Eine Liebe in Pjöngjang

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Buchprofile - Rezension
Eine kurze, intensive Beziehung zweier Frauen im Schatten der engmaschigen Überwachung durch das nordkoreanische Regime.
Als Präsidentin des Verbandes europäischer Bibliotheken soll Claudia Aebischer die Eröffnung der deutschen Bibliothek in Pjöngjang begleiten, ein Prestigeprojekt für die nordkoreanische Regierung. Ihr wird die hochgebildete Touristenführerin Sunmi als ständige Begleiterin zur Seite gestellt, die in einer unfreiwilligen Ehe mit einem älteren, verbitterten Veteranen gefangen ist und die Anweisung erhält, eine Beziehung zum Gast aus Deutschland aufzubauen. Zwischen Sunmis Auftrag, Claudias Bewusstsein für die Interessen des Regimes und der ständigen Überwachung entwickelt sich dennoch schnell eine emotionale Nähe und Anziehung zwischen den beiden, die in gefährlichen Überlegungen zur gemeinsamen Flucht gipfelt. - In diesem abwechselnd aus Claudias und Sunmis Perspektive erzählten Roman vermischen sich politische Verhaltenssteuerung, zwischenmenschliche Gefühle und kulturell geprägte Weltsichten auf kunstvolle Weise. Einen besonderen Raum in der Beziehung der Protagonistinnen nimmt Sunmis einzigartige Verwendung der deutschen Sprache ein, allen voran der heute altertümlich erscheinenden Begriffe aus der Literaturgeschichte. Sehr zu empfehlen, vor allem für Vielleserinnen und Vielleser!
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Artikelbeschreibung

Starke Empfindungen sind Claudia Aebischer eigentlich fremd. An der Spitze einer Delegation junger Kulturschaffender reist die Fünfzigjährige ein letztes Mal nach Pjöngjang: zur feierlichen Eröffnung der dortigen Deutschen Bibliothek. Doch schon kurz hinter der chinesischen Grenze sieht sie sich mit einer Erscheinung konfrontiert, die eine alte Sehnsucht in ihr weckt. Eine Begegnung, die alles neu und anders macht - gibt es das? Das Phänomen hat, wie Claudia erfährt, einen Namen. Sunmi ist Germanistin, Dolmetscherin und Agentin der DVRK.Von seiner Reise nach Nordkorea 2017 brachte Andreas Stichmann keine literarische Reportage und kein erzählendes Sachbuch heim, sondern die Idee zu einem Roman. 'Eine Liebe in Pjöngjang' ist mehr als das, es ist ein Abenteuer. Die unwahrscheinliche Geschichte einer Liebe - zwischen zwei Frauen, zwei Lebensaltern und Systemen - und ein Bekenntnis zur Literatur des 19. Jahrhunderts. Hochkomisch und von seltener Schönheit, ein Buch, das sich das Fremde anverwandelt wie jemand, der sich verliebt: schlagartig, voller Hingabe, geblendet vom Leuchten der eigenen Projektionen.

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