Briefe nach Breslau

Meine Geschichte über drei Generationen
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Buchprofile - Rezension
Mühevoller Weg zur Aufarbeitung des Generationen übergreifenden Traumas der Shoah.
"Tod und Leid der Familie Lasker haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin." Dieser Satz, den Maya Lasker-Wallfisch (geb. 1958) am Ende dieses bemerkenswerten Buches schreibt, zeigt, wie prägend sie die familiären Erfahrungen für die Entwicklung ihrer Persönlichkeitsstruktur ansieht. Die Autorin, Tochter der aus Breslau stammenden jüdischen, nach dem 2. Weltkrieg gefeierten Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, die als Mitglied des Auschwitzer Orchesters die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte, die über ihre Geschichte - auch ihren Kindern gegenüber - schwieg und erst nach Jahrzehnten als eine der letzten Zeitzeugen darüber berichtete, schildert schonungslos ihre Identitätssuche, stets getragen von Angst, Unsicherheit sowie dem Gefühl, nirgends Verständnis und Halt zu finden. Sie durchlebt als Jugendliche und junge Erwachsene turbulente Jahre, verweigert den Schulbesuch, rutscht in die Alkohol und Drogenszene ab, scheitert immer wieder in problematischen Beziehungen, ehe sie nach erfolgreichem Entzug in der Ehe mit einem religiösen Juden in seinem Glauben eine Heimat findet und sich nun als Psychoanalytikerin erfolgreich der Aufarbeitung unterschiedlichster Traumata widmet, insbesondere deren transgenerationaler Weitergabe. - Ein wichtiges Buch, das allen Büchereien nachdrücklich zu empfehlen ist!
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Artikelbeschreibung

Dort, wo Maya aufwächst, herrscht Schweigen. Die deutsche Vergangenheit, der Holocaust, den die Mutter als Cellistin im Orchester von Auschwitz überlebt - davon wird nicht gesprochen. Dennoch entkommt Maya den Verwundungen der Eltern nicht, ein stabiles Leben scheint unmöglich, sie treibt durch das London der Siebziger. Zu lange Nächte, Drogen, Schulden, die falschen Typen, eine Flucht nach Jamaika, bei der sie fast stirbt ... Um zu überleben, das ist ihr schlagartig klar, muss sie das Schweigen überwinden. Sie beginnt zu schreiben: Briefe nach Breslau an die von den Nazis ermordeten Großeltern. Stück für Stück setzen ihre Worte eine Familie wieder zusammen, erzählen die Geschichte dreier Generationen im Spiegel der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

Dieses Buch ist der Versuch einer Rettung. Maya Lasker-Wallfisch schreibt darin an gegen die Sprachlosigkeit, mutig und gefühlvoll. Sie macht erfahrbar, wie ein transgenerationales Trauma das eigene Leben bestimmt, wie die eigene Geschichte immer abhängt, von dem, was zuvor geschehen ist.

Produktsicherheit

Hersteller: Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG
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Personeninformation

Maya Lasker-Wallfisch, geboren 1958 in London, arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren als psychoanalytische Psychotherapeutin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von transgenerationalen Traumata. Sie ist die Tochter von Anita Lasker-Wallfisch, gemeinsam kämpfen sie für eine lebendige Erinnerungskultur und gegen Antisemitismus. Briefe nach Breslau. Meine Geschichte über drei Generationen, ihr erstes Buch, erschien im Frühjahr 2020.

Marieke Heimburger übersetzt aus dem Englischen (u. a. Maya Angelou, Marie Benedict, Maya Lasker-Wallfisch) und aus dem Dänischen (u. a. Jussi Adler-Olsen). 2022 erhielt sie als Auszeichnung für ihr bisheriges übersetzerisches Werk das Barthold-Heinrich-Brockes-Stipendium. Taylor Downing, geboren 1951, ist Historiker, Autor und Medienproduzent. Er hat mehrere Bestseller zu militärischen und historischen Themen geschrieben und über 200 Fernsehdokumentationen produziert, von denen viele ausgezeichnet wurden.

Pressestimmen

»... ein eindrucksvolles Buch.« Marta Kijowska Frankfurter Allgemeine Zeitung 20200725
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