Die Rückseite des Lebens

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Buchprofile - Rezension
24 unterschiedliche Geschichten über Fälle aus der französischen Justiz.
Die durch das Theater bekannte französische Autorin schreibt kurze Geschichten über Justizfälle, die sie beobachtet hat. Dabei berichtet sie kommentarlos, wie unzulänglich die Justiz urteilt angesichts der Schicksale von Menschen, die unter Obsessionen oder Einsamkeit leiden oder auch Selbsttäuschungen erlegen sind. So erzählt sie die Geschichte einer Frau, die ihren Mann getötet hat, und deren desolates Leben geschildert wird. Oder die eines Mannes, der alte Frauen um ihr Vermögen erleichtert und sie dann umbringt, dann jedoch behauptet, die Frauen geliebt zu haben. Sie schildert den Fall einer Frau, die vergewaltigt wurde und dem Täter danach verliebte Briefe schreibt. Auch Verfahren gegen Personen des öffentlichen Lebens, wie das gegen Nicolas Sarkozy wegen Korruption, ebenso wie der Tod ihres Freundes Imre Kertesz und kurz darauf von dessen Frau Magda tauchen in dieser Sammlung von Gerichts- und Lebensprotokollen auf. Private Erlebnisse, die meist in Venedig spielen, werden immer wieder eingefügt, um die Härte mancher juristischer Urteile auszugleichen. – Die Sammlung höchst unterschiedlicher menschlicher Schicksale ist sehr eindrucksvoll und wird allen Büchereien, insbesondere Lesekreisen empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Nur Yasmina Reza schreibt so lakonisch und klug über die Kippmomente der ExistenzSeit Jahren beobachtet Yasmina Reza Strafprozesse. Es sind Geschichten, die man mit angehaltenem Atem liest. Ein Mann ermordet die vierköpfige Familie seines Schwagers und legt die Leichenteile seiner Frau zu Füßen. Eine Frau klagt wegen Vergewaltigung und schreibt dem Täter danach glühende Liebesbriefe. Lakonisch und beinahe zärtlich porträtiert Reza die Menschen. Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um den Moment, in dem ein Leben aus der Normalität kippt. Ebenso knapp und eindrucksvoll erzählt sie von persönlichen Begegnungen mit guten Freunden oder in der Familie. Reza zeigt "die Rückseite des Lebens, in seiner Unvollkommenheit, aber auch Heiterkeit". Ein Meisterwerk voller Tragik, Komik und Empathie.

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Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Vilshofener Straße 10
DE-81679 München
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Personeninformation

Yasmina Reza, 1959 geboren, ist Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin und die meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin. Bei Hanser erschienen u.a. »Glücklich die Glücklichen« (Roman, 2014), »Babylon« (Roman, 2017), für den sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet wurde, »Kunst« (Schauspiel, 2018), »Der Gott des Gemetzels« (Schauspiel, 2018), »Bella Figura« (Schauspiel, 2019), »Drei Mal Leben« (Schauspiel, 2019), »Anne-Marie die Schönheit« (2019), »Serge« (Roman, 2022) und »James Brown trug Lockenwickler« (Schauspiel, 2023). Für ihr Werk wurde sie zuletzt mit dem Jonathan-Swift-Preis 2020, dem Premio Malaparte 2021, dem Prix de l'Académie de Berlin 2022 und dem Prix Mondial Cino del Duca 2024 ausgezeichnet. Das Theaterstück Der Gott des Gemetzels wurde 2011 sehr erfolgreich von Roman Polanski verfilmt, hochkarätig besetzt mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly. Claudia Hamm ist Autorin, Theatermacherin und Übersetzerin von u.a. Emmanuel Carrère, Édouard Levé, Mathias Énard, Nathalie Quintane, Joseph Ponthus und Joseph Andras. Sie ist Herausgeberin des Akzente-Doppelhefts Automatensprache (Hanser, 2024).

Pressestimmen

»Yasmina Reza schaut den finsteren Dingen zu und schreibt unheimlich kluge Texte darüber ... Der Rückseite des Lebens setzt die virtuose Autorin alles entgegen, was der Mensch an Aufmerksamkeit und Reflexionsniveau zu bieten hat.« Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 24.03.25 »Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Reza zu den großen Autorinnen der Gegenwart gehört, dann hat sie ihn mit diesem Buch erbracht.« Martina Meister, Welt am Sonntag, 23.03.25 »Bekenntnisse der Göttin des Gemetzels ... Ein Kabinett des Schreckens mit intimen Einblicken.« Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.25 »In dieser umwerfend tragischen, umwerfend bitter-komischen Sammlung höchst unterschiedlicher Alltagsskizzen zeigt sich die Schriftstellerin auf der absoluten Höhe ihrer literarischen Kunst.« Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur, 21.03.25 »Yasmina Reza zeigt sich als Meisterin der Miniatur. Ihre Geschichten und Gerichtsprotokolle sind kondensierte Lebensläufe, entkernt, auf das Wesentliche beschränkt, oft mit einer Schlusspointe versehen. Wer wissen will, wie Menschen ticken und auf verhängnisvolle Weise austicken, muss 'Die Rückseite des Lebens' lesen.« Franziska Wolffheim, Tagesspiegel, 21.03.25 »Ein Blick ins Kaleidoskop Mensch.« Michael Wurmitzer, Der Standard, 18.03.25
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