Frühe Renaissancebaukunst in Unterfranken

Ein Überblick zur Baukultur zwischen Bauernkrieg und Echterzeit 1525 bis 1573
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Bayern im Buch-Rezension
Neuere Forschungen zur Renaissancebaukunst im 16. Jh.
Behandelt wird die Baukultur des 16. Jh. in Unterfranken, unterteilt in zwei Epochen von 1525 bis 1550 und von 1550 bis 1573. Die gewählte Zeitspanne wird vom Bauernkrieg 1525 und vom Regierungsantritt des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn bestimmt. Der Bauernkrieg zog zahlreiche Zerstörungen einzelner Burgen, Schlösser, Klöster und Stifte nach sich. Ihr Wiederaufbau, finanziert durch die Entschädigungsgelder der besiegten Bauern, wirkte gleichsam wie eine „Konjunkturspritze“. Die Beschreibung der einzelnen Objekte, Schlösser, Amtssitze, Adelssitze, Befestigungen und Rathäuser, ferner der sakralen Kunst, ist chronologisch geordnet. Ziel war die Verbesserung von Befestigung, von Wohnkomfort und Repräsentation, nach dem Vorbild der italienischen Renaissance. Eingehend untersucht werden nicht nur bekannte Bauwerke in Mespelbrunn, Ochsenfurt, Kitzingen, Volkach, Würzburg und Schweinfurt. Auch kleinste Orte sind berücksichtigt; damit wird eine Forschungslücke geschlossen. An ausgewählten Beispielen werden Bauorganisation und Werkmeisterbestellungen untersucht. Auf das Spannungsfeld zwischen Gotik, nordalpiner Renaissance und Spätgotik weist der Verfasser gesondert hin, wobei er die Bedeutung des sog. Echterstils im Gegensatz zur älteren Forschung in Frage stellt.
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Artikelbeschreibung

Die Baukultur des 16. Jahrhunderts war stark durch Ereignisse der 20er-Jahre beeinflusst. Zahlreiche Klöster, Burgen und Schlösser wurden im Bauernkrieg (1525) zerstört, die es wieder aufzubauen galt. Bauen wurde in Zeiten der konfessionellen und politischen Neuordnung herrschaftlicher Grundbesitzeigentümer zu einem Mittel der Machtausgestaltung. Durch wissenschaftliche Neuerungen wie den Buchdruck standen neue Möglichkeiten für baukulturelle und baukünstlerische Transfers zur Verfügung. Die Formensprache der nordalpinen Baukunst erweiterte sich in ihrem architektonischen Spektrum um Einflüsse der italienischen Renaissance. Was dies für Unterfranken bedeutete, wird in diesem Überblick zur Baukultur deutlich. Chronologisch und nach Bautypen geordnet, werden regionaltypische Gepflogenheiten und Besonderheiten in Stadt und Land vorgestellt. Dabei ist nicht nur von Interesse, wann und wo welche Innovationen stattfanden, sondern auch mitbestimmend, welche Traditionen sich durch das 16. Jahrhundert forttrugen. Dies ist insofern bedeutsam, als sich beispielsweise (spät-)gotische Gestaltungen keineswegs verloren, sondern wesentlicher Teil nicht nur sakraler Baukunst blieben. Dadurch wird sichtbar, dass Fürstbischof Julius Echter das (Nach)Gotische ab 1573 nicht zum Zweck eines reformkatholischen Landesausbaus revitalisieren musste, sondern als ein Territorialfürst unter vielen lediglich das fortschrieb, was die Baukultur seines Landes bereits prägte.

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