Arctic Mirage

Roman
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Buchprofile - Rezension
Kein Entkommen aus vergifteten Paarbeziehungen.
Um den negativen Alltagserfahrungen miteinander zu entkommen, starten Karo und Risto zu einem Urlaub: Nordlichter sehen. Während Risto fährt, geraten sie auf der Hinfahrt bei Glatteis auf die falsche Straßenseite und stoßen mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der Fahrer kann ausweichen, begeht Fahrerflucht, das Paar erholt sich von seinen Verletzungen im nahegelegenen Ferienressort ‚Arctic Mirage. Dort treffen sie auf den Touristenarzt Martti, der sich nach dem Tod seiner Frau aus seiner unbefriedigenden Arbeitsumgebung gelöst hat und hier in Abhängigkeit von der Ressortchefin Lahja seine Tage durchlebt. Dominanz und Unterwerfung kennzeichnen die Sexualität beider Paare. Risto und Lahja können sich nur mit aufgesetzter Dominanz gegenüber ihrer Umwelt durchsetzen. Karo betreibt eine möglichst rasche Abreise, freut sich auf das Wiedersehen mit ihrem Sohn und die Arbeit in ihrer PR-Agentur. Bei der Suche nach dem Unfallbeteiligten erkennt sie, dass ihr Partner wohl absichtlich mit Selbstmordabsichten auf die falsche Spur gefahren ist. Eine Erkenntnis, die sie ihrerseits mit Mord beantwortet. - Kokkonen gelingt in ihrem Erstlingsroman spannend und sprachlich überzeugend die Schilderung toxischer Beziehungen, ihrer möglichen Vorrausetzungen, Verkettungen und der wechselseitigen Manipulationen. Für anspruchsvolle Leser:innen.
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Ein Nordic Noir-Stück mit der Aussicht auf Nordlichter, die Weite Lapplands und eine doppelbödige Handlung, die eine Beziehung auf brüchiges Eis führt. Der deutsche Titel bedeutet übersetzt „arktische Luftspiegelungen“ - das ist mehr als passend gewählt, denn was hier real ist und was vorgespiegelt wird, bleibt oft im Nebel. Doch der wird sich lichten.

Karo und Risto waren in ihrer Schulzeit ein Paar und sind in ihren Vierzigern wieder zusammengekommen. Jetzt gehören sie zur erfolgreichen urbanen Elite und wirken sehr kontrolliert, Gefühle scheinen keine große Rolle für sie zu spielen. Ein glatte, gepflegte Oberfläche, die ihr Unfall aber offenbar aufgerissen hat, denn die Autorin lässt uns Zeuge einiger Ausraster werden. Von Risto zeichnet sie ein wenig sympathisches Bild. Er ist eifersüchtig, gefräßig, macht merkwürdige Fotos von Karo und ist leicht reizbar. Karos Bild oszilliert zwischen nordisch zarter Fee und Furie, wenn sie sich in eine Sache so richtig reinhängt.

Während der Tage im Hotel gelingt es ihr, nach und nach Klarheit zu gewinnen über den Unfall und über das Verhältnis zwischen ihr und Risto. Es formt sich die bittere Erkenntnis, getäuscht worden zu sein, und zwar absichtlich. Es sind nicht nur Luftspiegelungen, die die Atmosphäre im Arctic Mirage vergiften, sondern tiefe Vertrauensbrüche.

Artikelbeschreibung

Eine einsame Schneelandschaft und zwei Menschen auf der Suche nach Erholung: die Geschichte einer EskalationDer Urlaub in Lappland soll die lang ersehnte Erholung für Karo und Risto bringen. Doch dann kommt es zu einem Autounfall und die beiden sitzen fest, in einem Hotel namens Arctic Mirage. Leicht verletzt und noch halb unter Schock bewegen sie sich sehr unterschiedlich durch die luxuriöse Anlage inmitten der Schneelandschaft. Während Karo das Gefühl hat, in einer Falle zu sitzen, scheint Risto die Situation geradezu zu genießen: Er flirtet mit den Hotelangestellten, plant Freizeitaktivitäten und lässt sich von Karos seltsamer Stimmung nicht beirren. Bis die beiden sich plötzlich als Feinde gegenüberstehen. Terhi Kokkonen beschreibt den gefährlichen Drahtseilakt eines Paares, das ein dunkles Geheimnis hütet. Und die Anziehungskraft einer Landschaft, deren gedämpftes Weiß Gefahr verheißt.

Produktsicherheit

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Pressestimmen

"Der relativ kühle Ton, die kurze, klare, Sprache: Das hat mir richtig gut gefallen." Jan Ehlert, eat.READ.sleep-Podcast, 28.2.25 "Dass ein Buch gleich mit einem Mord losgeht, ist nicht wirklich ungewöhnlich. Aber ziemlich außergewöhnlich fand ich es schon, dass es der Autorin gelingt, diese Szene komplett in Vergessenheit geraten zu lassen. Am Ende ist man jedenfalls baff, wie diese Ehegeschichte derart eskalieren konnte. ... Eine so vielversprechende Autorin!" Christine Westermann, WDR 5, 27.01.24 "Es dauert, bis man merkt, was sich hier - in der klaustrophobischen Atmosphäre des Gästehauses, in der winterlichen Einsamkeit Lapplands - tatsächlich abspielt: ein Fall von Gaslighting nämlich. Ein Werk über die Allgegenwart von Macht und Manipulation." Oliver Pfohlmann, WDR3, 30.01.24 "Temporeich, nuanciert und intelligent!" Annemarie Stoltenberg, NDR, 30.04.24 "Obwohl der Ausgang bekannt scheint, entwickelt dieser gekonnt arrangierte, nur von der Seitenzahl her schmale Roman psychologische Hochspannung." Joachim Feldmann, Der Freitag, 12.04.24 "Ein brillanter Roman! Dank der vielen Sichtweisen der Nebenfiguren entsteht Baustein für Baustein das faszinierende Psychogramm eines Paares." Christian Koch, rbb radioeins, 19.02.24 "Spektakulär und außergewöhnlich ... Die Finnen können sich glücklich schätzen, dass sie so eine tolle Autorin haben!" Christine Westermann WDR2, 07.03.24 "Kokkonens Literatur hat viel mit Bildern zu tun ... die Struktur der Rückblenden, die kurze Vorwegnahme all dessen, auf das ihr dramatischer Bogen zuläuft, erinnern an Spielfilme." Lennart Laberenz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.24 "Ein brillant konstruierter, eiskalter Roman. Raffiniert und hochspannend!" Sonja Hartl, SWR2, 07.03.24 "Terhi Kokkonen verzichtet dabei auf moralische Urteile, Haupt- und Nebenpersonen sind raffiniert und skurril miteinander verflochten, und identifizieren kann man sich mit keiner von ihnen. Dies alles hebt ihr Buch erfrischend aus dem literarischen Mainstream hervor." Peter Urban-Halle, NZZ, 22.03.24 "Überall geht es um Macht und Manipulation. Packend!" Flow, 01.05.24 "Ein raffiniert erzählter Debütroman ... Terhi Kokkonen ist clever genug, ihre Geschichte von Kontrollverlust und unerfüllten Sehnsüchten offen zu halten. Ein Stereotype der Nordic-Crime-Romane erfüllt sie jedoch: Wo Polizisten Fellmützen tragen und Doppelbuchstaben sich häufen, verfärbt sich der Schnee garantiert blutrot." Nils Heuner, kulturnews.de, 27.01.24 "Was ist Absicht, was verzerrte Wahrnehmung? Die Lesart ändert sich je nach Preisgabe vergangener Ereignisse. ... Terhi Kokkonens Roman ist mehr als das Psychogramm eines Paares: Die Beschreibung einer aus dem Takt geratenen Gesellschaft, der alles Menschliche fremd geworden ist." Ingrid Mylo, Badische Zeitung, 03.02.24 "Es gibt weder Gut noch Böse. Nur Menschlich. ... Den Horror dieses Romans bildet die alltägliche Manipulation einer unglücklichen Paarbeziehung. Da kann man nur sagen: Gut gespielt!" Christina Vettorazzi, Falter, 14.02.24 Der Debütroman der finnischen Autorin gehört zu jenen Werken, die ihren Reiz vor allem aus der Wie-Spannung beziehen. ... Mehr als ein Werk über Gaslighting ist Arctic Mirage eines über die Allgegenwart von Macht und Manipulation." Oliver Pfohlmann, Landshuter Magazin, 13.04.24

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