Geschundene Gefährten

Über Irrwege in der Rassezucht und unsere Verantwortung für Hund und Katze | Deutschlands bekanntester Tierpathologe über Tierethik und Tierwohl
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Buchprofile - Rezension
Wie Rassezucht nach Käuferwünschen die Haustiere gesundheitlich schädigt.
In seinem Aufsehen erregenden Buch "Das Kuscheltierdrama" (2019) hatte der Autor, Direktor des Instituts für Tierpathologie der FU Berlin, bereits das vielfältige Elend der auf seinem Sektionstisch gelandeten Rassetiere beschrieben - und gleichermaßen das Leid der darob von Trauer und Schuldgefühlen geplagten Tierbesitzer. Denen oft gar nicht bewusst war, wie sehr die geliebten Tiere schon durch die Zucht deformiert, oft mit massiven gesundheitlichen Einschränkungen und Schmerzen ihr meist verkürztes Leben durchlitten. Mit seinem neuen Buch steigt Prof. Gruber nun tiefer ein in die "Irrwege in der Rassezucht und unsere Verantwortung für Hund und Katze". Er beschreibt auf knapp 300 Seiten, wie es "Vom Wolf über den gesunden Hund zum kränklichen Rassehund" gekommen ist, dass in 30.000 Jahren Hunde als nützliche Helfer in vielen Bereichen nach Fähigkeit und Leistung, Gesundheit und Langlebigkeit ausgewählt und gezüchtet wurden, sog. "Rassehunde" erst seit ca. 150 Jahren nach rigiden Richtlinien zunehmend auf Aussehen (bei Rassekatzen etwas später, mit ähnlichen Auswirkungen). Das Verlangen nach "Rassereinheit" hat so durch massive Inzucht, immer enger werdende Genpools - und last not least immer bessere tiermedizinische Versorgung - in wenigen Hundegenerationen immer mehr "geschundene Gefährten" erzeugt. Gruber zeigt die Möglichkeiten auf, die es gäbe, den "turn around" zu schaffen, wie es evtl. durch moderne Techniken (u.a. Genschere, Klonen), aber auch Rückzüchtung und Einkreuzen gelingen könnte, wieder gesunde, lebensfrohe Tiere zu erschaffen. An allererster Stelle aber erforderte das eine geänderte Einstellung bei Konsumenten und Produzenten der Ware Tier. Endlich Klartext zu einem brisanten Thema. Gut lesbar, wichtig! Sollte überall verfügbar sein.
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Artikelbeschreibung

Das brisante Sachbuch zum Thema Rassezucht bei Hunden und Katzen

Deutschlands profiliertester Tierpathologe entlarvt das immense Leid, das die Zucht reiner Rassen bei Haustieren vielfach verursacht.
Bestseller-Autor und Tierarzt Prof. Dr. Achim Gruber nimmt in seinem aktuellen Buch die gravierenden gesundheitlichen Fehlentwicklungen in der traditionellen Zucht von Hunden und Katzen ins Visier und fordert: Wir brauchen endlich ethische Maßstäbe in Sachen Zucht und Rasse - die Verantwortung aller Tierhalter und Käufer ist gefragt! "Unser bisheriges Rassedenken ist vielfach gescheitert", so Gruber, doch er macht auch Hoffnung und zeigt viele Auswege auf, ohne die Rassen abschaffen zu wollen.

Was zählt ist das Tierwohl

Über Jahrtausende hinweg hat der Mensch die Anatomien, besondere Leistungen und das Wesen von Hunden und Katzen auf seine Bedürfnisse abgestimmt und eine erstaunliche Rassevielfalt geschaffen. Doch jetzt stellen sich viele Grundsätze und Ideale der Zucht reiner Rassen als Irrwege heraus - denn immer mehr Tiere leiden unter angezüchteten Merkmalen. "Zuchterfolge" äußern sich nicht selten in schmerzhaften orthopädischen Erkrankungen, lebensverkürzenden Krebserkrankungen, belastenden Sinnesstörungen, lästigen Allergien oder traurigen Verhaltensverarmungen. Der Berliner Tierpathologe Prof. Dr. Achim Gruber
legt den Finger in die Wunde und stellt fest: Es ist allerhöchste Zeit, unser Rassekonzept bei Hunden und Katzen zu überdenken und wieder Verantwortung für das zu übernehmen, was wirklich zählt: das Tierwohl.

Tierethik - oder unsere Pflichten gegenüber Tieren

Achim Gruber macht in seinem Buch "Geschundene Gefährten" auf grundlegende ethische Fragen mit Blick auf die Züchtung von Hunden und Katzen aufmerksam. Fakt ist: Viele Haustiere, allen voran Hunde und Katzen, bringen zu große gesundheitliche Opfer für uns Menschen. Dagegen regt sich mehr und mehr Widerstand: 2022 wurde die Tierschutz-Hundeverordnung mit wichtigen Neuerungen für die Zucht und Haltung nachgeschärft (u. a. Ausstellungsverbot für krank und defekt gezüchtete Hunde, Gassi-Pflicht, Verbot von schmerzhaften Erziehungsmethoden). Die neue Rechtsvorschrift hat - gerade bei Züchterverbänden - große Unruhe ausgelöst.

Wollte Achim Gruber mit seinem Buch "Kuscheltierdrama" vor allem aufklären, so greift er mit seinem neuen Buch in die aktuelle und hochemotionale Diskussion über das Rassedenken in der Haustierzucht ein. Er nimmt prononciert Stellung im Sinne des Tierschutzes und beschreibt die Möglichkeiten zur Rettung der Rassen aus der Perspektive der Tiermedizin. Sein Buch ist eine unbequeme, aber ehrliche und fürsorgliche Liebeserklärung an unsere "besten Freunde".

»312 Seiten, die nicht nur etwas über Tiere verraten, sondern noch mehr über die Gesellschaft.« Süddeutsche Zeitung über Das Kuscheltierdrama, 2019

Produktsicherheit

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Personeninformation

Prof. Dr. Achim Gruber, Jahrgang 1966, ist Direktor des Instituts für Tierpathologie an der Freien Universität Berlin und als einziger Tiermediziner ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sein erstes populäres Sachbuch »Das Kuscheltierdrama« (Droemer 2019) wurde von den Leserinnen und Lesern und der Kritik begeistert aufgenommen. Achim Gruber ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Zur Familie gehörten immer schon Hunde.

Pressestimmen

"Der sehr anschaulich dargestellte und für den Laien veständliche hohe Informationswert des Buches liefert die notwendige Aufklärung und den Anstoß für einen längst überfälligen Umdenkungsprozeß." Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg 20231220
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