Guldenberg

Roman
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Buchprofile - Rezension
In einer ostdeutschen Kleinstadt kommen immer mehr fremdenfeindliche Vorurteile und Hass gegen Migranten auf, die sich schließlich entladen.
Guldenberg ist ein fiktiver Ort, "man lebte hier anders als anderswo in der Welt", so liest man es zu Beginn des Romans. Dagegen heißt es im Klappentext: "Bad Guldenberg ist überall". Seit eine Gruppe von Migranten (Syrer und Afghanen) im alten Seglerheim untergebracht wurde, kommen jedenfalls unter den Bewohnern der ostdeutschen Kleinstadt nach anfänglicher Unruhe und Anspannung immer mehr auch fremdenfeindliche Vorurteile und Hass auf, die sich schließlich entladen. Der Autor Christoph Hein zeigt in 34 kurzen Kapiteln, welche Menschen und Menschengruppen in dieser Stadt leben: ein besorgter, verständiger Bürgermeister, erfolgreiche und scheiternde Unternehmer, Bürger mit Vorurteilen und aggressiven Aktionen, wie man sie überall erlebt und kennt, eine junge Schwangere, die Auslöser für zweifelhafte Mutmaßungen wird, minderjährige Asylanten, die deswegen in Verdacht geraten und ernsthaft bedroht werden. Der Pfarrer ist hilfsbereit, der Vorsitzende seines Pfarrgemeinderats und Stadtrat eine zwielichtige Person. Der Roman ist einfach aufgebaut, es werden Kapitel für Kapitel Personen (oder Gruppen) in den Blickpunkt gestellt, man lernt sie schnell kennen, weil sie meist einem Klischee entsprechen. Es gibt keine persönlichen Entwicklungen, Veränderungen, eine gewisse Spannung (keine Hochspannung) ist da, die aber letztlich verpufft. Ende des Romans: Das Seglerheim wird dicht gemacht, wird Pflegestation (einstimmiger Stadtratsbeschluss!), die Asylanten kommen in eine andere Stadt. Wie es ihnen dort ergehen wird, darüber kann sich der Leser seine Gedanken machen. Trotz der kritischen Einwürfe: Ein Buch, das Spuren hinterlässt.
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Artikelbeschreibung

In dem kleinen Städtchen Bad Guldenberg ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls, bis im Alten Seglerheim eine Gruppe minderjähriger Migranten untergebracht wird. Die Guldenberger sind sich einig: Diese Fremden passen einfach nicht in den Ort und sorgen nur für Unruhe. Mehr und mehr heizt die Stimmung sich auf, es kommt zu Pöbeleien, und als dann noch das Gerücht die Runde macht, eine junge Frau sei vergewaltigt worden, sind sich alle schnell einig, dass es einer der jungen Migranten gewesen sein muss. Und das wollen die Guldenberger nicht hinnehmen ...

Christoph Heins neuer Roman zeichnet das Sittengemälde einer Gesellschaft, die aus den Fugen gerät. Von Menschen, die sich als Opfer sehen und dabei Täter werden. Von Rassismus, wie er uns jeden Tag überall begegnet.

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Personeninformation

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut.
Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Sein jüngster Roman Das Narrenschiff stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Pressestimmen

»Beschreiben, was ist - diesem seinem Grundsatz treubleibt Christoph Hein auch in diesem Roman treu. ... Die deutsche Wirklichkeit - nicht nur in Guldenberg - ist leider so ...« Peter Henning neues deutschland 20210616
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