Oberammergau und die Juden 1900-2022

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Bayern im Buch-Rezension
„Epochaler Umbruch“ einer weltberühmten Kulturinstitution.
Bis ins Jahr 2000 brauchte es, den Text der Oberammergauer Passionsspiele so zu fassen, bis er vom bis dahin unverkennbaren Judenhass befreit wurde. Die „Ur-Erzählung des Christentums“ (S. 15) wurde unter Mitwirkung und Zustimmung der Ammergauer Gemeinde vor allem von der langjährigen Festspiel-Leitung (Christian Stückl/Otto Huber) in den entscheidenden Passagen textlich und dramaturgisch revidiert. Dabei handelt es sich um einen „epochalen Umbruch“, der durch die Passions-Aufführungen vor 26 Jahren Wirklichkeit wurde. Das umfangreiche Buch mit seinen Text-Synopsen der Aufführungen der Jahre 1900, 1970, 1990 und 2010 und der Darstellung der Aufführung des Jahres 2000 („Abschied vom Judenhass“) bzw. 2022 (Abschied von Pfarrer Joseph Alois Daisenbergers Text) sowie einer ultimativen, fast 40 Druckseiten starken „Bibliographie Oberammergauer Passionsspiele“ dient in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken. Der Verfasser Wolfgang Reinbold ist Professor für Neues Testament der Universität Göttingen. Die Geleitworte stammen von Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Christian Kopp. Das Werk verdient einen Platz in allen deutschsprachigen Bibliotheken, die über größere Bestände verfügen und ein sowohl theologisch wie theaterwissenschaftlich interessiertes Nutzerpublikum ansprechen können.
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Artikelbeschreibung

Die Oberammergauer Passionsspiele gelten mit Recht als die berühmtesten Passionsspiele der Welt. Regelmäßig ziehen sie mehr als eine halbe Million Besucher:innen aus aller Welt an.Von besonderer Bedeutung sind die Spiele für die christlich-jüdischen Beziehungen. Lange Zeit waren sie der Inbegriff christlicher Judenfeindschaft. Seit der durchgreifenden Änderung des Textes im Jahr 2000 sind sie zum Inbegriff der Anstrengung geworden, diese Feindschaft nachhaltig zu überwinden.In einzigartiger Weise nachvollziehen lässt sich dieser epochale Prozess, wenn man die Texte der Spiele der wichtigsten Aufführungen der Daisenberger-Ära (1900-2010) nebeneinanderlegt, wie es Wolfgang Reinbold in diesem Buch erstmals tut. Die Entwicklung des Oberammergauer Textes ist ein Spiegelbild des christlich-jüdischen Verhältnisses in den letzten 125 Jahren und eine Fundgrube für alle Interessierten.Mit Geleitworten von dem Erzbischof von München und Freising Kardinal Reinhard Marx sowie dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Christian Kopp.

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