Die dreckige Seidenstraße

Wie Chinas Wirtschaftspolitik weltweit Staaten und Demokratien untergräbt
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Buchprofile - Rezension
Die als Jahrhundert-Projekt dargestellte "Neue Seidenstraße" hat Wohlstand, aber auch enorme politische und wirtschaftliche Nachteile für die betroffenen Staaten in Afrika und Asien gebracht.
Der mächtigste Mann Chinas, Xi Jinping, verkündete vor 10 Jahren mit blumigen Worten wie „neues Kapitel der Freundschaft“, „Austausch statt Entfremdung“ und dem „Glanz der menschlichen Zivilisation“ das Projekt Neue Seidenstraße. Philipp Mattheis betrachtet dagegen einen betroffenen asiatischen und afrikanischen Staat nach dem anderen und zeigt auf, was das chinesische Geld dort bewirkt und ausrichtet. Schon im Vorwort spricht er von einem „schmutzigen“ Projekt. Es geht China nicht so sehr um Brücken, Häfen, Autobahnen und Zugstrecken, sondern um Ideologie, Macht, Geostrategie und Abhängigkeiten durch Kredite. Das Buch ist in 17 Kapitel und nach Ländern übersichtlich gegliedert. Besonders interessant ist der „Sonderfall Deutschland“. Unser Staat und unsere Wirtschaft profitierten jahrelang vom rasant steigenden Handel. Mattheis legt allerdings dar, wie gleichzeitig unsere Infrastruktur in Teilen ausverkauft wird (Cosco-Beteiligung am Hamburger Hafen, Container-Terminal Duisburg). Eine weitere Herausforderung in den Beziehungen zu China ist die ethische Dimension (China ist autoritär, aggressiv). Für den Autor steht fest, dass die Neue Seidenstraße "eine langfristig geplante Strategie zur Machterweiterung Chinas ist." Mit klarer Sprache sowie übersichtlichem Karten- und Zahlenmaterial vermittelt der Autor, wie China weltweit Staaten und Demokratien untergräbt. Für ausgebaute Bestände.
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Artikelbeschreibung

Lange galt China als eine Art sanfter, schlafender Riese. Zwar war das politische System und dessen Menschenrechtsverletzungen nur schwer vereinbar mit westlichen demokratischen Werten, doch man setzte auf das Prinzip 'Wandel durch Handel'. China würde sich mit steigendem Wohlstand schon öffnen. Doch das Gegenteil ist eingetreten: China verschließt sich nach außen, hat aber enorm an wirtschaftlichem und politischem Einfluss gewonnen. Bereits seit 2013 schafft die kommunistische Partei mit Krediten, Investitionen und Entwicklungsprojekten neue Absatzmärkte und hat neue Seidenstraßen erschlossen. Wer genauer hinsieht, bemerkt schnell, dass nicht nur chinesische Waren exportiert werden, sondern auch Ideologie, Dominanz und wirtschaftspolitische Abhängigkeiten. Die 'neue Seidenstraße' ist ein schmutziges Projekt. Die Kommunistische Partei untergräbt demokratische Regierungen, höhlt schleichend westlich-liberale, kapitalistische Normen aus und unterstützt gleichzeitig autoritäre Regime. Menschenrechte und Umweltschutz spielen keine Rolle. Spätestens seit 2022 mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Krieges ist deutlich, wie groß Chinas Einfluss auch in Europa und Deutschland ist. Der Journalist und langjährige China-Korrespondent Philipp Mattheis hat die Länder, durch die die neuen Seidenstraßen verlaufen, bereist: von Kasachstan bis Ungarn, von Sri Lanka bis Georgien, von Griechenland bis Deutschland entlarvt er die Wirkmechanismen und Folgen der chinesischen Wirtschafts- und Geopolitik und fordert zu politischer Verantwortung und zum Umdenken auf.

Ausstattung: s/w-Illustrationen

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