ihrer eigenen Identität in einen Strudel aus Sex, Drogen und Gewalt.
Aus der Distanz von über einem Jahrzehnt beschreibt Nila, Kind ehemals wohlhabender afghanischer Geflüchteter der ersten Taliban-Herrschaft, die im Berlin der Wendezeit geboren und sozialisiert ist, ihre Kindheit und Jugend zwischen Plattenbauten am Rande Berlins, die verlorene Vergangenheit der Eltern, die Ansprüche der Familie an sie, dem traditionellen Rollenbild zu entsprechen – und ihre völlig entgegengesetzte Suche nach sich selbst, auf den hässlichen Seiten des Internets unterwegs und später mit exzessiven Ausflügen in die Techno- und Rave-Szene in den angesagten Clubs, in die man "als Mädchen überall reinkam, auch wenn man nicht immer wieder rauskam". Politische Bezüge stellen die eingefügten Berichte über ausländerfeindliche Anschläge dar, die sich über all die Jahre immer wieder ereignen. Ein teures Internat soll Nila eine gute Zukunft sichern, doch auch dort brechen die Jugendlichen aus, experimentieren mit Alkohol, Drogen und Sex. Mit 18 kehrt sie "von dem Drang zerfressen, mein Leben zu ruinieren" zurück zu einem gebrochenen Vater, die Mutter inzwischen an Krebs verstorben. Mit Schwarzarbeit in einem Jazz-Café und den Clubnächten im Drogenrausch verbringt Nila ein Jahr voller Selbsthass, Ekel und Verzweiflung, zumeist an der Seite von Marlowe Woods, einem abgehalfterten Bestsellerautor und Drogendealer, zwischen Abgründen der Selbsterkenntnis, Scham und Flucht vor der enttäuschten Familie. Vermeintlich gute Kontakte Marlowes in die Kunstszene erweisen sich als ebenso oberflächlich wie sein Autorentalent. Dennoch taumelt Nila mit ihm am Rande des Abgrunds, vergeudet? benötigt? dieses eine Jahr, bis sie den Absprung schafft an eine Kunsthochschule in London, in die Freiheit, ihre Zukunft. – Wie Nila taumelt der z.T. grandios geschriebene Roman zwischen (zu?) vielen Ebenen und zeichnet das Porträt einer jungen Künstlerin, die "in einen Strudel aus Sex, Drogen, Gewalt, zerrinnender Freundschaft, sich auflösender Familie und Trauer gerissen wird".
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Artikelbeschreibung

In alten Kellerhallen, in denen der Techno die noch von der Gewalt des letzten Jahrhunderts gezeichneten Wände zum Beben bringt, trifft die 19-jährige Nila auf Gleichgesinnte.  Man legt die Lines, während man den Sozialismus predigt, und für Nila ist dieser dunkle Massenkörper der Ausweg aus dem Berliner Plattenbau, in dem wie sie nur Geflüchtete leben, wo die Toiletten von Silberfischen befallen und die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert sind.  

Nur im Rausch entkommt sie der Erinnerung an die tote Mutter, einst große feministische Revolutionärin, heute nur noch ein letztes Aufblitzen in den Augen des lebensmüden Vaters. Für jeden, der sie fragt, ist ihre Familie griechisch, nicht afghanisch.  

Und dann lernt Nila den amerikanischen Schriftsteller Marlowe Woods kennen, der ihr, die immer schreiben wollte, eine Welt von Mäzenen und Festivals eröffnet. Marlowe teilt großzügig, doch schon bald folgen Gegenforderungen und Ansprüche, die die Grenzen des Erträglichen für Nila weit überschreiten.  

GOOD GIRL von Aria Aber ist ein ekstatisch wummerndes Loblied auf die verlorenen Intimitäten der Jugend. Ein virtuoser Debütroman und das erschütternde Porträt einer jungen Künstlerin, die in einen Strudel von Sex, Drogen, Gewalt, aufbrechender Freundschaft, sich verlierender Familie und Trauer gerissen wird. 

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Kontakt: produktsicherheit@ullstein.de

Personeninformation

Aria Aber ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und lebt derzeit in Los Angeles. Ihr erster Gedichtband Hard Damage (2019) gewann den Prairie Schooner Prize. Die ehemalige Stegner-Stipendiatin, Empfängerin des Whiting Award 2020 und derzeitige Doktorandin an der USC veröffentlichte ihre Gedichte unter anderem in The New Yorker, New Republic, The Yale Review, Narrative und POETRY.

Aria Aber ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und lebt derzeit in Los Angeles. Ihr erster Gedichtband Hard Damage (2019) gewann den Prairie Schooner Prize. Die ehemalige Stegner-Stipendiatin, Empfängerin des Whiting Award 2020 und derzeitige Doktorandin an der USC veröffentlichte ihre Gedichte unter anderem in The New Yorker, New Republic, The Yale Review, Narrative und POETRY.

Pressestimmen

"Ein Buch, das nicht nur hier und jetzt großen Spaß macht zu lesen - sondern Geschichtsschreibung ist über eine Zeit, die kurz vor heute ist, aber doch eben Gestern, ein Buch, das schon jetzt eine wichtige Stimme ist, das aber durch die Zeit noch wichtiger werden wird." Katrin Schumacher ARD 20250329
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