Der Fluss der Zeit

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Buchprofile - Rezension
Fünf aus dem Leben gegriffene Erzählungen vereinen sich in einem schmalen Buch.
Jede einzelne der fünf Erzählungen führt das Fühlen und Denken des jeweiligen Protagonisten meisterhaft vor Augen und lässt tief in die Handlung eintauchen. Ein älterer Herr verkauft aus Vernunftgründen sein Haus, in dem er seit seiner Kindheit lebte. Am Tag der Schlüsselübergabe wartet das junge Paar, das sich bereits auf den Einzug freut, äußerst einfühlsam und geduldig, bis er sich lösen kann. In der nächsten Geschichte lernt ein junges Paar einen begabten, aber noch unbekannten Musiker kennen. Mit ihren finanziellen Möglichkeiten wollen sie ihn unterstützen, als er mit gebrochenem Finger und Wohnungskündigung in eine Perspektivlosigkeit zu versinken droht. Aber kann der junge Mann die Hilfe auch annehmen? Ein anderer Text handelt davon, was in einem älteren Mann vorgeht, der über das lange Osterwochenende auf das Laborergebnis seiner Gewebeprobe warten muss. Dann beobachtet jemand in einem Urlaubsort, wie sich ein Mann über die Balkonbrüstung seiner Ferienwohnung stürzt. Durch seine Aussage bei der Polizei kommt er in Kontakt mit Frau und Sohn des Suizidopfers und versucht, sich ein Bild von dessen Beweggründen zu machen. Mit der Geschichte eines Sprachwissenschaftlers, der in der Stadt seiner Studentenzeit der Vergangenheit nachspürt, endet der Reigen der Erzählungen. In der Summe handelt es sich um bereichernde, einfühlsame Kurzgeschichten des bekannten Philosophen Peter Bieri, geschrieben unter seinem nicht minder bekannten Pseudonym Pascal Mercier (u.a. "Nachtzug nach Lissabon"). Mit knapp über 100 Seiten liegt ein schmales Büchlein vor, das trotz des dafür vermeintlich hohen Preises beste Empfehlung für alle Büchereien verdient.
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Artikelbeschreibung

Bestsellerautor Pascal Mercier, der Meister des philosophischen Erzählens, über Loslassen, Freiheit, Erinnerung und die Erfahrung von Vergänglichkeit und ZeitDie Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen - und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, starb 2023 in Berlin. Nach »Perlmanns Schweigen« (1995) und »Der Klavierstimmer« (1998) wurde sein Roman »Nachtzug nach Lissabon« (2004) ein Weltbestseller. 2007 folgte die Novelle »Lea«, 2020 der Roman »Das Gewicht der Worte«. 2006 wurde Pascal Mercier mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis ausgezeichnet, 2007 in Italien mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt. Unter seinem bürgerlichen Namen Peter Bieri veröffentlichte er bei Hanser als Philosoph »Das Handwerk der Freiheit« (2001) und »Eine Art zu leben« (2013).

Pressestimmen

»Posthum schenkt uns Mercier hier fünf philosophische Miniaturen. Atmosphärisch, tiefschürfend, verfasst in einer nachhallend feinsinnigen Sprache.« Katja Schönherr, Radio SRF 2 Kultur, 07.01.26 »Das große Thema, wie man im eigenen Leben zuhause sein kann, lässt sich mit diesen Geschichten sowohl existentiell als auch politisch deuten. Einen Raum zum Leben haben, der mit der eigenen Identität verbunden ist, erweist sich als ein Menschenrecht. Ein schönes und gelungenes Vermächtnis.« Meike Feßmann, Deutschlandfunk Kultur, 08.01.26 »Es sind diese Zwischenzeiten und Zwischenorte, die Pascal Mercier interessieren und die er mit der ihm eigenen Akkuratesse und Beobachtungsgabe schildert.« Clementine Skorpil, Die Presse, 11.01.26 »Tiefe seelische Verletzungen kann Mercier in einer Weise darstellen, dass in aller Tragik stets ein Funke Humor aufblitzt. Er war ein feiner Menschenbeobachter.« Dirk Fuhrig, WDR5, Westart, 19.01.26
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