Herz in der Faust

Roman | »Zweifellos haben wir einen der ganz großen Romanciers der Gegenwartsliteratur vor uns.« Thomas Wagner, Der Freitag
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Buchprofile - Rezension
Das Schicksal eines Jungen, dem 1934 der Ausbruch aus einer Besserungsanstalt in der Bretagne gelingt.
1927 kommt der 13-jährige Jules Bonneau in eine Besserungsanstalt auf der bretonischen Insel Belle-Ile-en-Mer. Dort werden die Kinder und Jugendlichen wie Sklaven gehalten. Sie werden regelmäßig gedemütigt, brutal geschlagen und sexuell missbraucht. Auch wenn von sadistischen Wärtern alles getan wird, um den Jungen das letzte bisschen Menschlichkeit auszutreiben, entsteht zwischen Jules und dem jüngeren Camille so etwas wie Freundschaft. Nachdem sich Jules sieben Jahre in die Freiheit geträumt hat, kommt es bei einem Abendessen zu einer Revolte. Seit Jahren aufgestaute Wut entlädt sich bei den Jugendlichen in einer Gewaltorgie. 56 Jugendlichen gelingt die Flucht aus der Anstalt. Jules ist der Einzige, der nicht wieder gefasst wird. Er taucht bei einem Fischer unter, der ihn als seinen Neffen ausgibt. Zum ersten Mal in seinem Leben erfährt der Junge Güte und Freundlichkeit. Als er endlich glaubt, in Sicherheit zu sein, holt ihn seine Vergangenheit ein. – Der vielfach ausgezeichnete Journalist und Autor Chalandon lässt seinen Protagonisten zwischen Umgangssprache, Reflexionen und Träumen wechseln. Trotz aller Gewalt und Grausamkeit stechen sanfte und helle Momente der Menschlichkeit hervor. Große Empfehlung für diesen spannenden und bewegenden Roman!
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Artikelbeschreibung

»Epochal, spannend und kraftvoll von der ersten bis zur letzten Seite.« Le Parisien

Im August 1934 gelingt 56 Jugendlichen einer Strafkolonie auf der bretonischen Insel Belle-Île-en-Mer die Flucht. 20 Franc - das ist der Preis, den die örtliche Polizei für jeden Jungen aussetzt, worauf die Inselbewohner eine Hetzjagd beginnen. Ein einziger Junge entkommt, seine Geschichte erzählt dieser Roman: Jules Bonneau, von den Eltern früh verlassen, nach Jahren im Heim zwischen Raserei und Hoffnungslosigkeit, gerät auf der Flucht an den bretonischen Sardinenfischer Ronan Kadarn und dessen Frau. Zum ersten Mal lernt er Zuneigung kennen, eine Zärtlichkeit, die ihn erschüttert. Er lebt mit den Fischern, begegnet Kommunisten und Faschisten. Und muss am Ende eine Entscheidung treffen, die ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

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Personeninformation

Sorj Chalandon, geboren 1952 in Tunis, gilt als einer der bedeutendsten Journalisten und Schriftsteller Frankreichs. Viele Jahre lang schrieb er für die Zeitung 'Libération', seit 2009 ist er Journalist bei der Wochenzeitung 'Le Canard enchaîné'. Für seine Reportagen über Nordirland und den Prozess gegen Klaus Barbie wurde er mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Auch sein schriftstellerisches Schaffen wurde mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt, unter anderen dem Prix Médicis und dem großen Romanpreis der Académie française.

Brigitte Große, 1957 in Wien geboren, studierte Philosophie, Musikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Wien und Hamburg. Anschließend war sie als Lektorin und Redakteurin tätig. Sie lebt heute als Übersetzerin aus dem Französischen in Hamburg. Sie überträgt unter anderem Amélie Nothomb, Wilfried N'Sondé und Gaël Faye ins Deutsche. 1994 und 2015 erhielt Brigitte Große den Hamburger Förderpreis für Literatur und literarische Übersetzungen. Sie war Trägerin des Hieronymusrings und wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet.

Pressestimmen

Große Empfehlung für diesen spannenden und bewegenden Roman. Medienprofile 20260201
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