Spätgotische Baukunst in Unterfranken

Ein Überblick zur Baukultur von 1370 bis 1530
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Bayern im Buch-Rezension
Reich bebildertes Standardwerk über die Baukunst der Spätgotik dieses Regierungsbezirks mit Ausnahme des Wohnbaus.
Dieses beeindruckende Mammutwerk, eine Sonderveröffentlichung der Reihe "Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg", umfasst aus pragmatischen Gründen den Regierungsbezirk Unterfranken, also im Kern das Bistum Würzburg und die ursprünglich mainzische Region um Aschaffenburg und Miltenberg (aber nicht Tauberfranken). In Band 1 werden die wichtigsten Bauwerke bzw. deren einschlägige Teile zwischen 1370 und 1530 umfänglich in chronologischer Folge (gegliedert nach den Regierungszeiten der Würzburger Fürstbischöfe) vorgestellt: von der Marienkapelle in Würzburg (ab 1377) bis zur Wallfahrtskirche Maria im Sand bei Dettelbach (um 1523). Dazwischen eingestreut sind Erläuterungen zu Leben und Wirken des jeweiligen Fürstbischofs, zu historischen Hintergründen, Stilfragen, Wallfahrtswesen, Chortypen, Emporen- oder Befestigungsanlagen usw., wobei nie der fachmännische Blick auf Vorbilder oder Vergleichsbeispiele über das Untersuchungsgebiet hinaus fehlt. In Band 2 ist die Materialfülle nach Bauaufgaben, -typen, -formen, -technik und -organisation aufgeschlüsselt, wozu noch Kapitel über baugebundene Bildwerke (einschließlich Wand- und Glasmalerei), das Steinmetzhandwerk und die Werkmeister kommen. Gibt schon das insgesamt neunseitige Inhaltsverzeichnis eine gewisse Orientierung, so erst recht das alphabetische Ortsregister in Art eines Katalogs von 249 ausgewählten Objekten in Bildern. Alles ist in beiden Bänden bis ins Detail mit einer Unmenge an Abbildungen sorgsam dokumentiert. Leider lassen deren Qualität und generelle "Briefmarken"-Größe (so verständlich letztere hinsichtlich des ohnehin schon riesigen Gesamtumfangs ist) zum Teil schon sehr zu wünschen übrig. Die spätgotische Baukultur hatte natürlich nicht nur in der hier untersuchten Region ihre "Hoch-Zeit", sondern zumindest in ähnlicher Form in ganz Süddeutschland. Deshalb sind viele der hierzu gemachten Aussagen über Unterfranken hinaus relevant und damit die beiden bislang beispiellosen Bände breiträumiger zu empfehlen, als ihr Titel vermuten lässt.
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Artikelbeschreibung

Die Jahre zwischen 1370 und 1530 waren eine Zeit großer Bautätigkeit. Das wird in diesem Band für das Gebiet des heutigen Regierungsbezirks Unterfranken umfangreich dokumentiert. Dabei wird, ohne einen spezifischen Regionalstil herauszuarbeiten, die gesamte stilistische Breite und Diversität von mittelmäßigen bis herausragenden Bauwerken in den Blick genommen. Eine besondere Rolle spielt bei der Analyse der spätgotischen Baukunst in Unterfranken die fürstbischöfliche Landesherrschaft, die sich auf eigene Art auf die baukünstlerische Entwicklung auswirkte. Aufgrund dieser besonderen Konstellation basieren die Analysen auf dem Spannungsfeld von Baukunst und Herrschaft, bei welchem Machtinteressen und Machtdarstellung ein nicht unwesentlicher Antrieb für für die Bautätigkeit war.

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