Das Loch

Roman | "Ein Meisterwerk der Unheimlichkeit." DIE ZEIT
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Buchprofile - Rezension
Frauengeschichte aus Japan: Eine junge Frau zieht mit dem Mann aufs Land und erlebt wundersame Dinge.
Die Protagonistin, die etwa 30-jährige Asa, schreckt es nicht, mit ihrem Mann aufs Land neben das Haus der Schwiegereltern zu ziehen. Den kleinen Job in der Stadt gibt sie auf, kümmert sich nicht darum, was ihr Mann so alles treibt, denkt an die gesparte Miete und ob das Leben als Hausfrau nicht ein Traum sein könne. Und dass in Japan die Grenzen zwischen dem, was wir für Realität halten, und einer geisterhaften Parallelwelt fließend sind, weiß, wer die japanische Kultur kennt, etwa die Animationsfilme aus den Ghibli-Studios. Die Naturphänomene, eine große Hitze, strömender Regen, laut zirpende Zikadenschwärme, zuletzt noch ein nicht zu identifizierendes schwarzes Tier, das Löcher gräbt, sind in dieser durchlässigen Weise zwischen Realismus und Traum geschildert, die die Perspektive der Hauptfigur kennzeichnen. Asa fragt sich: "Ist diese Person, die schon bis Mittag alles erledigt hat und bis zum Abendessen nicht weiß, was sie noch tun soll, dieselbe, die vorher nicht existieren konnte, ohne von morgens bis abends zu arbeiten?" In ihrer kleinen, ländlichen Welt sind Begegnungen mit der Nachbarin oder einem bis dato völlig unbekannten Bruder ihres Mannes verwirrende wie den Alltag belebende Ereignisse. Das Loch, in das Asa eines Tages fällt, als sie dem pechschwarzen Tier folgt, öffnet für diese Begegnungen eine Tür, denn obwohl sie sich kaum selbst daraus befreien kann, sei es „wie geschaffen für mich“. Die Anspielung auf Alice im Wunderland zeigt deutlich den wundersamen Charakter dieser eigentümlichen, faszinierenden Geschichte vom Landleben. Mit ihrer Erfindungsgabe schafft die Autorin ein verlockendes Angebot, der eigenen Begrenztheit und Langeweile durch Eintritt in die Welt von Asa zu entfliehen. Schade nur, dass der Verlag darauf verzichtete, die japanischen Ausdrücke in einem Glossar zu erklären. Das schmale Bändchen gewährt große Lesefreude, sehr empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Mit feinem Gespür für das Verstörende in einer sich auf rätselhafte Weise verändernden Welt erzählt Hiroko Oyamada vom Leben einer jungen Frau, die von der Stadt aufs Land zieht und zwischen Arbeit und Familie nach ihrem eigenen Leben sucht.'Hiroko Oyamada fördert den Schrecken des vorhersehbaren Wandels zutage - die Unvermeidlichkeit unseres Seins und unserer Bestimmung.'  The New York TimesAusgezeichnet mit dem Akutagawa Prize, dem wichtigsten Literaturpreis JapansEin junges Paar zieht von der Großstadt aufs Land. Asa folgt ihrem Mann, der von seiner Firma versetzt wird, ihren eigenen Job gibt sie auf. Warum tut sie das? Sie ist nicht schwanger, Kinder sind nicht geplant, sie könnte pendeln. Und ausgerechnet das Heimatdorf ihres Mannes, das Haus neben den Schwiegereltern, bietet sich als neue Bleibe an. Während ihr Mann fast rund um die Uhr arbeitet, versucht Asa, sich an ihr neues Leben als Hausfrau zu gewöhnen.Es ist heiß in diesem Sommer, Unmengen lärmender Zikaden rücken ihr regelrecht auf den Leib, und der einzige Fluss in der Gegend wirkt vor lauter Müll 'wie aus Gelatine gemacht'. Als Asa sich eines Tages bei unerträglichen Temperaturen auf den Weg in den Nachbarort macht, fällt sie in ein Loch, das scheinbar nur für sie gegraben wurde. Von da an wird Asa immer tiefer in eine unheimliche, eigenmächtige Landschaft gezogen - bis sie ihrer Wahrnehmung nicht mehr traut.'Hiroko Oyamadas Romane bewegen sich im Grenzland zwischen Realität und Fantastik, in einer unheimlichen Landschaft. Doch woher kommt der Schrecken in diesen hell erleuchteten, temperaturregulierten Welten? Aus der Natur oder besser gesagt dem, was so tut, als wäre es Natur.' The New York Review of Books

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