Geschönte Geschichte

Fälschung und Fabelei seit der Antike. Eine Typologie
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Buchprofile - Rezension
Geschichtsfälschungen und -umdeutungen seit der Antike.
„Fake News“ gab‘s also schon in der Antike? Nach dem Motto „Politisch gelogen, Fakten geschönt, Ereignisse frei fabuliert“? Das wäre deutlich zu kurz gesprungen. Wieder einmal gelingt dem Althistoriker Alexander Demandt ein interdisziplinäres Meisterwerk, das weit über ein paar Skurrilitäten bei Persern, Griechen, Römern hinausreicht. Der universal gebildete Autor vereint hier Kultur- und Ereignisgeschichte, Philosophie und Psychologie, Sprachwissenschaft und ein halbes Dutzend weiterer Expertengebiete zu einem Genre, für das ein Wort noch geschaffen werden muss. Bloß nicht versuchen, dieses Werk linear zu lesen! Oder erwarten, man könne mit ihm strukturiert Lücken im eigenen Wissen um die Antike schließen. Eher ist es die Teilnahme an einer Expedition durch die kartographierte Klassik, aber unter strikter Vermeidung aller ausgeschilderten Wege. Die elegante, geschliffene Prosa, kombiniert mit klaren, treffgenauen Methapern und Aphorismen, schafft ein Leseerlebnis außergewöhnlicher Art. Es braucht Disziplin, das Werk abschnittsweise zu genießen. Das Werk ist ein intellektuelles Vergnügen für alle historisch interessierten Laien und Wissbegierige in mindestens einer der oben genannten Disziplinen. Wer noch nichts von Alexander Demandt im Geschichtsregal hat, dem sei dieses Buch angeraten. Und allen andern erst recht.
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Artikelbeschreibung

Fake News von Homer bis zu Constantin dem Großen

Fake News sind eine Erfindung moderner Autokraten und irrlichternder US-Präsidenten? Keineswegs! Schon in der Antike wurden Geschichte und Tatsachen zurechtgebogen und geklittert, um das eigene Weltbild zu untermauern, Gegner zu diffamieren oder sich selbst zu legitimieren. Vom Perserreich bis zu den römischen Kaisern, von Homer bis in die christliche Spätantike spannt Alexander Demandt, der Großmeister der Alten Geschichte, seine ebenso kluge wie unterhaltsame Darstellung der zahlreichen Fälle von Geschichtsfälschung in der Antike und darüber hinaus.

Römer und Griechen legten sich alle möglichen Gründe zurecht, um ihre grausamen Kriege im nachhinein zu rechtfertigen. Etliche Könige und Herrscher wie Julius Caesar propagierten, sie würden in direkter Linie von Göttern abstammen. Für Constantin den Großen stand es außer Frage, daß er seinen Sieg bei der Milvischen Brücke dem Beistand des christlichen Gottes zu verdanken hatte. Selbstscheinbar objektive Quellen aus der Antike zeichnen immer ein ganz bestimmtes Bild von Personen und Ereignissen. Die historische Wahrheit dahinter aufzudecken ist für uns heute oft gar nicht mehr so einfach. Doch wer sich in diesem Buch gemeinsam mit Alexander Demandt auf Spurensuche begibt, der lernt bald, genauer hinzusehen, und erkennt selbst, wo, wie und weshalb Geschichte zu allen Zeiten phantasievoll geklittert und gefälscht wurde.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Alexander Demandt lehrte bis zu seiner Emeritierung Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin. Im Verlag C.H.Beck sind von ihm u.a. lieferbar: "Sternstunden der Geschichte" (2. Aflg. 2004); "Das Privatleben der römischen Kaiser" (2. Aflg. 2012); "Pontius Pilatus" (2012); "Der Fall Roms" (8. Aflg. 2015); "Diokletian" (2022); "Alexander der Große" (3. Aflg. 2024); "Geschichte der Spätantike" (4. Aflg. 2022); "Die Kelten" (10. Aflg. 2025) und "Marc Aurel" (4. Aflg. 2025).

Pressestimmen

"Diese Enzyklopädie von 'Fälschung und Fabelei seit der Antike' ist in mehrfacher Hinsicht ein Ereignis."
WELT Online, Berthold Seewald

"Mit einer stupenden Belesenheit und ebenso großem Mut zu holzschnittartiger Vereinfachung, in der Hunderte und Aber hunderte von Beispielen filigran sortiert ausgelegt werden, liefert Demandt im Kern eine Systematik der zweckgebundenen Verwendung von Geschichte … Sehr oft geht es … um ganz elementare, psychologisch erklärbare Prozesse bei der Formung von Erinnerung und ihrer Verankerung."
F.A.Z., Uwe Walter

"... zeigt ...,wie schon vor gut 2000 Jahren Menschen Informationen fälschten oder gleich ganz erfanden und ihren Bedürfnissen anpassten."
WELT am Sonntag, Daniela Zinser

"Althistoriker Alexander Demandt blickt in seinem Buch auf die Geschichte der 'alternativen Fakten' seit der Antike ... mit einer beeindruckenden Fülle antiker Quellen, Belegen und Einzelbeispiele."
Neue Württembergische Zeitung, Christiane Laudage

"Der Althistoriker Alexander Demandt zeigt in diesem Buch, dass ausgeschmückte Erzählungen und Fälschungen schon seit der Antike an der Tagesordnung sind … Von Alexander dem Großen bis Napoleon lernt man Neues über bekannte Persönlichkeiten. Thema ist auch die Instrumentalisierung von Ereignissen wie der Atombomben-Abwurf auf Hiroshima 1945."
table.briefings, Okan Bellikli

"'Fake News' und spektakuläre Behauptungen als Werkzeuge der Politik gab es schon immer. Ihnen geht der Althistoriker Alexander Demandt in Geschönte Geschichte ... ab der Antike nach ... Natürlich ist das auch vor dem Hintergrund der Gegenwart zu lesen."
Der Standard

"Die Detailkenntnis und große Materialfülle machen den rund 600 Seiten starken Wälzer zu einer angenehm anspruchsvollen Lektüre."
Allgäuer Zeitung

"Der Althistoriker Alexander Demandt, der besonders gut versteht, Geschichte lebendig zu machen und dabei die Gegenwart im Blick zu haben, hat ein mächtiges Werk über geschönte Geschichte vorgelegt."
Der Freitag, Erhard Schütz

"Der Historiker zeigt, dass die Politik seit jeher an Darstellungen geschraubt hat, um Herrschaft zu legitimieren, Identität zu stiften oder Gewalt plausibel erscheinen zu lassen. Manipulierte Geschichte ist kein ausschließlich modernes Phänomen."
Münchner Merkur

"Angenehm anspruchsvoll beschreibt Demandt häufig wiederkehrende Muster."
Main-Echo
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