Der blinde Fleck

Die vererbten Traumata des Krieges - und warum das Schweigen in den Familien jetzt aufbricht - Booktok-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Anstöße zur Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich in der Familiengeschichte.
80 Prozent der Deutschen nehmen an, ihre Vorfahren seien Gegner des Nationalsozialismus gewesen, nur 2 Prozent geben an, dass ihre Ahnen Anhänger des Regimes waren. Dass diese Einschätzungen falsch sein müssen, ist evident. Die Verstrickungen in die Verbrechen im Dritten Reich sind bis heute in vielen Familien mit einem Tabu besetzt, es wurde und wird bis heute nicht darüber gesprochen und das führt zu generationenübergreifenden Traumata. Der Journalist Andreas Lebert und der Psychotherapeut Louis Lewitan sind dem Thema in vielen einfühlsamen Gesprächen mit Prominenten und zufällig ausgewählten, unbekannten Menschen nachgegangen. 80 Jahre nach dem Kriegsende ist es an der Zeit, endlich Lügen und Geheimnisse zu überwinden, auch wenn dies in vielen Fällen schmerzhaft ist. Das Buch zeigt eindrucksvoll auf, dass die verbreitete Redensart "Lass doch die alten Sachen endlich ruhen" auch heute falsch ist. Verdrängung und Totschweigen helfen nicht mehr weiter. Im Gegenteil, die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte kann durchaus befreiend wirken. Ein absolut lesenswerter Beitrag zum Jahrestag des Kriegsendes mit Denkanstößen für Gespräche in der Familie, mit Jugendlichen und auch in der Seniorenarbeit. Für den breiten Einsatz empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Der blinde Fleck in der eigenen Familiengeschichte

Die Schoah und das Ende des Zweiten Weltkriegs liegen weit zurück, es leben nur noch wenige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Ihre Vergangenheit jedoch hinterlässt bis heute Spuren in den Familien. Geprägt durch eine Katastrophe, die sie nicht selbst erlebt haben, haben viele Nachkommen der Täter, Komplizen, Handlanger, Mitläufer und Opportunisten seelische Wunden, deren Ursachen sie oft nur vage kennen: zwischenmenschliche Kälte, Schuldgefühle, Ängste, Einsamkeit, ein Gefühl der Entwurzelung. In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig - ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat. Der Trauma- und Stressexperte Louis Lewitan und der preisgekrönte Journalist Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller denn je ist.

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Personeninformation

Stephan Lebert, Jahrgang 1961, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1985 arbeitete er bei der "Süddeutschen Zeitung", danach folgte ein Jahr beim "Spiegel", und von 1999 bis 2004 war Stephan Lebert leitender Redakteur beim "Tagesspiegel" in Berlin. Heute arbeitet er als Redakteur für besondere Aufgaben bei der Wochenzeitung "Die Zeit". Er wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.
Im Jahr 2000 veröffentlichte Stephan Lebert das Sachbuch "Denn Du trägst meinen Namen" über das Erbe prominenter Nazi-Kinder mit Porträts von seinem Vater, dem SZ-Journalisten Norbert Lebert. 2002 gab er gemeinsam mit seiner Mutter Ursula Lebert, einer langjährigen "Brigitte"-Autorin, die Reportagen-Sammlung "Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht" heraus.
Louis Lewitans Kompetenz und Erfahrung ist bei Unternehmern und Führungskräften gefragt, wenn es um Veränderungsprozesse, Konfliktlösung und Strategieumsetzung geht. Zu seinen Klienten zählen mittelständische Familienunternehmen ebenso wie internationale Konzerne, Vorstände ebenso wie Top-Manager. Seit 2005 ist Louis Lewitan Ombudsmann des Europäischen Patentamtes. Außerdem ist er Kolumnist des Zeitmagazins. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in München.

Pressestimmen

»[D]as Buch zeigt, wie befreiend es sein kann, sich mit der Last der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzten. Auch wenn man aus einer Täter-Familie kommt.« ZDF aspekte
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