Jagdszenen aus Niederthann

Ein Lehrstück über Rassismus
26,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Bayern im Buch-Rezension
Ein bayerischer Kriminalfall nach 50 Jahren neu aufgerollt.
An einem Novembernachmittag im Jahr 1972 fielen in dem kleinen Dorf Niederthann in der Hallertau Schüsse. Ein paar Romni-Frauen und Mädchen waren in einen Bauernhof eingedrungen und der Bauer schoss mit seinem Gewehr auf die Gruppe. Eine junge, hochschwangere Frau und ihr Baby starben, eine weitere wurde schwer verletzt. Die Boulevardpresse schürte mit reißerischer Berichterstattung den "Zigeunerkrieg" und auch die seriöse überregionale Presse berichtete umfangreich. Der Historiker Hans Woller rekonstruiert den Fall minutiös als "Lehrstück über Rassismus" und insbesondere den Antiziganismus. Er leuchtet die Rolle der Polizei, der Justiz und der Politik im Strafverfahren gegen den Täter aus. Woller greift darüber hinaus noch weiter aus, thematisiert die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus, den Umgang mit der Volksgruppe und die latenten Vorurteile bis heute. Er stellt die Frage in den Raum, ob auch heute noch die Opfer zu Tätern gemacht werden könnten und die Täter zu Opfern stilisiert werden könnten. - Ein sachliches, wohl überlegtes und doch parteiisches Buch. Sehr empfehlenswert!
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

EIN DORF DECKT EINEN TÄTER <BR> <BR>In Niederthann gärt eine dunkle Vergangenheit. Das beschauliche Dorf in Oberbayern war in den 1970er Jahren Schauplatz eines Verbrechens, das als Lehrstück für Alltagsrassismus und seine verhängnisvollen Konsequenzen dienen kann: Eine junge Romni verlor ihr Leben, eine andere blieb schwer verletzt zurück. Hans Woller hat den Kriminalfall rekonstruiert und erzählt eine Geschichte voller Abgründe und rassistischer Ressentiments, die uns fern erscheint, aber doch so nahe ist. Denn Fragen wie diese sind nach wie vor brandaktuell: Die Schüsse von Niederthann - könnten sie wieder fallen, wen würden sie diesmal treffen, und würde die Gesellschaft heute anders darauf reagieren als damals, als man den Täter zum Opfer erklärte und den Opfern mit ebenso kaltherziger wie herabsetzender Gehässigkeit begegnete? <BR><BR>In Niederthann fielen 1972 vier Schüsse. Keiner ging daneben. Die Bilanz war schauerlich: eine schwer verletzte Romni und eine tote Romni, die ein Kind im Leibe trug. Sie flohen bereits aus dem Bauernhof, in dem sie überrascht worden waren. Der Todesschütze kam vor Gericht glimpflich davon. Alle standen zu ihm: die Polizei, die Justiz, die katholische Kirche, die CSU, überhaupt die ganze 'anständige' Gesellschaft, die sich auch finanziell nicht lumpen ließ. Zahlreiche Kreisräte und Bürgermeister der CSU beteiligten sich ebenso an der Hilfsaktion wie ein Minister, der zusammen mit zwei Kollegen die Hand über den Täter hielt. Um die Opfer und ihre Angehörigen kümmerte sich niemand. SIe waren ja nur 'Zigeuner' und sie blieben es, von Empathie bis heute keine Spur. Hans Woller schildert die Hintergründe und Folgewirkungen dieses Kriminalfalles, der als 'Zigeuner-Krieg' für Schlagzeilen sorgte. <BR> <BR> - Der "Zigeunerkrieg" von Niederthann - Der Kriminalfall jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal - Wenn die Opfer für Täter gehalten werden - Wie wird die Wahrnehmung eines Verbrechens durch alltägliche Stereotypen überdeckt? - Einblicke in die Mechanik des Alltagsrassismus <BR> <BR> <BR>

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Anschrift: Wilhelmstraße 9
München
DE
Kontakt: produktsicherheit@beck.de
Mehr von Woller, Hans

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.