Otto

Roman
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Buchprofile - Rezension
Rückblick und Standortbestimmung einer Tochter mit Blick auf den Vater, die Herkunftsfamilie und die damit verbundenen Verstrickungen.
Timna sieht sich in der letzten Lebensphase in der Verantwortung für ihren Vater, einen Patriarch jüdischer Herkunft, der auf ein bewegtes Leben zurückblicken kann. Von schwerer Krankheit gezeichnet und geistig nicht mehr ganz zurechnungsfähig wird Otto aus dem Krankenhaus entlassen und muss gepflegt werden. Timna organisiert zusammen mit ihrer jüngeren Schwester eine 24-Stunden-Hilfe, die für den Vater reine Geldverschwendung ist. Die Töchter sollen nun da sein, so wie der Vater auch für sie dagewesen zu sein behauptet. Ausgehend von dieser Exposition lässt Timna episodenhaft das vergangene Familienleben Revue passieren. Unbequeme Urlaube in schäbigen Wohnwagen, Umgang mit der alkoholkranken Mutter, lange Gespräche mit dem Vater, der die Greuel, die seinem Volk widerfahren sind, nur bruchstückhaft erzählt und die Geschichte vor allem in seinem Tun und Denken in sich trägt, Begegnungen im Heiligen Land - das alles verwebt sich zur Lebensgeschichte der Ich-Erzählerin. Dass es schließlich die väterlichen Wurzeln sind, die ihr Sein nähren, formen und herausfordern, wird auf humorvolle Weise und einer geistreichen Reise bewusst. Mit klarem Blick, liebevoller Ablehnung und selbst gedeuteter Nichtigkeit erzählt Timna so ihre Familiengeschichte und schafft Projektionsfläche für zahlreiche Biografien. Geistreiche Unterhaltung.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:

Als Otto zum Pflegefall wird, verstärken sich die Eigenheiten des starrköpfigen und distanzlosen Patriarchen und seine beiden Töchter geraten in einen Strudel aus Sorge, überfordernder Pflichterfüllung und inneren Widerstand. Noch einmal lassen sie ihr Leben mit dem Vater Revue passieren, das geprägt war von seiner jüdischen Biografie. Die Münchnerin Dana von Suffrin erzählt in ihrem Debütroman mit großer Anteilnahme und schwarzem Humor.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Zwei Schwestern - und ein Vater, der mehr als genug ist für eine Familie.

In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt - aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.

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