Kurze Geschichte des Antisemitismus

26,95 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Mehr als zwei Jahrtausende lang Diffamierung, Verfolgung und Vernichtung.
In acht chronologisch angeordneten Kapiteln dieses interessanten und gut zu lesenden Sachbuchs legt der renommierte Judaist Peter Schäfer eine schlüssige Begriffsbestimmung des Antisemitismus vor. So beginnt der Autor in der griechisch-römischen Antike, in der die Juden bereits als "Menschen- und Fremdenfeinde" diffamiert wurden, da sie sich durch ihre Identität stiftenden Merkmale - Gottesvorstellung, Beschneidung, Sabbat, Schweinefleischverbot - gegen die im Hellenismus und Römischen Reich allgemein gültigen religiösen, kulturellen wie wirtschaftlichen Errungenschaften entschieden, sie sogar als minderwertig bezeichneten. Im Christentum - anfangs durch innerjüdische Konflikte geprägt - zeigten sich aufgrund von Spannungen zwischen Juden- und Heidenchristen, vor allem durch die Schuldzuweisung am Tode Jesu immer stärker werdende, religiös begründete, antijüdische Tendenzen, die sich dann in der Spätantike in staatlichen Gesetzen (z.B. Codex Iustinianus) niederschlugen. Während der Islam ein großteils ambivalentes Verhalten gegenüber dem Judentum zeigt, kommt es im christlichen Europa - zwar in unterschiedlicher Ausformung - zu Ausbeutung, Verunglimpfung, Verfolgung und Ermordung von Juden. Die nachfolgenden Jahrhunderte - Neuzeit: wissenschaftliches Interesse, aber auch Dämonisierung des Judentums; Aufklärung: Judenemanzipation; Nationalismus: völkisches Deutschtum - stehen einerseits für positive Veränderungen, andererseits jedoch für die Politisierung des Antisemitismus (Befreiung von der jüdischen Überfremdung), die in der Doktrin des NS-Staates und seiner Vernichtungspolitik seinen entmenschlichten Höhepunkt erreicht. Zuletzt verweist Schäfer auf weltweit kontrovers geführte Debatten den Staat Israel betreffend. - In großen Beständen gut einsetzbar!
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Antisemitismus ist wieder sichtbar, teils offen, teils versteckt hinter 'unbedachten ' Äußerungen und Israelkritik. Doch wo beginnt der Antisemitismus, und wie neu ist, was wir heute erleben? Peter Schäfer beschreibt klar und konzise, wie sich seit der Antike antisemitische Stereotype verbreiteten, zu Verfolgung und Vernichtung führten und auch nach der Shoah virulent sind. Sein umfassender, souveräner Überblick macht eindringlich deutlich, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist.<BR><BR>Schon in der vorchristlichen Antike gab es Judenhass, Ghettos und Pogrome, doch erst die neutestamentlichen Schriften schufen mit ihrer Gegnerschaft zum Judentum die Voraussetzungen für Ritualmordlegenden und Verfolgungen im christlichen Mittelalter. Luther rief zur Auslöschung der 'Teufelskinder' auf, die Aufklärer fanden das Judentum unvernünftig, Wissenschaftler begründeten den Judenhass rassistisch, und allzu viele waren bereit, sich an der 'Endlösung der Judenfrage' zu beteiligen oder schauten lieber weg. Man könnte meinen, dass der Schock des Massenmordes heilsam war, doch Antizionismus und rechte Ideologien dringen seit Jahren mit antisemitischem Gepäck in die Mitte der Gesellschaft vor und bereiten den Boden für neue Gewalt. Peter Schäfers erhellendes Buch ist Pflichtlektüre für alle, die besser verstehen wollen, warum der Antisemitismus so alt und zugleich so aktuell ist und was er für Juden in der Nachbarschaft, in Israel und überall auf der Welt bedeutet.

Produktsicherheit

Hersteller: Verlag C.H.Beck GmbH & Co. KG
Anschrift: Wilhelmstraße 9
München
DE
Kontakt: produktsicherheit@beck.de
Mehr von Schäfer, Peter

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.