Kritik der digitalen Vernunft

Warum Humanität der Maßstab sein muss
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Buchprofile - Rezension
Was die Digitalisierung für unser Menschsein bedeutet.
"Ist die digitale Welt vernünftig, kann Vernunft digital sein?" - dies ist die Leitfrage, die sich der Religionspädagoge und Direktor des Tübinger Weltethos-Institutes Ulrich Hemel stellt. Wo hören die durch Digitalisierung ermöglichten Alltagserleichterungen auf und schlagen um in soziale Kontrolle, ja in Formen individueller wie gesellschaftlicher Unfreiheit? Noch fundamentaler ist die Frage, ob wir, die wir Emotionen besitzen, eine rein rationale Welt überhaupt wollen. Hemel bohrt sich gleichsam in diese unverzichtbaren Fragen hinein und stößt damit wichtige Denkprozesse an, die die an Kant erinnernde Bezeichnung "Kritik der …Vernunft" rechtfertigen. Nicht minder grundsätzlich sind die Themenbereiche, die die Problematik ausleuchten sollen: digitales Nichtwissen, Prozesse des Lernens und Entscheidens von Mensch und Maschine, digitale Identität, Arbeit und Politik sowie digitale Ethik und digitale Religion und Humanität. Auf all diesen Feldern stellt der Verfasser die Janusköpfigkeit des Digitalen heraus: Es bietet Chancen und Gefahren zugleich. So erbringt dieses Buch weder eine Apologie noch eine Verdammung des Digitalen; sein Wert liegt vielmehr darin, dass es auf die Gefahren aufmerksam macht, damit dem Verlust an Menschenwürde, an Demokratie frühzeitig Einhalt geboten werden kann; kurz, damit der Mensch noch Mensch bleiben darf. - Für Leser/-innen mit Interesse an Grundsatzfragen.
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Personeninformation

Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel verbindet in ungewöhnlicher Art und Weise die Welt der Wirtschaft und die Welt der Wissenschaft. Seit 2018 ist er Direktor des Weltethos-Instituts in Tübingen. Seit 1996 wirkt er außerdem als Professor für Religionspädagogik an der Universität Regensburg. 2009 gründete er das Institut für Sozialstrategie (IfS) zur Erforschung der globalen Zivilgesellschaft. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). Zuvor war er in verschiedenen Spitzenpositionen der Privatwirtschaft tätig, u. a. als Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG und von Private Equity Unternehmen. Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, außerdem stellvertretender Sprecher des Public Advisory Board des CyberValley Tübingen Stuttgart.

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