Verschickungskinder

Eine verdrängte Geschichte
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Von den 50er-Jahren an war es üblich, Kinder für mehrere Wochen in ein Erholungsheim zu schicken. Das Buch geht der Organisation und den fraglichen pädagogischen Grundlagen dieser Kinderverschickung nach.
Wenige Jahre nach dem Krieg begann man damit, Kinder in großem Stil auf Erholung zu schicken. Meist wurde angeführt, dass sie zu dünn seien, nicht selten wurde Eltern aber eine solche Kur auch aus sozialen Gründen empfohlen. Die Journalistin Lena Gilhaus ist dieser Praxis, die über Jahrzehnte hinweg sowohl in der BRD als auch in der DDR üblich war, nachgegangen. Sie hat Augenzeugenberichte und Stellungnahmen aus der damaligen Zeit zusammengetragen. Der Kuraufenthalt mündete nicht selten in einer Art Gefängnisaufenthalt mit drastischen Strafen bis hin zu Misshandlungen und sexuellem Missbrauch – auch in kirchlichen Einrichtungen. Sicherlich waren die Verhältnisse in den Kurheimen nicht überall gleich. Die pädagogischen Konzepte waren unterschiedlich, auch die Empathie und die Ausbildung der Mitarbeiter/-innen, doch eine große Zahl von Kindern dürfte die Aufenthalte als Trauma erlebt haben. Die Autorin weist darauf hin, dass der Aufarbeitung dieses Teils der Nachkriegsgeschichte bis heute von politischer Seite keine große Priorität eingeräumt wird. Aber auch die entsprechenden Heime und Kliniken selbst zeigen selten Interesse an einer umfassenden Aufklärung. Zum Leidwesen vieler Betroffener.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Über 15 Millionen Mal wurden Kinder in der BRD und der DDR seit 1945 zur Kur geschickt. Für viele von ihnen waren diese Wochen prägend - und doch haben sie kaum darüber geredet. Dieses Buch erzählt die wenig bekannte Geschichte der deutschen Verschickungskinder.Als die Journalistin Lena Gilhaus durch Zufall davon hört, dass ihr Vater als Kind in Kur geschickt wurde, beginnt sie zu recherchieren. Sie veröffentlicht eine erste Recherche über Kinderkuren und löst damit eine Lawine aus: Menschen von überall melden sich und erzählen von eigenen Erfahrungen.Lena Gilhaus folgt den Spuren weiter und stößt auf ein verdrängtes Kapitel der Nachkriegsgeschichte. Millionen Kinder aus der BRD und der DDR verbrachten einen Teil ihrer Kindheit in Heimen, an der Nord- und Ostsee, in den Bergen und auch im Ausland. Sie sollten dort zu Kräften kommen und gesund werden - viele erlebten diese Zeit aber als Grauen. Erst in den 70er- und 80er-Jahren änderten sich die Kurkonzepte langsam.Wo liegen die historischen Wurzeln der Kinderverschickung? Hat der Nationalsozialismus Spuren hinterlassen? Wie waren die Kuren organisiert, wer finanzierte sie - und wer profitierte davon? Wie war der Alltag, was erlebten die Kinder dort - und welche Tiefenwirkungen hatte das für die Gesellschaft der Nachkriegszeit? Spannend, anschaulich und erschütternd: Lena Gilhaus erzählt anhand unveröffentlichter Dokumente und vieler Erlebnisberichte die verdrängte Geschichte der Kinderkuren.

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Anschrift: Bahnhofsvorplatz 1
Köln
DE
Kontakt: produktsicherheit@kiwi-verlag.de
Mehr von Gilhaus, Lena

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.