Die Unwürdigen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine Jugendclique versucht, sich in der Zeit der deutschen Besatzung Norwegens (1940-45) durchzuschlagen.
Carl wächst mit seinen Freunden Olav und Roar in einem Osloer Arbeiterviertel während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg auf. Ihre Clique begeht zunächst kleine Diebstähle, um ihre Familien mit zu versorgen. Es fängt mit einem Brot oder einem Eimer Kohle an, aber nach und nach werden die Teenager gewiefter. Schließlich brechen sie in leerstehende Villen von geflüchteten, teils jüdischen, Familien ein, um an Wertgegenstände und Antiquitäten zu kommen, die sie auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen. Die Väter der drei Jungen repräsentieren drei Haltungen zur Okkupationsmacht. Einer ist ein führender Widerstandskämpfer und wird von der Gestapo verhaftet, der zweite flieht ohne seine Familie ins benachbarte Schweden und baut sich dort ein neues Leben auf, der dritte versucht, sich mit der Situation zu arrangieren. Die Mütter verlieren allmählich den Griff um ihre Heranwachsenden und nehmen, ohne nachzufragen hin, dass sie Geld und Luxusgüter mit nach Hause bringen. Mangels elterlicher Vorsorge unterstützen sich die Teenager gegenseitig. Nach dem Krieg möchte Carl herausfinden, was eigentlich passiert ist und wer Widerständler bzw. Mitläufer war, aber viele Norweger wollen nichts mehr davon wissen. – Roy Jacobsen (zuletzt „Die Kinder von Barrøy“, BP/mp 22/430) zeigt durch die drei Familien exemplarisch die tiefe Spaltung der norwegischen Gesellschaft in Widerständler, Mitläufer und Gleichgültige während der deutschen Besatzung auf. Sehr glaubhaft wird die unausweichliche Auflösung moralischer Vorstellungen geschildert. Eine beeindruckende, psychologisch tiefgreifende Darstellung schwieriger Lebensumstände in einer einschneidenden Phase der norwegischen Geschichte. – Sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

ÜBERLEBEN IM BESETZTEN OSLO - EINE VERSCHWORENE GEMEINSCHAFT JUNGER MENSCHEN <BR> <BR><BR><BR>In Roy Jacobsens neuem Roman 'Die Unwürdigen' folgen wir einer Gruppe von Jungen und Mädchen aus einem Wohnhaus am östlichen Rand von Oslo während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Die Jugendlichen leben in Armut und schlagen sich durch, indem sie schwindeln, stehlen wie die Raben, Dokumente fälschen und umfangreiche Einbrüche begehen. Sie schrecken auch nicht davor zurück, die Besatzer zu beklauen und auszunutzen.<BR>Mit dieser Gruppe von Kindern zeichnet der preisgekrönte Autor ein schonungslos ehrliches und warmherziges Porträt einer Gesellschaftsschicht und eines harten Alltags, wie sie bisher kaum vorkamen. Dies ist ein Roman über das Überleben in Kriegszeiten, über eine Unterschicht, die ohnehin immer zu kämpfen hat und im Krieg nur ihr eigenes Leben, aber keine Besitztümer, keine Rechte, kein eigenes Land zu verteidigen hat. Über die verschiedenen Motive, aus denen Widerstand entsteht, und darüber, dass auch die Befreiung nicht alle befreit, über das Überleben unter Extrembedingungen und eine verschworene Gemeinschaft.<BR>Ein spannender, dichter, hoch aufgeladener Roman, aktuell, klug aufgebaut und mit faszinierenden Figuren. <BR> <BR> - Das warmherzige Porträt einer Bande junger Menschen im von den Nazis besetzten Oslo - Überleben und Widerstand in Zeiten des Krieges - Ein spannender, vielschichtiger und abgründiger Roman aus einer Welt, die nicht oft geschildert wird

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Pressestimmen

„Roy Jacobsen zeichnet sich unter anderem dadurch aus, von der Vergangenheit so plastisch erzählen zu können, als sei er selbst dabei gewesen.“
Frankfurter Rundschau, Katharina Granzin
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