Wittgenstein und Heidegger

Die letzten Philosophen
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Buchprofile - Rezension
Unterschiedliche Entwicklungen zweier großer Philosophen des 20. Jahrhunderts - Wittgenstein und Heidegger.
"Wittgenstein und Heidegger gehören zu den letzten Solitären der Philosophie, weil beide einen Typus verkörpern, der ein unverwechselbares Denken praktiziert, für das er mit seinem Eigennamen einsteht." (S. 396) In diesem Satz fasst der Literaturwissenschaftler und Publizist Manfred Geier das Projekt zusammen, das er in dem vorliegenden Buch erfolgreich umsetzt. Er porträtiert Wittgenstein und Heidegger, die von ihrer Herkunft und Persönlichkeit, aber auch in der Entwicklung ihrer jeweiligen Philosophie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wie das Erleben derselben Zeit bzw. derselben Katastrophen - von zwei Weltkriegen und dem Nationalsozialismus - zu unterschiedlichen Denkrichtungen führen konnte, wird stringent dargestellt, ohne sich in den Verästelungen der jeweiligen philosophischen Gedankenwelten zu verlieren. Heidegger kam zu dem Schluss, dass der Einzelne nicht mehr in der Lage sei, die Welt im Ganzen zu durchschauen und praktische Anweisungen zu geben. Wittgenstein bereitete der Philosophie als Metaphysik ein Ende, indem er sich mit dem Gebrauch der Sprache und der Frage der Gewissheit kritisch auseinandersetzte. Wichtig war ihm, das Denken von Festlegungen zu befreien und ihm neue Horizonte zu eröffnen. Die grundverschiedenen persönlichen, familiären und biografischen Hintergründe der beiden Philosophen lassen auch ihre unterschiedlichen Wege des Denkens noch einmal deutlicher hervortreten. Das Buch eignet sich gut als Einstieg zur Beschäftigung mit diesen beiden großen Denkern des 20. Jahrhunderts. Größeren Beständen in jedem Falle zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Sie wurden im selben Jahr 1889 geboren und im gleichen Alter 1911 von einer ungeheuren Leidenschaft des Philosophierens ergriffen, die ihre Denk- und Lebenswege beherrschte und einzigartig machte: Martin Heidegger und Ludwig Wittgenstein. Dabei waren sie der Herkunft nach grundverschieden: Wittgenstein entstammte einer großbürgerlichen Familie in der Metropole Wien, Heidegger kam aus einer badischen Kleinstadt und einfachen Verhältnissen. Aber beide gehören zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, und für beide wurde die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (auch Hitler war Jahrgang 1889) und den Katastrophen der Epoche ein zentrales Thema.

Bestsellerautor Manfred Geier geht den Biographien der beiden Denker nach und beschreibt, wie andersartig ihre Lebenswege waren und wie divergierend ihre Gedanken sich entwickelten. 'Sein und Zeit' hieß der Hauptwerk des einen, 'Tractatus logico-philosophicus' das des anderen Autors. Während Heideggers Denken im Verlauf seines Lebens immer allgemeiner und abstrakter wurde, das Dasein hinter sich ließ und das 'Sein' selbst zur Sprache bringen wollte, begann Wittgenstein, sich immer genauer und differenzierter den alltäglichen Sprachgebrauch anzuschauen und in den Zusammenhang menschlicher Lebensformen einzubinden.

Eine faszinierende Spurensuche mit überraschenden Einsichten und Ergebnissen.

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