Pontifex

Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus
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Buchprofile - Rezension
Eine historische, umfassende Gesamtschau, wie sie von der Wissenschaft nur selten gewagt wird.
"Eine Geschichte der Päpste ist eine Nagelprobe auf die Wissenschaftlichkeit." (S. 18) Mit diesem Satz umschreibt Volker Reinhardt die Herausforderung, als Historiker eine Papstgeschichte zu schreiben. Diese sei immer eine Geschichte des Glaubens und eine Geschichte des Wissens. Reinhardt positioniert sein Werk klar auf der Seite der Wissenschaftlichkeit. Ob die Annahme, die dieser Formulierung zugrunde liegt, dass Wissenschaft und Glauben unvereinbar sei, so zwingend ist, würden Theologen bzw. Kirchenhistoriker bezweifeln. Fest steht, dass der Professor für Geschichte der Neuzeit keine theologische Deutung der Pontifikate liefert. Dafür ist das Werk aber eine umfangreiche (928 Seiten!) historische Abhandlung über die Geschichte der Päpste von Petrus bis Franziskus, dem eine lange und intensive Recherche vorausgegangen ist. Der Autor zeigt auf, dass das Papsttum trotz des Anspruchs, in ununterbrochener Linie auf den Apostel Petrus zurückzugehen (am augenfälligsten in den Medaillons mit Papstporträts in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern ausgedrückt) und unveränderlich zu sein, dennoch ständigem Wandel ausgesetzt ist. Neben der geistigen und institutionellen Leitung der Kirche und der Kulturförderung, die seit jeher eine Rolle spielte, gab es auch dunkle Flecken in der Papstgeschichte. Dennoch geht es Reinhard nicht darum, einzelne Päpste moralisch zu bewerten. Das wissenschaftliche Bemühen, die unterschiedlichsten Papstfiguren zu verstehen, wird immer deutlich. Nur selten wagen sich Historiker an Überblickswerke, die eine solch lange Zeitspanne betrachten. Dabei zeigt gerade dieses Werk wie aufschlussreich die Darstellung solch langer Prozesse sein kann. Für größere Bestände geeignet. Wenn kleinere Bestände ihren Leser/innen Informationen zu Päpsten und Papsttum bieten wollen, wäre "Konklave" von Hubert Wolf (in diesem Heft) besser geeignet.
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Artikelbeschreibung

Hüter einer ewigen Ordnung: So sehen sich die Päpste, deren Institution durch ihre lange Kontinuität fasziniert. Volker Reinhardt zeigt, dass diese Unveränderlichkeit eine Fiktion ist. Er erzählt höchst spannend, wie sich das Papsttum immer wieder neu erfunden hat, und vollbringt das Kunststück, dabei jedem Pontifikat in seinen theologischen, politischen und kulturellen Besonderheiten gerecht zu werden.
Volker Reinhardt legt nach dreißigjähriger Forschung zur Geschichte Roms und des Papsttums mit diesem Buch die seit Langem erste Gesamtgeschichte der Päpste aus der Feder eines Historikers vor. Er schildert, wie die Bischöfe von Rom in der Antike den Primat über alle anderen Bischöfe durchsetzten, im Mittelalter die Hoheit über Könige und Kaiser gewannen, als weltliche Herrscher den Kirchenstaat vergrößerten und dabei jahrhundertelang die Erhöhung der eigenen Familie im Blick hatten. Unzählige Kunstwerke zeugen bis heute von diesem vielfältigen Machtanspruch, und die meisten entstanden in Renaissance und Barock, als die Machtfülle schon bröckelte. Bis weit ins 20. Jahrhundert stemmten sich die Päpste gegen die Moderne und handelten dem Papsttum das Stigma des Ewiggestrigen ein. Aber der Ruf nach Reformern ist, wie die fulminante Darstellung zeigt, so alt wie das Papsttum.

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Personeninformation

Volker Reinhardt, Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg, gehört weltweit zu den besten Kennern der Papstgeschichte.

Pressestimmen

"Führt eindrücklich vor Augen, wie sich die Institution immer wieder neu behaupten konnte.“
PM History

"Eine solide gearbeitete, sprachlich ansprechende Überblicksdarstellung über eine der ältesten Institutionen der Welt, die nicht nur von Vertretern der Historikerzunft mit großem Gewinn herangezogen werden kann."
Ralf Lützelschwab, Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 11-2017

"Glänzend."
Christian Schröder, Tagesspiegel, 17. Juni 2017


"Kenntnisreich, gewandt und zwischendurch in einem Tempo, das einen staunen lässt, wie rasch man Jahrhunderte lesend durchschreiten kann."
Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung, 8. Juni 2017

"Eine Geschichte, die facettenreicher kaum sein könnte."
Heike Talkenberger, Damals, Juni 2017

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