Ethik der Gabe

Humane Medizin zwischen Leistungserbringung und Sorge um den Anderen
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Buchprofile - Rezension
Wertvolle Orientierungspunkte für eine wirklich humane Medizin.
So komplex ökonomische Beziehungen auch sein mögen, basieren sie doch immer auf dem einfachen Schema des Tauschhandels. Und dieses Schema liegt, ausgefeilt durch ein System von Regeln und vertraglich abgesichert, auch unserer modernen, stark ökonomisierten Medizin zugrunde. Dass dieses System vor allem in Fällen existentieller Krisen und schwerer Krankheiten nicht ausreicht, zeigen die in diesem Buch gesammelten, aus der (theoretischen wie praktischen) Perspektive von Theologen, Philosophen und Medizinern geschriebenen Beiträge. Ihre Verfasser stellen dem pflichtgemäßen Handeln von Ärzten und Helfern ein Mehr des Gebens, der Hingabe und mitmenschlichen Sorge zur Seite, die überhaupt erst echte Gemeinschaft und personale Beziehungen schafft. Nur wo eine solche Ethik der Gabe herrscht, wird Humanmedizin im eigentlichen Sinne human, und es lösen sich auch viele Probleme vor allem um das Ende des menschlichen Lebens und seine fortdauernde Würde. Dabei ist, wie die oft in die Tiefe der Anthropologie führenden Reflexionen darlegen, eine solche Ethik keineswegs nur für die Medizin von Bedeutung; auch die Gesellschaft als ganze kann nur existieren, wenn es neben dem Ausgleich der Interessen auch das ungeschuldete Geben gibt. - Höchst lesenswert und nachdrücklich empfohlen!
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Artikelbeschreibung

I* Anderen zu helfen ist eine Grundhaltung * Impulse aus Medizin, Theologie und Philosophie In einer von Ökonomie und Effizienz geprägten Ära wird die Gabe immer mehr durch den Tausch ersetzt. Dies gilt auch und insbesondere für die moderne Medizin: Das Geben von Aufmerksamkeit und Zeit, von Wertschätzung und authentischer Sorge um den Kranken ist heute eher die Ausnahme als die Regel. Dieses Buch diskutiert die Bedeutsamkeit des Gabe-Gedankens für eine humane Medizin, zeigt aber auch, wo die Grenzen des Gebens zu suchen sind.

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Personeninformation

Giovanni Maio, Prof. Dr., geb. 1964, Studium der Medizin und Philosophie in Freiburg, Straßburg und Hagen. Seit 2005 Professor für Bioethik, seit 2006 Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin. Er berät die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Bundesregierung und die Bundesärztekammer.

Klaus Arntz, geb. 1963, Dr. theol., Professor für Philosophie mit dem Schwerpunkt Angewandte Ethik am Institut für Philosophie der Universität Augsburg.

Claudia Bozzaro, Dr. phil., studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Theologie und Psychologie in Freiburg und Paris und promovierte mit einer Arbeit, die unter dem Titel ,,Das Leiden an der verrinnenden Zeit. Philosophisch-ethische Überlegungen zum Zusammenhang von Altern, Leiden und Zeit am Beispiel der Anti-Aging-Medizin" im Jahr 2013 erscheinen wird. Von 2006 bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Philosophischen Seminars in Freiburg. Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg. Forschungsinteressen: Angewandte Ethik, Philosophische Anthropologie, Existenzphilosophie, Medizinethik (Altersforschung, Ethik am Lebensende, Reproduktionsmedizin, Ethikberatung).

Prof. DDr. Markus Enders, Jahrgang 1963, studierte Philosophie, katholische Theologie und Religionswissenschaft an den Universitäten Freiburg i.Br. und München. Dort promovierte er 1991 in Philosophie, habilitierte sich in diesem Fach 1997 und promovierte 1999 in katholischer Theologie. Seit 2001 ist er Ordinarius für Christliche Religionsphilosophie in der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Freiburg i.Br.

Santiago Ewig ist Professor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Infektiologie in Bochum und Herne.

Walter Lesch, Dr. phil., geb. 1958, Studium der Theologie, Philosophie und Romanistik in Münster, Fribourg, Jerusalem und Tübingen. Von 1988 bis 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Fribourg. Seit 1999 Professor für Moralphilosophie und Sozialethik an der Université catholique de Louvain.

Martin M. Lintner, geb. 1972, Dr. theol., Mitglied des Servitenordens, seit 2009 Professor für Moraltheologie und Spirituelle Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen; 2013-2015 Präsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie; 2014-2017 Präsident der weltweiten Dachorganisation "International Network of Societies for Catholic Theology" ; 2017-2019 Vorsitzender der  Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik

Giovanni Maio, Prof. Dr., geb. 1964, Studium der Medizin und Philosophie in Freiburg, Straßburg und Hagen. Seit 2005 Professor für Bioethik, seit 2006 Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin. Er berät die Deutsche Bischofskonferenz wie auch die Bundesregierung und die Bundesärztekammer.

Rainer Marten, geb. 1928, emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Freiburg i. Br. Zuletzt im Verlag Karl Alber erschienen sind: Die Möglichkeit des Unmöglichen. Zur Poesie in Philosophie und Religion (2005, 2. Auflage 2009), Maßlosigkeit. Zur Notwendigkeit des Unnötigen (2009), Radikalität des Geistes. Heidegger - Paulus - Proust (2012), Endlichkeit. Zum Drama von Tod und Leben (2013), Der menschliche Tod. Eine philosophische Revision (2015), Lob der Zweiheit. Ein philosophisches Wagnis (2017). Denkkunst. Kritik der Ontologie (Neuausgabe 2018), Der menschliche Mensch. Abschied vom utopischen Denken (Neuausgabe 2018).

 

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