Wir spielen Alltag

Leben in Israel seit dem 7. Oktober | »Klug und empathisch - ein Buch, in dem die Traumata der israelischen Gesellschaft sichtbar werden.« Sigrid Brinkmann, DLF
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Buchprofile - Rezension
Aufzeichnungen aus einem nach dem Hamas-Massaker am 7.10.2023 traumatisierten Land.
Die auch bei uns bekannte israelische Schriftstellerin Lizzie Doron (zuletzt "Nur nicht zu den Löwen", BP/mp 24/142) schildert in ihrem neuen, sehr persönlichen Buch die Auswirkungen des jüngsten Nahostkrieges auf das tägliche Leben in Israel. Nahezu jede Familie hat Verwandte, Freunde oder nähere Bekannte unter den ermordeten oder verschleppten Geiseln und bangt um das Leben der Soldaten. An vielen Tagen gibt es Raketenalarm, müssen Menschen Stunden in engen Schutzräumen zubringen. Angst, Stress, apokalyptische Gedanken und sogar Verzweiflung sind tägliche Begleiter. Eine zutiefst verunsicherte, auch gespaltene Gesellschaft ist auf der Suche nach Auswegen aus den Dilemmata des Krieges. Die Autorin, eine säkulare, linksliberale Jüdin, die sich immer für einen friedlichen Ausgleich mit den Arabern eingesetzt hat, versucht, ihre Erschütterung literarisch zu verarbeiten. Trotz allem bewahrt sie Empathie auch mit den palästinensischen Opfern des Krieges. Der schmale Band bietet ein eindrucksvolles Leseerlebnis und verdient eine breite Empfehlung.
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Artikelbeschreibung

»Vielleicht sind wir schon morgen nicht mehr da.«

Lizzie Doron hat ihr Leben lang gekämpft - für eine Heimat ohne Verfolgung, für Frieden mit den palästinensischen Nachbarn, für Freiheit und Demokratie. Dann kam der 7. Oktober. Während in Tel Aviv Sirenen heulten, führte die israelische Regierung einen Krieg, der noch mehr Menschen tötete und keine zurückbrachte.

Inzwischen sind über anderthalb Jahre vergangen. Auf das Grauen der Kriegsmonate folgte ein brüchiger Waffenstillstand. Gibt es eine Zukunft, an die man heute noch glauben kann? In einer Zeit fehlender Antworten schreibt Lizzie Doron von ihrem Alltag, den es nicht gibt und der doch weitergeht: Begegnungen mit Hinterbliebenen, absurd-komische Szenen mit den Enkeln im Luftschutzraum, politische Diskussionen beim Friseur, schal werdende Gedenkveranstaltungen, Schweigen am Telefon mit dem palästinensischen Freund.

  • Eine der wichtigsten israelischen Friedensaktivistinnen erzählt: Wie geht das Leben weiter seit dem 7. Oktober?
  • Wenn das eigene Land einem fremd wird - ein emotionaler Einblick in den Alltag einer zerrissenen Gesellschaft im Krieg


»Man kann Lizzie Dorons schriftstellerischer und menschlicher Leistung nur den höchsten Respekt zollen.« Jüdische Allgemeine

Produktsicherheit

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Personeninformation

Lizzie Doron, 1953 in Tel Aviv geboren, wurde durch ihre Romane über die zweite Generation nach der Schoah bekannt. Mit 'Who the Fuck Is Kafka' - eine der wichtigsten literarischen Verarbeitungen des Nahostkonflikts - und 'Sweet Occupation' wandte sie sich politischen Themen zu. Lizzie Doron wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung. Sie lebt in Tel Aviv und Berlin.

Markus Lemke lebt als freier Übersetzer und Dolmetscher aus dem Hebräischen und Arabischen in Hamburg. Er überträgt u. a. Werke von Eshkol Nevo und Dror Mishani. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2019 mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis und 2021 mit dem Hamburger Literaturpreis.

Pressestimmen

Ein mehr als beeindruckendes Buch über das Leben in Israel, über einen Alltag in diesen Zeiten, in denen kaum noch eine Zukunft vorstellbar ist. Unbedingt lesen und dadurch besser verstehen! Kulturette 20250801
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